Wohnen

2028 – for many to late? Entscheidend ist, dass wir wieder ins Bauen kommen

Frankfurt am Main, 04.10.2026
Peter Matteo


Von Peter Matteo, geschäftsführender Gesellschafter der Groß & Partner Gruppe

Die Stimmung in der Immobilienwirtschaft hat sich verändert. Wir sehen wieder mehr Interesse, mehr Gespräche und auch mehr Bereitschaft, sich mit neuen Projekten zu beschäftigen. Aber zwischen Interesse und Investitionsentscheidung und zwischen Investitionsentscheidung und einem tatsächlich gebauten Projekt liegen in Deutschland noch immer zu viele Hürden.

Deshalb würde ich die Frage „2028 – for many too late?“ etwas anders stellen: Was müssen wir heute tun, damit 2028 überhaupt wieder ausreichend gebaut wird?

Denn wir haben längst nicht nur ein Finanzierungs oder Genehmigungsproblem. Wir haben ein Umsetzungsproblem. Planung, Baurecht, Vergabe, Finanzierung, Materialversorgung, Baustellenlogistik und die Koordination zahlreicher Beteiligter müssen ineinandergreifen. An jeder dieser Schnittstellen können Monate verloren gehen. Wer schneller bauen will, muss deshalb den gesamten Prozess betrachten. 

Das gilt für den Wohnungsbau und für Hochhäuser genauso wie für die Infrastruktur, die unser Wirtschaftsstandort in den kommenden Jahren dringend benötigt. Rechenzentren, Industrie und Produktionsstandorte, Energieinfrastruktur oder KRITIS stellen hohe Anforderungen an Planung, Engineering, Logistik und Ausführung. Investitionen allein schaffen noch keine Infrastruktur. Man muss sie auch bauen können.

Wir haben in der Groß & Partner Gruppe deshalb in den vergangenen Jahren ganz bewusst eigene Kompetenzen aufgebaut und gebündelt. Von der Baurechtschaffung und Projektberatung über Projektmanagement, Projektsteuerung und Projektcontrolling bis zur baulichen Umsetzung. Mit GP Con und GP Log verfügen wir darüber hinaus über eigene Bau und Logistikkompetenz. Das macht uns unabhängiger von einzelnen Schnittstellen und ermöglicht es uns, komplexe Projekte ganzheitlicher zu steuern. pasted

Für die EXPO REAL 2026 wünsche ich mir deshalb weniger Diskussion darüber, wann der Markt endlich wieder so wird wie früher. Er wird nicht mehr so wie früher. Finanzierung, Regulierung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und geopolitische Anforderungen haben sich verändert.

Interessanter ist die Frage: Wie bauen wir unter diesen neuen Bedingungen wieder schneller, verlässlicher und wirtschaftlicher?

Wenn die EXPO REAL dazu beiträgt, Kapital, Bauherren, Projektentwickler, Politik und diejenigen, die Projekte tatsächlich umsetzen, enger zusammenzubringen, wäre das für mich ein wichtiges Signal.

2028 ist nicht zwangsläufig zu spät. Aber wir dürfen nicht bis 2028 warten, um die Voraussetzungen fürs Bauen zu schaffen.