Baukostenplan des Bundesbauministeriums setzt an den richtigen Stellen an
GdW begrüßt Verlängerung der EH55-Neubauförderung
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt die Verlängerung der zeitlich befristeten EH55-Plus-Förderung. Die Förderung kann nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen weiter beantragt werden, bis die Mittel vollständig verausgabt sind – längstens jedoch bis zum Jahresende. Bis zum 15. Juni konnten rund 33.700 Wohneinheiten mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro gefördert werden. Rund 343 Millionen Euro stehen noch zur Verfügung.
„Die Verlängerung der EH55-Plus-Förderung ist ein sehr wichtiges Signal für das Entstehen von dringend benötigtem bezahlbarem Wohnraum. Dafür hat sich der GdW lange und intensiv eingesetzt. Es ist richtig, jetzt alles zu tun, um genehmigte, aber bislang nicht realisierte Bauvorhaben endlich in die Umsetzung zu bringen“, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko.
Aus Sicht des GdW darf die Verlängerung jedoch kein einmaliges Zwischenprogramm bleiben. „Wer bezahlbaren Wohnraum will, braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Die Förderung muss dauerhaft verstetigt und ausreichend ausgestattet werden. Wohnungsunternehmen planen nicht von Woche zu Woche, sondern über Jahre. Befristete Programme helfen kurzfristig – verlässliche Förderkulissen schaffen Investitionssicherheit“, so Gedaschko.
Entscheidend für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens bleiben aus Sicht des GdW vor allem die Baukosten. Hohe Baupreise, überzogene Standards, langwierige Verfahren und unsichere Finanzierungsbedingungen verhindern weiterhin viele Projekte. Die heutige Investorenkonferenz zum Wohnungsbau diskutiert deshalb Lösungen, damit aus Ankündigungen tatsächlich wieder gebaute Wohnungen werden.
Der vom Bundesbauministerium vorgelegte Aktionsplan zur Senkung der Baukosten ist nach Einschätzung des GdW ein wichtiger und richtiger Schritt. Positiv ist, dass die Bundesregierung zentrale Handlungsfelder adressiert, die die Wohnungswirtschaft seit Langem benennt: den Gebäudetyp E, die Begrenzung kostentreibender Normen, serielles und modulares Bauen, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten sowie eine übersichtlichere Förderstruktur.
„Der Aktionsplan setzt an den richtigen Stellen an. Er zeigt, dass die Baukostenfrage endlich mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angegangen wird. Entscheidend ist jetzt, dass aus den guten Ansätzen schnell verbindliche und wirksame Maßnahmen werden“, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko.
Für Wohnungsunternehmen und Genossenschaften kommt es nun vor allem auf eine konsequente Umsetzung an. Die vorgeschlagenen Instrumente müssen zügig konkretisiert, mit klaren Zeitplänen hinterlegt und auf ihre tatsächliche Entlastungswirkung ausgerichtet werden. Besonders wichtig sind dabei Maßnahmen, die kurzfristig Wirkung entfalten können: spürbar sinkende Baukosten, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche und einfach handhabbare Förderbedingungen.
Insbesondere der Gebäudetyp E, dauerhafte steuerliche Verbesserungen und ein vereinfachtes, konsistentes Fördersystem sollten zeitnah umgesetzt werden. Diese Instrumente können dazu beitragen, Investitionen wieder wirtschaftlicher zu machen und dringend benötigte Wohnungsbauprojekte schneller in die Umsetzung zu bringen.
„Der Aktionsplan legt eine tragfähige Grundlage. Damit daraus eine echte Baukostenwende wird, braucht es jetzt ein konsequentes, abgestimmtes Handeln von Bund, Ländern und Normungsgremien. Bezahlbarer Wohnraum entsteht nur, wenn bezahlbares Bauen wieder möglich wird“, so Gedaschko.
Der GdW fordert die Bundesregierung auf, die Verlängerung der EH55-Plus-Förderung mit einem umfassenden Maßnahmenpaket zur Senkung der Baukosten zu verbinden. Dazu gehören ein bundesweit rechtssicherer Gebäudetyp E, ein verlässlicher Förderrahmen für bezahlbaren Neubau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, mehr serielles und modulares Bauen sowie ein konsequenter Verzicht auf zusätzliche kostentreibende Vorgaben.
„Die Verlängerung der EH55-Plus-Förderung ist gut und wichtig. Aber sie kann nur der Anfang sein. Wenn Deutschland wieder mehr bezahlbare Wohnungen bauen will, müssen Förderung, Baukosten und Regulierung zusammen gedacht werden. Jetzt zählt, dass aus politischen Plänen konkrete Entlastung auf den Baustellen wird“, sagt Gedaschko.
