Großabschlüsse sorgen für Umsatzplus am Münchner Büromarkt
Industrie und IT-Branche dominieren Marktgeschehen
Mehrere großvolumige Vertragsabschlüsse haben für einen dynamischen Jahresauftakt am Münchner Büromarkt gesorgt. Das Vermietungsvolumen summiert sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 164.900 m². Das Ergebnis aus dem Vorjahresquartal sowie der Fünfjahresschnitt wurden damit um jeweils 17 Prozent übertroffen und der Zehnjahresschnitt (176.250 m²) nur knapp verfehlt.
Verantwortlich für die positive Entwicklung ist die Zunahme mittelgroßer Abschlüsse bis 5.000 m² sowie mehrerer Vermietungen oberhalb von 10.000 m². Zwei Deals übertrafen dabei die 20.000-m²-Marke: Die Softwarefirma JetBrains hat einen Mietvertrag über 21.5000 m² im Eisbachviertel im Tucherpark unterzeichnet und E.ON hat sich 21.300 m² „An den Brücken 2“ an der Landsberger Straße 84-90 gesichert.
„Das Vermietungsergebnis wurde von gleich mehreren Großabschlüssen getragen. Das zeigt, dass München als Bürostandort gefragt ist und auch überregional das Interesse auf sich zieht“, unterstreicht Fritz Maier-Hartmann, Senior Team Leader Office Leasing und Niederlassungsleiter JLL München. Die Unternehmen seien bereit, von peripheren in zentralere Lagen umzuziehen und für ihre neuen Büros höhere Mieten zu zahlen. Die Spitzenmiete liegt aktuell bei 60 Euro/m². „In der jüngeren Vergangenheit wurden bei einigen Abschlüssen auch Mieten deutlich darüber registriert. Wir gehen daher von einem weiteren Anstieg der Spitzenmiete bis Ende dieses Jahres auf 62 Euro/m² aus.“
Insbesondere der Industriesektor sorgt in München zurzeit für einen hohen Flächenumsatz. Im ersten Quartal entfiel knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes auf diese Branche. EDV-Unternehmen trugen circa ein Viertel zum Vermietungsergebnis bei. Die gefragtesten Teilmärkte sind in der bayerischen Landeshauptstadt die Innenstadt mit einem Anteil von 25 Prozent, das Westend (15 Prozent) und der Süden (zwölf Prozent).
Maier-Hartmann rechnet mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung im weiteren Jahresverlauf. So befänden sich weitere Großgesuche ab 10.000 m² im Markt. Allerdings würden die aktuellen geopolitischen und konjunkturellen Entwicklungen zu einer gewissen Verlangsamung der Entscheidungsprozesse führen. Daher senkt Maier-Hartmann die Umsatzprognose von Beginn dieses Jahres in Höhe von 680.000 m² auf nunmehr 640.000 m².
Der Leerstand dürfte von aktuell 8,9 Prozent bis Ende 2026 auf 9,2 Prozent wachsen und die Fertigstellungen im Gesamtjahr rund 186.000 m² betragen (Vorjahr: 296.000 m²).

