Digitaler Knotenpunkt: Spatenstich für YEXIO-Rechenzentrum in Dorfen
HOCHTIEF PPP Solutions und Palladio Partners stärken die regionale Datensouveränität
- Dezentrale Infrastruktur: Neubau ist Teil eines geplanten Netzwerks von 25 Edge -Rechenzentren
- Nachhaltigkeitskonzept kombiniert Holzbauweise mit effizienter Abwärmenutzung
- Bürgermeister sieht im Spatenstich ein wichtiges Signal für die Zukunft Dorfens
Mit dem ersten symbolischen Spatenstich hat HOCHTIEF heute den Bau eines neuen YEXIO-Rechenzentrums in Dorfen gestartet. Auf einem rund 7.500 Quadratmeter großen Areal im Gewerbegebiet Südwest entsteht ein dezentraler Knotenpunkt (Edge-Rechenzentrum), der den Landkreis Erding künftig direkt mit Rechenleistung versorgt. Das Vorhaben ist Teil einer überregionalen Wachstumsstrategie: HOCHTIEF PPP Solutions plant ein Netzwerk von 25 dezentralen Standorten mit Schwerpunkt Europa. Damit soll eine flächendeckende Versorgung für die Industrie und die öffentliche Hand sichergestellt werden. Die Inbetriebnahme in Dorfen ist für das dritte Quartal 2027 geplant.
In einer Zeit, in der Datenkontrolle und Ausfallsicherheit für Unternehmen und die öffentliche Hand kritisch sind, gewinnen dezentrale Strukturen an Bedeutung. Infrastrukturprojekte dieser Art verarbeiten die Daten dort, wo sie entstehen – abseits der großen Metropolen, die üblicherweise Rechenzentren beheimaten. Dies reduziert Latenzzeiten (Verzögerungen bei der Datenübertragung) und entlastet nationale Datennetze. Realisiert wird der Dorfener Bau durch die HOCHTIEF Data Center Partner GmbH im Auftrag der Projektgesellschaft YEXIO Dorfen GmbH & Co. KG. Als Investoren fungieren Palladio Partners und HOCHTIEF PPP Solutions.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Mit dem heutigen Spatenstich setzen wir in Dorfen ein starkes Zeichen für Bayerns digitale Zukunft. Wir bringen Hightech bewusst in den ländlichen Raum und verbinden digitale Infrastruktur mit konkretem Nutzen für die Menschen vor Ort – etwa durch die Einspeisung der Abwärme ins Fernwärmenetz. So stärken wir Datensouveränität, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung gleichermaßen.“
Verantwortung über den gesamten Zeitraum
HOCHTIEF begleitet das Projekt über alle Phasen hinweg – von der ersten Planung bis zum jahrzehntelangen Betrieb. „Digitale Infrastruktur muss wirtschaftlich und ökologisch dauerhaft funktionieren“, sagt Bernd Holtwick, Geschäftsleitung von HOCHTIEF PPP Solutions. „Unser Modell bündelt Finanzierung, Bau und Betrieb zu einer zuverlässigen Lösung aus einer Hand. Das bietet Kommunen die nötige Planungssicherheit und ermöglicht durch die konsequente Sektorkopplung ein effektives Konzept, das der lokalen Energiebilanz direkt zugutekommt.“ Als Hauptnutzer des Dorfener Rechenzentrums wird Yorizon nachhaltige Cloud-Computing- und Green-IT-Services anbieten. Die Zielgruppen reichen von Software- und Plattformanbietern über mittelständische und große Unternehmen bis hin zur öffentlichen Hand.
Technik und Ökologie im Verbund
Um diesen ökologischen Anspruch baulich umzusetzen, setzt das YEXIO-Konzept auf eine Kombination mehrerer technischer Lösungen: Das Rechenzentrum wird in Massivholzbauweise errichtet, was im Vergleich zu herkömmlichen Betonbauten rund 600 Tonnen CO2 einspart. Eine direkte Wasserkühlung ermöglicht zudem den effizienten Betrieb moderner Server, die speziell für KI-Anwendungen benötigt werden. Die installierte IT-Leistung liegt zunächst bei zwei Megawatt (MW) und kann bei steigendem Bedarf auf vier Megawatt verdoppelt werden. Eine begrünte Fassade ergänzt das Konzept und soll das Mikroklima vor Ort fördern.
Nutzen für die kommunale Wärmeplanung Die im Betrieb entstehende Abwärme wird als thermische Energie direkt in die Wärmeplanung der Stadt Dorfen integriert. Als künftiger Lieferant für das Fernwärmenetz unterstützt das Rechenzentrum so die Dekarbonisierung der städtischen Versorgung. Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner betont: „Durch die Einspeisung der Abwärme profitieren Umwelt und Verbraucher gleichermaßen von diesem Beitrag zur lokalen Energiewende.“
Bürgermeister Heinz Grundner sieht im Spatenstich ein wichtiges Signal: „Für Dorfen ist dieses Rechenzentrum ein Gewinn. Wir schaffen hier die Basis für moderne Arbeitsplätze und digitale Dienstleistungen vor Ort. Besonders wichtig ist uns die Sektorkopplung – also die Verknüpfung von Daten- und Energiewelt. Dass die Abwärme der Server für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden kann, macht das Projekt zu einem Vorbild für eine intelligente Stadtentwicklung.“
Starker Finanzpartner für die Infrastruktur Palladio Partners unterstützt das Dorfener Vorhaben sowie 24 weitere geplante Rechenzentren in Europa, von denen 15 in Deutschland gebaut werden sollen. Die Investmentboutique investiert bereits seit 2019 gezielt in kommunale Digitalisierungsprojekte und setzt dabei langfristiges Kapital deutscher institutioneller Anleger ein. Mit mehr als 10 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen zählt das Unternehmen zu den führenden Akteuren im Bereich der Infrastruktur-Investments.
Stephan Küßner, Managing Director bei Palladio Partners, betont die strategische Relevanz: „Leistungsfähige und nachhaltig konzipierte Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung in Deutschland. Das Projekt in Dorfen zeigt exemplarisch, wie moderne Infrastruktur heute gedacht werden muss: dezentral, effizient und vernetzt.“
