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VALUE-Marktdaten: Immobilienmarkt entwickelt sich regional immer unterschiedlicher

05.10.2026

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt entwickelt sich zunehmend uneinheitlich. Während sich die Kaufpreise im dritten Quartal 2026 bundesweit kaum bewegen, steigen die Angebotsmieten weiter. Zugleich unterscheiden sich die Entwicklungen regional und nach Immobiliensegment deutlich. Das zeigen die aktuellen Marktdaten der VALUE AG.

Deutschlandweit sank der Medianpreis für Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorquartal leicht um 0,2 Prozent auf 3.548 Euro pro Quadratmeter. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Preise um 0,4 Prozent auf 392.950 Euro. Die Angebotsmieten legten dagegen um 0,8 Prozent auf 10,00 Euro pro Quadratmeter zu. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich Mietwohnungen damit um 4,0 Prozent, Eigentumswohnungen um 1,4 Prozent und Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,1 Prozent.

„Den einen deutschen Immobilienmarkt gibt es immer weniger. Während sich die Kaufpreise bundesweit aktuell weitgehend seitwärts bewegen, sehen wir regional und zwischen den einzelnen Segmenten erhebliche Unterschiede. Gleichzeitig steigen die Mieten vielerorts weiter. Für die Einschätzung eines konkreten Objekts werden deshalb Mikrolage, energetischer Standard, Zustand und die regionale Marktsituation immer wichtiger“, sagt Sebastian Hein, Director Marktdaten der VALUE AG.

Besonders deutlich zeigt sich die Spreizung bei der regionalen Betrachtung. In 19 Kreisen lagen die Preise für Einfamilienhäuser im dritten Quartal mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau; im Vorquartal waren es erst zehn Kreise. Gleichzeitig verzeichneten einzelne Regionen weiterhin deutliche Preissteigerungen.

Auch zwischen den großen Städten bestehen erhebliche Unterschiede: Während die Preise für Eigentumswohnungen in Hamburg im Jahresvergleich um 5,4 Prozent stiegen, gingen sie beispielsweise in Berlin um 2,1 Prozent zurück. Die Angebotsmieten stiegen dagegen in allen sieben Metropolen gegenüber dem Vorquartal.

„Wenn Mieten über einen längeren Zeitraum steigen, während sich Kaufpreise kaum bewegen, verändert sich auch die wirtschaftliche Abwägung zwischen Mieten und Kaufen. Für viele Haushalte kann der Erwerb von Wohneigentum dadurch wieder interessanter werden. Entscheidend ist allerdings, dass Banken und Makler die individuelle Finanzierungssituation und den jeweiligen regionalen Markt gemeinsam betrachten. Genau dafür brauchen wir durchgängige Prozesse und belastbare Daten entlang der gesamten Kundenreise“, sagt Guido Hannowsky, Direktor Immobilien der FINMAS GmbH.

Für Banken, Sparkassen und ihre Immobilienmakler erhöht diese Entwicklung die Anforderungen an Beratung, Datenverfügbarkeit und Kundensteuerung. Statt standardisierter Einzelprozesse gewinnen durchgängige Strukturen an Bedeutung, in denen Immobilienvermittlung, Finanzierung und weitere immobilienbezogene Leistungen miteinander verzahnt werden. Mit rudi steht Sparkassen dafür ein Ansatz zur Verfügung, der die unterschiedlichen Stationen der Immobilien-Kundenreise miteinander verbindet.

Die VALUE AG erwartet auch für den weiteren Jahresverlauf eine weitgehend seitwärts gerichtete Entwicklung der Kaufpreise. Bundesweit dürften die Mieten dagegen weiter um drei bis vier Prozent steigen. Für 2027 rechnen die Marktexperten mit einer noch stärkeren Differenzierung nach Lage, energetischer Qualität und Objektart.