Der Wohnungs- und Häusermarkt im Jahresvergleich: Angebotsboom in Stuttgart und Umgebung
Stuttgart zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands, zugleich gehört der Wohnungsmarkt zu den angespanntesten. Seit Jahren übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot deutlich, doch eine aktuelle Analyse von Kleinanzeigen zeigt:
Im Vergleich zum Vorjahr hat das Angebot an Miet- und Eigentumswohnungen in Stuttgart und Umgebung spürbar zugenommen. Besonders deutlich fiel der Anstieg im Pendlerort Filderstadt aus, wo sich das Angebot an Eigentumswohnungen um 143 Prozent erhöhte. Auch auf dem Häusermarkt zeigt sich Bewegung: In Sindelfingen und Böblingen vervielfachte sich das Angebot an Eigentumshäusern.
Ein angespannter Wohnungsmarkt gehört inzwischen zum Alltag vieler deutscher Großstädte. In Stuttgart zeichnet sich jedoch eine leichte Entspannung ab. So stieg die Zahl der angebotenen Mietwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent an. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch in den umliegenden Pendlerorten. Den stärksten Anstieg verzeichnete Filderstadt (60 %), gefolgt von Sindelfingen (49 %), Böblingen (43 %), Ludwigsburg (24 %) und Esslingen am Neckar (17 %).
Auch der Markt für Eigentumswohnungen entwickelt sich dynamisch. In Stuttgart lag das Angebot im Mai 2026 um 67 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders stark fiel der Anstieg abermals in Filderstadt mit rund 143 Prozent aus. Ebenfalls verzeichneten Esslingen am Neckar (88 %), Ludwigsburg (26 %) und Sindelfingen (22 %) deutliche Zuwächse, während das Angebot in Böblingen konstant blieb.
Trotz des wachsenden Angebots bleiben die Mietwohnungspreise pro Quadratmeter in Sindelfingen und Ludwigsburg im Jahresvergleich stabil. In Filderstadt (-3,6 %) und Stuttgart (-2,4 %) gingen die Mietpreise hingegen leicht zurück, während Mietende in Esslingen am Neckar (+7,1 %) und Böblingen (+7,9 %) mit einer höheren Mietbelastung rechnen müssen. Ein anderes Bild zeigt sich bei Eigentumswohnungen: Kaufinteressierte profitieren vor allem in Böblingen (-12,1 %), Esslingen am Neckar (-10 %) und Sindelfingen (-7,8 %) von niedrigeren Mediankaufpreisen je Quadratmeter. In den Pendlerorten Filderstadt (+2,2 %) und Ludwigsburg (+3,7 %) hingegen zogen die Preise gegenüber dem Vorjahr leicht an.
Häusermarkt zeigt gemischte Entwicklungen
Im Vergleich zum Wohnungsmarkt präsentierte sich der Häusermarkt deutlich uneinheitlicher. Während das Angebot an Eigentumshäusern in Stuttgart (25 %) und Ludwigsburg (44 %) zwar zunahm, stiegen die Inseratszahlen in Sindelfingen (529 %) und Böblingen (625 %) massiv an. Demgegenüber gingen die Zahlen in Filderstadt (-13 %) und Esslingen am Neckar (-38 %) zurück.
Auch der Markt für Miethäuser zeigte ein differenziertes Bild: In Stuttgart (-31 %) und Böblingen (-60 %) nahm die Zahl der Inserate ab. Gleichzeitig verdreifachten sich die Inseratszahlen in Ludwigsburg und Sindelfingen (jeweils 200 %), verdoppelte sich in Filderstadt (100 %) und stieg in Esslingen am Neckar um ein Viertel (25 %).
Im Mai 2026 blieben die Quadratmeterpreise für Eigentumshäuser in Filderstadt verglichen mit dem Vorjahreszeitraum konstant. Ganz anders in Stuttgart, wo die Mediankaufpreise je Quadratmeter um rund 13 Prozent sanken. Auch in den umliegenden Orten Esslingen am Neckar (-7,8 %), Böblingen (-6,6 %) und Ludwigsburg (-4,6 %) gingen die Mediankaufpreise je Quadratmeter zurück. Lediglich in Sindelfingen stiegen die Preise für Eigentumshäuser im Mai 2026 im Vorjahresvergleich um rund 6,3 Prozent an. Deutlich größere Unterschiede zeigen sich bei Mietshäusern. Während in Stuttgart (-8,3 %), Filderstadt (-4,2 %) und Böblingen (-1,4 %) die Medianmietpreise je Quadratmeter im Vergleich zu Mai 2025 leicht sanken, stiegen sie in Esslingen am Neckar (+19,3 %) und Sindelfingen (+63,4 %) deutlich an.
