LBBW stabil auf Kurs
Gewinn vor Steuern leicht über Vorjahr Erträge auf sehr gutem Vorjahresniveau – Kosten rückläufig Risikovorsorge weiterhin auf niedrigem Niveau Ausblick bestätigt: Vorsteuerergebnis auch 2026 wieder über 1,1 Milliarden Euro
Die LBBW hat ihre positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt und ihre Ertragskraft unter Beweis gestellt. Trotz anhaltender Konjunkturschwäche in Deutschland, geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Märkte erzielte die Bank mit 708 Millionen Euro vor Steuern erneut ein starkes Ergebnis und bestätigte damit das hohe Niveau des Vorjahres (705 Millionen Euro).
CEO Rainer Neske: „Unser Halbjahresergebnis zeigt: Die LBBW ist leistungsstark, kundennah und widerstandsfähig. Wir nutzen die Stärke unseres Geschäftsmodells und bauen auf die Leistungsfähigkeit unseres gesamten Teams. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit unterstützen wir unsere Kunden verlässlich – mit umfassender Expertise, finanzieller Stärke und dem vielfältigen Lösungsangebot einer Universalbank.“
Das ausgewogene Geschäftsmodell der LBBW mit ihren vier starken Kundensegmenten bildet eine breite und stabile Ergebnisbasis: Alle vier Kundensegmente erreichten bereits zur Jahresmitte jeweils einen dreistelligen Millionengewinn. Damit unterstreicht die LBBW ihre Fähigkeit, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen nachhaltig gute Ergebnisse zu erzielen.
Dies spiegelt sich auch in zentralen Leistungsindikatoren wider. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich dank stabiler Erträge bei rückläufigen Kosten auf 60,4 Prozent (1. Halbjahr 2025: 61,8 Prozent). Die Eigenkapitalrendite lag mit 8,3 Prozent geringfügig niedriger als im Vorjahr (8,6 Prozent). Weiterhin äußerst solide ist auch die Kapitalausstattung: Die harte Kernkapitalquote (CRR III) liegt mit 16,1 Prozent deutlich über den regulatorischen Anforderungen und bietet damit Spielraum für weiteres Wachstum. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 479 Millionen Euro nach 477 Millionen Euro im Vorjahr.
Robuste Erträge – Kosten sinken
Die Erträge erreichten dank eines robusten Kundengeschäfts mit 2,09 Milliarden Euro nahezu das Niveau des Vorjahres (2,12 Milliarden Euro). Erfreulich entwickelten sich beispielsweise Infrastrukturfinanzierungen, das Anlagegeschäft sowie die Einlagenerlöse. Gleichzeitig waren die Investitionszurückhaltung weiter Teile der deutschen Wirtschaft im Unternehmenskundengeschäft und die weiterhin schwachen Immobilienmärkte spürbar.
Die Aufwendungen verringerten sich trotz anhaltend hoher Investitionen in IT, etwa für Cyber-Sicherheit und KI-Fähigkeit, sowie den Ausbau des internationalen Geschäfts um 4 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren unter anderem der Wegfall der Integrationskosten der Berlin Hyp und geringere Abgaben für die Sicherungssysteme der S-Finanzgruppe.
Risikovorsorge spiegelt Konjunkturentwicklung wider
Die schwache Konjunkturentwicklung spiegelt sich erwartungsgemäß in einem moderaten Anstieg der Risikovorsorge auf 121 Millionen Euro (1. Halbjahr 2025: 107 Millionen Euro) vor allem für einzelne Engagements im Immobiliengeschäft und bei Unternehmen wider. Im Vorjahr hatten allerdings größere Auflösungen von nicht mehr benötigter Vorsorge für Unternehmenskunden die Risikovorsorge positiv beeinflusst. Insgesamt machen die Risikokosten 15 Basispunkte des Kreditbuchs aus und liegen damit im Branchenvergleich weiter auf einem niedrigen Niveau. Die darüber hinaus bestehende zusätzliche Vorsorge in Form von sogenannten „Model Adjustments“ ging leicht zurück, liegt mit nahezu 800 Millionen Euro aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die Portfolioqualität ist weiterhin gut; dies zeigt sich auch an der niedrigen Ausfallquote von 0,9 Prozent.
Solide Entwicklung der vier operativen Kundensegmente
Das Segment Unternehmenskunden erreichte einen Gewinn vor Steuern von 312 Millionen Euro (Vorjahr: 360 Millionen Euro). Der leichte Rückgang geht unter anderem auf die Risikovorsorge zurück, die mit 39 Millionen Euro aber weiterhin unauffällig ist. Die Erträge lagen trotz einer verhaltenen Kreditnachfrage nahezu auf Vorjahresniveau. Erfreulich entwickelten sich neben dem Einlagengeschäft beispielsweise Leasing und Factoring sowie der Zahlungsverkehr.
Im Segment Immobilien/Infrastrukturfinanzierung lag das Ergebnis vor Steuern bei 171 Millionen Euro (Vorjahr: 190 Millionen Euro). Der leichte Rückgang der Erträge spiegelt das schwierige Umfeld an den Immobilienmärkten wider. Das Neugeschäft in der gewerblichen Immobilienfinanzierung, die bei der Berlin Hyp gebündelt ist, lag mit rund 7 Milliarden Euro weiterhin auf einem guten Niveau. Das Wachstumsfeld Infrastrukturfinanzierung verzeichnete bei einem Neugeschäft von 2,8 Milliarden Euro einen leichten Ertragszuwachs. Schwerpunkte waren Erneuerbare Energien und der Ausbau der digitalen Infrastruktur.
Die Risikovorsorge des Segments lag bei 74 Millionen Euro und damit niedriger als im Vorjahr (96 Millionen Euro). Auch die Kosten waren im Wesentlichen wegen des Wegfalls von Integrationskosten der Berlin Hyp und der Realisierung erster Effizienzen aus der Integration rückläufig.
Im Kapitalmarktgeschäft lag das Ergebnis vor Steuern mit 186 Millionen Euro stabil auf Vorjahresniveau (187 Millionen Euro). Während die Erträge im Treasury aufgrund der anhaltenden Marktunsicherheit unter anderem wegen des Iran-Kriegs leicht rückläufig waren, konnten die Erträge in Financial Markets vor allem dank einer sehr guten Entwicklung im Zertifikategeschäft und Credit Markets gesteigert werden. Über unsere Rolle als führendes Kapitalmarkthaus der Sparkassenfinanzgruppe hinaus bauen wir strategisch das Geschäft mit Financial Institutions aus.
Im Segment Private Kunden/Sparkassen erhöhte sich der Gewinn vor Steuern deutlich auf 135 Millionen Euro (Vorjahr: 105 Millionen Euro). Im Einlagengeschäft konnten wir Volumen und Erträge steigern. Auch das Wertpapiergeschäft und die Vermögensverwaltung entwickelten sich erfreulich. Zudem zahlt sich der kontinuierliche Ausbau unseres Wealth Managements zunehmend aus; hier konnten wir die Erträge dank unseres breiten Produktangebots und unserer bundesweiten Marktpräsenz deutlich ausbauen.
Ausblick
Mit Blick auf die kommenden Monate erklärt CEO Rainer Neske: „Die aktuelle wirtschaftliche Umbruchphase bringt für unsere Kunden und für uns als LBBW neben Herausforderungen auch große Chancen. Als leistungsstarke Universalbank mit einer starken Bilanz sind wir bestens positioniert, um unsere Kunden bei Investitionen, Transformation und Wachstum verlässlich zu begleiten. Gemeinsam wollen wir die Zukunft mutig gestalten. Wir gehen unverändert davon aus, dass wir im Geschäftsjahr 2026 ein Ergebnis von über 1,1 Milliarden Euro vor Steuern erreichen werden.“
