Büro | Märkte

Büromarkt Leipzig: Flächenumsatz bleibt unter Vorjahresniveau – leicht anziehende Dynamik im Jahresverlauf

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Marktzahlen für Q3 2026

Leipzig, 06.10.2026

Der Leipziger Büromarkt verzeichnete bis Ende des dritten Quartals 2026 einen Flächenumsatz von 55.000 m². Das Ergebnis liegt damit zwar spürbar unter dem langjährigen Durchschnitt von 92.600 m², reflektiert jedoch die aktuell verhaltene Nachfrageentwicklung, die auch in zahlreichen anderen deutschen Büromärkten zu beobachten ist. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von 13 %. Die Fundamentaldaten des Standorts präsentieren sich derweil weiterhin stabil und unterstreichen die langfristige Attraktivität des Leipziger Büromarkts. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Positiv hervorzuheben ist die im Jahresverlauf leicht steigende Dynamik. Während in den ersten beiden Quartalen 15.000 m² bzw. 18.000 m² umgesetzt wurden, erhöhte sich der Flächenumsatz im dritten Quartal auf 22.000 m². Bemerkenswert ist zudem, dass allein im dritten Quartal drei der fünf größten Abschlüsse des Jahres verzeichnet wurden. Mit Distart Education (2.700 m²), dem REPLOID Global Innovation Center (2.500 m²) und einem Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (2.000 m²) entschieden sich gleich mehrere Akteure aus innovativen Zukunftsbranchen für den Standort. „Die Abschlüsse verdeutlichen Leipzigs Relevanz für technologie- und wissensbasierte Unternehmen und stärken die Position des Marktes in wachstumsstarken Wirtschaftssegmenten“, erläutert Stefan Sachse, Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Während die Spitzenmiete mit 21 €/m² unverändert notiert, verzeichnet die Durchschnittsmiete ein Plus von 2 % und erreicht 13,60 €/m². Dies spricht für eine weiterhin stabile Preisentwicklung trotz des insgesamt verhaltenen Marktgeschehens.

Nachfragekonzentration auf kleine und mittelgroße Flächen, deutlicher Rückgang der Flächen im Bau

Mit einem Umsatzanteil von gut 42 % stellen die sonstigen Dienstleistungen die mit Abstand stärkste Nutzergruppe dar. Ihr Marktanteil liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 24 % und verdeutlicht die breite Nachfragebasis des Leipziger Büromarkts. Wesentliche Impulse gehen dabei von privaten Bildungseinrichtungen sowie Immobilien- und Energiedienstleistern aus, die einen wesentlichen Teil dieses Ergebnisses tragen. Auf Rang zwei folgt das Gesundheitswesen mit einem Anteil von 19 %, das ebenfalls deutlich stärker zum Flächenumsatz beiträgt als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (9 %).

Die Nachfrage konzentriert sich bislang vor allem auf kleine und mittelgroße Flächen. Großabschlüsse spielen traditionell nur eine untergeordnete Rolle auf dem Leipziger Büromarkt. Auch im laufenden Jahr wurde im Segment über 5.000 m² bislang lediglich ein Abschluss mit 5.400 m² durch die öffentliche Hand registriert. Entsprechend bleibt der Flächenumsatz in dieser Größenklasse deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück.

Während das Leerstandsvolumen innerhalb eines Jahres um 20 % auf 252.000 m² zugenommen hat, ist die Bautätigkeit merklich zurückgegangen. Das Volumen der Flächen im Bau beläuft sich aktuell auf 33.000 m² und liegt damit 58 % unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig stehen hiervon nur noch rund 7.000 m² zur Verfügung. Die daraus resultierende Vorvermietungsquote von 79 % verdeutlicht die hohe Nachfrage nach hochwertigen Neubauflächen.

Perspektiven

Trotz des weiterhin unterdurchschnittlichen Flächenumsatzes präsentiert sich der Leipziger Büromarkt insgesamt solide. Die Nachfrage konzentriert sich derzeit vor allem auf kleinere und mittlere Flächensegmente sowie moderne Büroflächen, während Großabschlüsse weiterhin die Ausnahme bilden. Die hohe Vorvermietungsquote bei gleichzeitig stark rückläufiger Neubautätigkeit verdeutlicht, dass insbesondere qualitativ hochwertige Flächen gefragt bleiben. Zusammen mit den jüngsten Anmietungen aus technologie- und wissensbasierten Branchen spricht dies für eine intakte Marktbasis und eine anhaltende Attraktivität des Standorts für zukunftsorientierte Unternehmen.

Die Perspektiven für den Leipziger Büromarkt bleiben damit insgesamt solide. Dabei dürfte die Messestadt auch von einer sich langsam aufhellenden konjunkturellen Entwicklung profitieren. Erste positive Signale sendete zuletzt der wieder angestiegene ifo-Geschäftsklimaindex, der auf eine allmähliche Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hindeutet. „Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Belebung des Flächenumsatzes ab. Zwar dürfte der Leerstand weiter ansteigen, auf die Mietpreisentwicklung wird dies jedoch voraussichtlich nur begrenzte Auswirkungen haben. Entsprechend wird sowohl für die Spitzen- als auch für die Durchschnittsmiete eine weitgehend konstante Entwicklung bis zum Jahresende erwartet“, prognostiziert Hannes Baderschneider, Leipziger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Link zum Marktbericht: https://www.realestate.bnpparibas.de/marktberichte/bueromarkt/leipzig-report

Weiterführende Informationen

www.realestate.bnpparibas.de