Betreiberqualität entscheidet über nachhaltigen Erfolg einer Hotelimmobilie
14. Investment Barometer von Union Investment und HospitalityInside
Die Qualität des Hotelbetreibers gilt mehr denn je als entscheidender Faktor für den nachhaltigen Erfolg einer Hotelimmobilie. Zu diesem Ergebnis kommen das Fachmagazin HospitalityInside und der Immobilienmanager Union Investment in ihrer gemeinsamen Herbst-Umfrage unter europäischen Hotelexperten.
55 Prozent der Befragten messen dem Betreiber eine entscheidende Bedeutung für die Qualität und Rendite des Objekts bei. Weitere 45 Prozent halten die Betreiberwahl zwar ebenfalls für wichtig, sehen jedoch den Standort als den wichtigeren Einflussfaktor.
„Ein leistungsfähiger Betreiber kann nicht nur die operative Qualität sichern, sondern auch wesentlich zur Stabilität der Erträge und damit zur langfristigen Wertentwicklung beitragen. Die Betreiberwahl sollte deshalb stets im Zusammenspiel mit Standort, Objektqualität und Marktpositionierung bewertet werden“, sagt Andreas Löcher, Leiter Investment Operational bei Union Investment.
Beim Investitionspotenzial von Hotels in kleineren Märkten zeigt sich in der Umfrage ein differenziertes Bild: 65 Prozent der Branchenexperten bewerten das Potenzial als mittelgroß – mit attraktiven Chancen, aber auch mit spezifischen Risiken behaftet. 17 Prozent sehen ein sehr hohes Investitionspotenzial in kleineren Märkten, insbesondere aufgrund geringerer Konkurrenz und einer wachsenden Nachfrage. 10 Prozent beurteilen die Perspektiven hingegen als gering, da sie Großstädte als Investitionsstandorte bevorzugen.
„Kleinere Hotelmärkte sind kein Selbstläufer. Ausgewählte Standorte bieten aber bei genauer Prüfung durchaus attraktive Chancen. Entscheidend sind eine belastbare Nachfragebasis, eine realistische Einschätzung des Wettbewerbsumfelds und ein Betriebskonzept, das zum jeweiligen Markt passt. Dass die Mehrheit der Experten die Perspektiven als mittel und damit chancenreich, aber auch als risikobehaftet einschätzt, spiegelt die notwendige differenzierte Betrachtung solcher Standorte wider“, so Andreas Löcher.
Wie die Umfrage zeigt, hat sich die Stimmung in der Hotellerie im Herbst 2026 abgekühlt. Alle vier Teilindizes sinken gegenüber dem Vorjahr, der Gesamtindex fällt um 270 Punkte (−8 %) auf 2.948. Am stärksten geben die Erwartungen für die nächsten sechs Monate und die Stimmung zur Umsatzentwicklung der Hotels nach. Der Development Index verliert weniger und liegt weiter über den Werten von 2022 bis 2024. Die Teilnehmer nennen als Gründe steigende Kosten, Margendruck, teurere Finanzierung, geopolitische Unsicherheit und instabile Nachfrage.
