Deutscher Investmentmarkt für Wohnimmobilien: Wachsende Verkaufsbereitschaft im Rahmen von Portfoliobereinigungen
Von Januar bis Ende September 2026 belief sich das Transaktionsvolumen mit Wohnimmobilien laut Savills auf rund 5,8 Mrd. Euro*. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging das Transaktionsvolumen um 5 % zurück. Savills hat rund 170 Transaktionen registriert, was einem Anstieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Spitzenrendite stieg um 10 Basispunkte an und lag zum Ende des 3.Quartals bei 3,7 %. Es war der erste Anstieg der Spitzenrendite seit drei Jahren.
Marco Högl, Director und Head of Residential Capital Markets bei Savills in Deutschland, kommentiert das Marktgeschehen wie folgt: „Wohnen blieb auch im dritten Quartal die volumenstärkste Nutzungsart am deutschen Immobilieninvestmentmarkt. Allerdings lagen sowohl die Zahl der Transaktionen als auch das Transaktionsvolumen unter den Werten der Vorquartale. Die kurzfristig nochmals gestiegenen Zinsen und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten belasten zwar die Stimmung am Markt, einen spürbaren Schock auf Käufer- oder Verkäuferseite konnten wir bislang jedoch nicht beobachten. Laufende Transaktionen wurden überwiegend fortgeführt und auch die Nachfrage der Investoren zeigt sich bislang stabil. Insbesondere im kleineren und mittleren Marktsegment sind weiterhin zahlreiche Bieter aktiv. Gleichzeitig nimmt das Angebot tendenziell zu. Dabei handelt es sich häufig um Portfoliobereinigungen, bei denen Eigentümer gezielt solche Bestände veräußern, die aktuell die besten Vermarktungschancen bieten und zur Generierung von Liquidität beitragen können. Viele Eigentümer haben inzwischen erkannt, dass kurzfristig nicht mit sinkenden Zinsen zu rechnen ist, und zeigen sich zunehmend bereit, notwendige Preisanpassungen vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund könnte sich die Marktaktivität in den kommenden Quartalen erhöhen. Entscheidend wird jedoch sein, ob die Nachfrageseite das wachsende Angebot absorbieren kann. Sollte sich ein deutlicher Angebotsüberhang herausbilden, könnten die Kapitalwerte nach einer längeren Phase der Stabilität unter Druck geraten. Hinzu kommt, dass viele Investoren mittlerweile konservativere Mietsteigerungen kalkulieren als in den letzten Jahren – dies hat bisher einen wichtigen Beitrag zur Wertstabilisierung geleistet.“
* Nur Transaktionen mit mindestens 20 Wohneinheiten.
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