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Weniger Fläche, mehr Wirkung: Office Report 2026/2027 zeigt, wann New Work wirklich funktioniert

Neue Daten von pro m², teamgnesda, Bertram ZT und Neudoerfler zeigen: Moderne Arbeitswelten steigern Flächeneffizienz und Qualität der Zusammenarbeit

02.11.2026
Jonas Kubon und Jan Oelze, Geschäftsführer pro m² © A. Endermann

Weniger Fläche pro Mitarbeitenden und gleichzeitig mehr Qualität im Büro: Der neue Office Report 2026 zeigt, dass moderne Arbeitswelten weit mehr bewirken können als eine Reduzierung von Schreibtischen. Organisationen mit einem hohen New Work Score kommen mit deutlich weniger Bürofläche aus und weisen zugleich bessere Werte bei Begegnungsqualität, kulturellem Zusammenhalt und Produktivität auf. Gleichzeitig sind die vorhandenen Arbeitsplätze im Durchschnitt nur zu 62 Prozent belegt. Damit bleibt die Frage, wie viel Bürofläche Unternehmen tatsächlich benötigen, auch 2026 ein zentraler Hebel für eine wirtschaftliche Immobilienstrategie.

Der Office Report wurde zum sechsten Mal erhoben und basiert auf Daten von 164 Organisationen mit rund 225.300 Mitarbeitenden, 186.000 Arbeitsplätzen und 5,48 Millionen Quadratmetern Bürofläche. Damit ist die Datengrundlage gegenüber dem Vorjahr erneut gewachsen. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe steht neben der Flächennutzung erstmals verstärkt die Frage, wie weit New Work in Unternehmen tatsächlich umgesetzt wird und in welchem Zusammenhang dies mit Flächenverbrauch, Zusammenarbeit und Produktivität steht.

„Die Diskussion über New Work wird häufig noch über Homeoffice-Tage oder Desk Sharing geführt. Entscheidend ist aber, wie gut Fläche, Arbeitsweise und Unternehmenskultur zusammenspielen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Unternehmen mit modernen Arbeitsplatzkonzepten ihre Flächen deutlich effizienter nutzen können und gleichzeitig bessere Voraussetzungen für Zusammenarbeit schaffen“, sagt Jonas Kubon, geschäftsführender Gesellschafter von pro m².

New Work wird messbar

Mit dem New Work Score untersucht der Report, wie stark moderne Arbeitsweisen in einer Organisation verankert sind. Berücksichtigt werden unter anderem tätigkeitsbasiertes Arbeiten, Desk Sharing, Homeoffice, Flächenverbrauch, die Akzeptanz neuer Arbeitsmodelle sowie der Umgang von Führungskräften und Mitarbeitenden mit diesen Veränderungen. Im Durchschnitt erreichen die untersuchten Organisationen einen New Work Score von 45 Prozent. Die Spannweite reicht von fünf bis 90 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang beim Flächenbedarf: Organisationen mit einem hohen New Work Score benötigen im Durchschnitt 13,2 Quadratmeter pro Mitarbeitenden. Bei Organisationen mit niedrigem Score sind es 36,6 Quadratmeter. Gleichzeitig weisen Organisationen mit hohem New Work Score unter anderem eine höhere Begegnungsqualität und einen stärkeren kulturellen Zusammenhalt auf. Der Report zeigt damit: Flächeneffizienz und Qualität der Arbeitswelt müssen kein Widerspruch sein.

Arbeitsplätze sind im Durchschnitt zu 62 Prozent belegt

Auch die tatsächliche Anwesenheit macht den Handlungsbedarf sichtbar. Im Durchschnitt sind 62 Prozent der Arbeitsplätze belegt. An Tagen mit der höchsten Präsenz steigt die Belegung auf 78 Prozent, an schwachen Tagen fällt sie auf lediglich 34 Prozent. Homeoffice gehört inzwischen fest zum Arbeitsalltag: Im Durchschnitt arbeiten Beschäftigte 2,4 Tage pro Woche mobil. Bei 54 Prozent der untersuchten Organisationen hat sich die Präsenz in den vergangenen zwei Jahren nicht verändert.

Entgegen der medial häufig vermittelten Einschätzung ist die Rückkehr ins Büro in der Praxis noch keineswegs umfassend abgeschlossen. Die Daten zeigen lediglich einen ersten Trend.

Gleichzeitig liegt der durchschnittliche Flächenverbrauch 2026 bei 18,3 Quadratmetern pro Mitarbeitenden. Die zehn Organisationen mit dem geringsten Flächenverbrauch kommen im Durchschnitt mit nur 7,35 Quadratmetern pro Mitarbeitenden aus. 48 Prozent der teilnehmenden Unternehmen sehen nach eigener Einschätzung weiteres Potenzial, Flächen freizusetzen.

„Die Durchschnittsauslastung allein reicht für eine Immobilienentscheidung nicht aus. Entscheidend sind die tatsächlichen Nutzungsspitzen und die Frage, welche Flächen zu welchem Zeitpunkt wirklich gebraucht werden. Wer diese Daten kennt, kann seinen Bedarf präziser bestimmen und Fläche dort einsetzen, wo sie einen echten Mehrwert für die Organisation schafft“, sagt Jan Oelze, geschäftsführender Gesellschafter von pro m².

Fläche wird zur strategischen Ressource

Welche Dimension dieses Potenzial hat, zeigt die Hochrechnung des Office Reports für Deutschland: Bundesweit könnten rechnerisch 194 Millionen Quadratmeter Bürofläche eingespart oder für andere Nutzungen freigesetzt werden.  Für Unternehmen bedeutet eine bedarfsgerechte Flächenplanung damit weit mehr als eine reine Kostenfrage. Frei werdende Budgets können genutzt werden, um verbleibende Flächen gezielt aufzuwerten und stärker auf Fokus, Zusammenarbeit und Begegnung auszurichten.

Der Trend zur Flächenreduktion und zur Anpassung an den tatsächlichen Bedarf ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Viele Unternehmen befinden sich mitten in diesem Veränderungsprozess, andere stehen erst am Anfang. Der Office Report macht zugleich deutlich, dass pauschale Flächenquoten zu kurz greifen. Remote-Policy, Activity-based Working, Sharing-Konzepte, Anwesenheitsmuster und die Entwicklung der Organisation müssen gemeinsam betrachtet werden. Erst daraus lässt sich der tatsächliche Flächenbedarf ableiten.

Der Office Report 2026 versteht sich damit als Orientierung für Unternehmen, die ihre Büroimmobilien wirtschaftlicher nutzen und ihre Arbeitswelten an veränderte Anforderungen anpassen wollen.