Commerz Real und Hines mit nächster Tech-Großvermietung im Tucherpark München
Die nächste Tech-Großvermietung im Münchner Tucherpark nach der Eröffnung der KI-Fabrik Anfang Februar melden die Commerz Real und Hines. Wie der Vermögensverwalter der Commerzbank und der global tätige Immobilien-Investmentmanager mitteilen, hat sich das internationale Softwarehaus JetBrains entschlossen, seinen Münchner Sitz in das sogenannte Rufhaus zu verlegen, und dafür das gesamte Gebäude mit rund 21.500 Quadratmetern für mindestens 12 Jahre zu mieten.
Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam fertigt intelligente Werkzeuge für die Softwareentwicklung, welche nach eigener Aussage das Vertrauen von global über 15 Millionen Nutzern genießen, darunter 88 der 100 weltweit größten Unternehmen. In München ist JetBrains bislang mit einem zentralen Ingenieur- und Innovationszentrum im Christoph-Rapparini-Bogen 23 in Neuhausen-Nymphenburg ansässig. Dort arbeiten etwa 500 Mitarbeiter auf rund 14.000 Quadratmetern für fast alle JetBrains-Produkte sowie in den Bereichen Marketing, Design und Verwaltung. Die neuen Flächen im Tucherpark sollen ab 2029 bezogen werden und zusätzliche Kapazitäten sowie ein passendes Umfeld für weiteres Wachstum auf etwa 750 Mitarbeiter schaffen.
Bei dem Rufhaus – ehemals Technisches Zentrum der Hypovereinsbank (HVB) – handelt es sich um ein 1972 vom Tucherpark-Architekten Sep Ruf geschaffenes denkmalgeschütztes Gebäude am Eisbach. Es wird derzeit im Rahmen der Weiterentwicklung des gesamten Quartiers umfassend saniert und in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Die Revitalisierung wird vom niederländischen Architekturbüro Kempe Thill begleitet. Nach der Fertigstellung ist ein CO2-neutraler Betrieb des Gebäudes angestrebt; die entsprechenden Konzepte werden derzeit geprüft. JetBrains wird den Mieterausbau selbst übernehmen und hat mit der Gesamtplanung das Münchner Büro der europäischen Architekturgruppe Mirror beauftragt. Dieses war als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen, den JetBrains parallel zu den Mietverhandlungen veranstaltete.
Laut eigener Aussage verfolgt JetBrains einen modernen Ansatz im Arbeitsplatzdesign und entfernt sich von traditionellen offenen Grundrissen zugunsten von Räumen, die auf unterschiedliche Arbeitsweisen zugeschnitten sind. Die Mitarbeiter profitieren von einem eigenen Restaurant mit kostenlosen Mahlzeiten, einer Barista-Kaffeebar und speziellen Veranstaltungsbereichen für Vorträge, Besprechungen und Gemeinschaftsveranstaltungen. Räume für Entspannung, Musik und Erholung sollen zudem das Wohlbefinden fördern.
„Nachdem die Eröffnung der KI-Fabrik bereits eine enorme Signalwirkung entfaltete, setzen wir mit JetBrains nunmehr einen weiteren starken Akzent für München als High-Tech-Standort“, freut sich Mario Schüttauf, Geschäftsführer der Commerz Real Investmentgesellschaft und Manager des Immobilienfonds Hausinvest, zu dessen Portfolio der Tucherpark in einem Joint Venture mit Hines gehört. Führende Tech-Konzerne wie Apple, Microsoft und Meta haben bereits jetzt in München Standorte eröffnet. Hinzu kommen renommierte Forschungsinstitutionen wie das Münchner Technologiezentrum (MTZ) und der Campus Garching der Technischen Universität. Anfang Februar war im ehemaligen Rechenzentrum der HVB eine der ersten sogenannten KI-Fabriken Deutschlands und die erste in Bayern in Betrieb gegangen. Hierzu hatten die Commerz Real und Hines mit dem Betreiber Polarise einen Mietvertrag über 13 Jahre unterzeichnet. Ankernutzer der ersten Ausbaustufe ist die Telekom-Tochter T-Systems.
Für die weiteren Planungen im Tucherpark zeigt sich Schüttauf zuversichtlich: „Mit unserem zukunftsgewandten Gesamtkonzept für den Tucherpark und der Lage am Eisbach im Englischen Garten schaffen wir hier wirklich ein Quartier, das neue Maßstäbe setzen wird“, betont der Manager. „Wir erleben ein deutliches Interesse bei Unternehmen und sind bereits mit weiteren möglichen Mietern im Gespräch.“
JLL war bei der Vermietung als Maklerunternehmen beratend tätig. Die Mietverhandlungen für JetBrains führte das Unternehmen KVL Projektentwicklung Plus, Hogan Lovells leistete Rechtsberatung.
