Aengevelt sieht steigende Preise für Wohnimmobilien unabhängig von Zinsentwicklung
Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts ist nach Analysen von DIP-Partner Aengevelt Immobilien seit nunmehr sechs Quartalen in Folge angestiegen. Zuvor befanden sich die Preise für Wohnimmobilien zwischen dem vierten Quartal 2022 und dem zweiten Quartal 2024 noch im Sinkflug. Allerdings fiel im ersten Vierteljahr 2026 die Erhöhung mit 1,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal relativ moderat aus. Zudem entwickeln sich die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen regional unterschiedlich.
Der jüngste Preisanstieg ist nach Analysen von Aengevelt nicht allein auf die Entwicklung des Zinsniveaus für Hypothekendarlehen zurückzuführen. Denn Zinssteigerungen wirken in der Regel preisdämpfend auf Immobilienpreise, weil Kapitalanleger höhere Renditen fordern und zahlreiche Selbstnutzer mit Finanzierungsengpässen konfrontiert werden. Ende 2022 waren die Preisrückgänge für Wohnimmobilien noch dadurch zu erklären, dass die Zinssätze für Baugeld im Laufe des Jahres von rd. 1,3 % auf rd. 4,0 % anstiegen. Der Rückgang des Zinsniveaus auf rd. 3,4 % Ende 2023 schlug sich erst mit einer Zeitverzögerung von rd. zwölf Monaten auf die Hauspreise nieder. Der Preisanstieg, der seit dem vierten Quartal 2022 zu beobachten ist, erfolgte dagegen, obwohl sich das Zinsniveau seitdem wieder von rd. 3,3 % auf rd. 3,9 % steigerte.
Aengevelt zieht daraus die Schlussfolgerung, dass sich der Konnex zwischen Zinsniveau und Immobilienpreisen gelockert hat. Aufgrund der markant längeren Entscheidungs-, Planungs- und Realisierungsprozesse kommt es zu den beobachteten Zeitverzögerungen zwischen Zins- und Preisänderungen. Zudem hängen die Preise von der jeweiligen lokalen Angebots- und Wettbewerbssituation ab.
Dies wird durch die regional unterschiedlichen Entwicklungen des Häuserpreisindexes bestätigt:
- Im ersten Vierteljahr 2026 war für Eigentumswohnungen in den dünn besiedelten ländlichen Kreisen, wo das Angebot relativ knapp und übersichtlich ist, mit 3,6 % der höchste Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal zu verzeichnen.
- In den dichter besiedelten ländlichen Kreisen kam es dagegen zu einem leichten Preisrückgang um 0,4 %.
- In den Big Seven fiel der Preisanstieg mit 0,3 % geringer aus, während die Preise in den übrigen kreisfreien Großstädten um 2,9 % anzogen.
- Auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern war die Preisentwicklung uneinheitlich: In den dünn besiedelten ländlichen Kreisen, die den höchsten Preisanstieg für Eigentumswohnungen zu verzeichnen hatten, sanken die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,8 %, während sie in den TOP-7-Metropolen um 1,4 % und in den übrigen kreisfreien Großstädten um 1,2 % stiegen.
Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter Aengevelt Immobilien: „Obwohl wir beobachten, dass die Preise für Wohnimmobilien seit eineinhalb Jahren bundesweit kontinuierlich anziehen, lässt sich auch feststellen, dass die regionale Angebotssituation gegenüber der Entwicklung des Zinsniveaus für Hypothekendarlehen für die Preisbildung an Bedeutung gewinnt. Das heißt auch, dass die Kommunalpolitik klar die Möglichkeit und Gemeinwohlverpflichtung hat, durch noch konsequentere Ausweisung von bedarfsgerechtem Bauland und zudem durch Verzicht auf zusätzlich kostentreibende Auflagen dämpfend auf das Hauspreisniveau und damit auch auf die Miethöhen einzuwirken. Zudem ist die öffentliche Hand in allen Hierarchiestufen ebenfalls in der Lage und sozialverpflichtet, vorrangig in Regionen mit chronischer Wohnraumunterversorgung durch Verkäufe auch mittelfristig nicht mehr ben& ouml;tigter Flächen und Gebäude das entsprechend (zu) knappe Angebot aus ihren Beständen sozialverträglich preisdämpfend zeitnah zu vergrößern“.
