Bezahlbarer Wohnraum im Fokus: NHW baut 152 neue Mietwohnungen im Fuldaer „Waidesgrund“
Mit der Grundsteinlegung am 22. Juni hat die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) gemeinsam mit der Stadt Fulda und dem Land Hessen ein klares Signal für bezahlbaren Wohnraum in Osthessen gesetzt. Im Baugebiet „Waidesgrund“ entstehen 152 moderne Mietwohnungen, davon 70 öffentlich gefördert. Das entspricht einer Förderquote von 46 Prozent. Voraussichtlich bis spätestens Mitte 2028 können die ersten Mieterinnen und Mieter einziehen. Die planerische Betreuung des Projekts hat das Architekturbüro „Baufrösche, Architekten und Stadtplaner GmbH“ übernommen, die Ausschreibung und Bauleitung liegt beim Fuldaer Büro „STAUBACH + PARTNER Architekten Generalplaner PartGmbB“.
Das Land Hessen und die Stadt Fulda unterstützen das Projekt mit rund zwölf Millionen Euro. Das Land stellt aus der Sozialen Mietwohnraumförderung knapp neun Millionen Euro in Aussicht, die Stadt steuert einen Zuschuss von rund drei Millionen Euro bei. Mit diesen Mitteln realisiert die NHW 27 Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen und 43 Wohnungen für Haushalte mit mittlerem Einkommen.
Hohe Wohnqualität und soziale Mischung
Die Wohnungen verteilen sich auf zwei Baufelder und ein breites Spektrum an Wohnungsgrößen – von kompakten 1‑Zimmer‑Apartments bis hin zu familienfreundlichen 4‑Zimmer‑Wohnungen sowie Doppelhaushälften. Alle Wohnungen verfügen über Loggien oder Balkone in den oberen Geschossen bzw. Terrassen im Erdgeschoss. Über 40 Prozent der Wohnungen werden barrierefrei ausgeführt. NHW‑Geschäftsführer Dr. Constantin Westphal betonte bei der Grundsteinlegung: „Mit dem Waidesgrund kehren wir als landeseigenes Wohnungsunternehmen ganz bewusst nach Osthessen zurück – in eine Region, in der wir bereits seit vielen Jahren präsent sind, auch in Fulda. Dass wir hier neu bauen können, freut mich ganz besonders. Gemeinsam mit Stadt und Land schaffen wir an einem zentralen Standort dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und verbinden das mit einem hohen Anspruch an Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität. Die umfangreichen Fördermittel sind der Schlüssel, damit wir Mieten anbieten können, die für breite Schichten der Bevölkerung tragbar sind.“
Wichtiger Baustein für die Stadtentwicklung Fuldas
Das Wohngebiet „Waidesgrund“ entsteht in unmittelbarer Nähe zum ICE-Bahnhof, zur Ochsenwiese und zum Grüngürtel an der Waides auf dem Areal einer früheren Kleingartenanlage. Insgesamt werden im Quartier rund 500 Wohnungen realisiert, die NHW trägt mit ihren 152 Einheiten einen wesentlichen Teil dazu bei. Eine besondere Symbolik hat die Adresse des neuen Quartiers: Die zentrale Erschließungsstraße wird „Dr.-Walter-Lübcke-Straße“ heißen. Damit erinnert die Stadt Fulda an den ehemaligen Regierungspräsidenten von Kassel, der am 2. Juni 2019 aus politisch motiviertem Hass ermordet wurde. Der Magistrat der Stadt Fulda setzt mit diesem einstimmigen Beschluss ein Zeichen gegen politisch motivierten Terrorismus und für eine wehrhafte Demokratie. Zugleich ist die Benennung eine posthume Ehrung für Lübcke, der in Fulda studiert hat und den Menschen, der Stadt und auch der NHW als Mitglied ihres Aufsichtsrats eng verbunden war.
„Der Waidesgrund ist für Fulda weit mehr als ein weiteres Baugebiet“, ergänzte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. „Hier entsteht in fußläufiger Nähe zur Innenstadt und zum ICE-Bahnhof ein modernes, gemischt strukturiertes Quartier, das unsere Stadtentwicklung langfristig prägen wird. Besonders wichtig ist mir, dass ein erheblicher Anteil der Wohnungen dauerhaft gefördert und damit für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen bezahlbar bleibt. Gleichzeitig schaffen wir mit der NHW ein attraktives, grünes Wohnumfeld mit kurzen Wegen, das sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist. Das passt zu unserem Ziel, Fulda als lebenswerte, sozial ausgewogene und klimafreundliche Stadt weiterzuentwickeln.“
Nachhaltige Energie- und Mobilitätskonzepte
Das Neubauprojekt wird als KfW‑Effizienzhaus‑55 realisiert und über das städtische Fernwärmenetz der RhönEnergie mit Wärme versorgt. Auf den Dächern sind Photovoltaikanlagen vorgesehen, die zur Reduktion des CO₂‑Ausstoßes beitragen und von der NHW-Tochter MET Medien Energie Technik GmbH betrieben werden. Das Mobilitätskonzept folgt den Vorgaben der Stellplatzsatzung und setzt zugleich auf ein starkes Angebot für den Radverkehr. Neben zwei Tiefgaragen mit 60 Stellplätzen sowie acht Stellplätzen im Außenbereich wird es 46 Fahrradbügel vor den Hauseingängen geben, dazu 206 Fahrradstellplätze im Keller sowie die Möglichkeit zur Ausstattung einzelner Stellplätze mit E‑Ladetechnik. Damit wird der Mix aus motorisiertem Individualverkehr, Fahrradnutzung und ÖPNV gezielt gefördert.
Quartiersergänzende Nutzungen und Freiräume
Das Projekt umfasst drei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Eine Fläche ist für die Eigennutzung durch das NHW‑Servicecenter Fulda vorgesehen, die weiteren Einheiten sollen vorzugsweise an soziale Träger vermietet werden, um das Angebot sinnvoll zu ergänzen und Anlaufstellen im direkten Umfeld zu schaffen.
In beiden Baufeldern umschließen die Gebäude hufeisenförmig eine große Grünanlage mit vielen Bäumen und öffnen sich zum namensgebenden Bach – der Waides – und ihrem kleinen Naherholungsgebiet. Mulden zur Wasserrückhaltung tragen zur Schaffung eines angenehmen Mikroklimas bei, während eine vielfältige Bepflanzung die Biodiversität fördert. Die Stadt Fulda legt im gesamten „Waidesgrund“ besonderen Wert auf eine nachhaltige Gestaltung der Außenanlagen sowie ein angenehmes Mikroklima – unter anderem durch hochwertige Begrünung, Aufenthaltsbereiche und eine ansprechende Gestaltung der Freiflächen. Im weiteren Umfeld des Baugebiets ist die Integration einer Kindertagesstätte vorgesehen, sodass Familien von kurzen Wegen profitieren.
