CBRE-Analyse zur Büronutzung: Kollegen schlagen Konzentration deutlich
Der wichtigste Grund, warum Beschäftigte heute ins Büro kommen, ist nicht mehr die Arbeit selbst, sondern der Austausch mit anderen. Laut einer aktuellen Studie von CBRE* nennen 68 Prozent der Befragten die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen als entscheidenden Motivationsfaktor für die Anwesenheit im Büro. Persönliche Meetings folgen mit 58 Prozent – klassische Argumente wie bessere Konzentration (52 Prozent) oder die Trennung von Arbeit und Privatleben (32 Prozent) spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle.
Damit setzt sich die Veränderung des Büros zu einem „Dorfplatz“ des Unternehmens weiter fort. Es ist nicht länger primär ein Ort für konzentriertes Arbeiten, sondern wird immer stärker zu einem sozialen Zentrum von Unternehmen. „Der entscheidende Mehrwert des Büros liegt heute mehr denn je im Miteinander. Unternehmen müssen Räume schaffen, die Begegnung und Zusammenarbeit gezielt fördern“, sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.
Diese Entwicklung verändert auch die Anforderungen an Büroflächen. Immer mehr Unternehmen setzen auf aktive Konzepte (activity-based working), die unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen. Gleichzeitig verlieren klassische, ausschließlich auf Einzelarbeit ausgelegte Büros rapide an Bedeutung.
Annehmlichkeiten gewinnen im Büro ebenfalls an Bedeutung, sie allein sind jedoch selten der ausschlaggebende Grund für Büroanwesenheit. Dennoch vor allem praktische Angebote wie Cafés und Restaurants von 57 Prozent der Befragten als wichtig bezeichnet. Dahinter folgen kostenfreie Parkmöglichkeiten mit 29 Prozent sowie klassische Angebote wie Teeküchen oder Pantry-Lösungen mit 25 Prozent. Es zeigt sich: Diese Angebote wirken unterstützend, nicht entscheidend. Sie erhöhen die Aufenthaltsqualität und erleichtern den Arbeitsalltag, ersetzen aber nicht den eigentlichen Mehrwert des Büros. Dieser liegt weiterhin in der persönlichen Interaktion, im spontanen Austausch und in der Zusammenarbeit vor Ort.
Ist ein kommunikatives Büro somit der Schlüssel für mehr Leistung und Zufriedenheit? Viele Unternehmen stehen noch vor strukturellen Herausforderungen, denn oft bestimmen noch Hierarchien die Flächenverteilung. Einzelbüros sind häufig Führungskräften vorbehalten, obwohl diese zumeist weniger präsent sind. Das führt zu ineffizienter Nutzung und zu einer spürbaren Dissonanz zwischen Raum und Kultur,
„Das Büro der Zukunft ist ein Ort, für den sich Menschen aktiv entscheiden. Wer Flexibilität und Vielseitigkeit in den Mittelpunkt stellt und das richtige Gleichgewicht zwischen Konzentration und sozialer Interaktion für sein individuelles Bürokonzept findet, , schafft einen echten Anziehungspunkt für die Menschen im Unternehmen“, sagt Stephan Leimbach, Head of Occupier Accounts & Consulting Germany.
* Die „2026 Global Workplace & Occupancy Insights“ basieren auf fünf Jahren Benchmarking-Daten und Stimmungsanalysen zur Entwicklung von Büroarbeitsumgebungen seit 2021. Die Studie wertet globale Daten ausgewählter CBRE-Kunden aus, die zusammen Büroflächen von insgesamt 28 Millionen m² repräsentieren, mit einer durchschnittlichen Portfoliogröße von etwa 465.000 m².
Die Auswertung liefert Erkenntnisse differenziert nach Portfoliogröße, Branche sowie Region bzw. geografischem Markt.
