Globale Immobilieninvestments gewinnen an Tempo
Deutschland weltweit unter den Top vier für internationales Immobilienkapital
Die weltweiten Immobilieninvestments haben laut dem aktuellen Global Capital Flows Report von Colliers im zweiten Quartal 2026 weiter an Tempo gewonnen. Zum Quartalsende lag das Transaktionsvolumen bei Bestandsimmobilien 21,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im ersten Quartal betrug der Zuwachs noch 15,2 Prozent. Die Investmentaktivität erreicht inzwischen 96,5 Prozent des Fünfjahresdurchschnitts.
Die Erholung erfasst allerdings nicht alle Märkte und Nutzungsarten gleichermaßen. Investoren setzen vor allem auf Segmente mit langfristig stabiler Nachfrage und Wertschöpfungspotenzial. EMEA bleibt die wichtigste Zielregion für grenzüberschreitendes Immobilienkapital und vereint 57 Prozent der Aktivität innerhalb der 20 führenden Investmentmärkte auf sich. Das Investmentvolumen in der Region lag im zweiten Quartal 14,8 Prozent über dem Vorjahresniveau und erreichte 93 Prozent des Fünfjahresdurchschnitts.
Deutschland zählt weiter zu den wichtigsten Investmentzielen
In den vergangenen zwölf Monaten flossen rund 14,2 Milliarden US-Dollar grenzüberschreitendes Immobilienkapital nach Deutschland. Das entspricht Rang vier im weltweiten Ranking. Der deutsche Anteil am globalen Cross-Border-Volumen beträgt 7,6 Prozent gegenüber 8,7 Prozent im Fünfjahresdurchschnitt. An der Spitze haben die USA Großbritannien abgelöst, Japan ist auf Rang drei vorgerückt. Frankreich und insbesondere Spanien haben ebenfalls Marktanteile hinzugewonnen.
Michael R. Baumann, Head of Capital Markets Germany bei Colliers, sagt: „Deutschland bleibt ein zentraler Investmentstandort und zählt weiterhin zu den wichtigsten Zielen für grenzüberschreitendes Kapital. Die Stärke des deutschen Marktes liegt in seiner breiten Diversifizierung über Standorte und Nutzungsarten. Zugleich eröffnen Wachstumssegmente wie Data Center oder Student Housing neue Chancen für Investoren.“
Büro führt das Investmentvolumen in EMEA an
In EMEA entfällt im 24-Monats-Durchschnitt mit rund 59 Milliarden US-Dollar das höchste Investmentvolumen auf Büroimmobilien. Multifamily kommt auf 57 Milliarden US-Dollar, Industrie- und Logistikimmobilien auf 49 Milliarden US-Dollar. Weltweit liegt dagegen Multifamily mit einem Anteil von 24,2 Prozent vorn, gefolgt von Industrie und Logistik mit 22,6 Prozent und Büro mit 21,2 Prozent.
Hochwertige Value-Add-Büroinvestments stehen bei Investoren in EMEA verstärkt im Fokus. Daneben richtet sich das Interesse auf Data Center und digitale Infrastruktur, Living einschließlich Student Housing sowie Industrie- und Logistikimmobilien. Besonders stark haben Data Center zugelegt: Ihr Investmentvolumen in EMEA stieg vom ersten zum zweiten Quartal von 3 Milliarden auf 10 Milliarden US-Dollar.
Value Add bleibt wichtigste Investmentstrategie
Auch beim Fundraising verschieben sich die Schwerpunkte. Der Anteil Europas am weltweit eingesammelten Immobilienkapital stieg von 16 auf 21 Prozent. Insgesamt erreichte das globale Fundraising im ersten Halbjahr 93 Milliarden US-Dollar und lag damit 16 Prozent unter dem Vorjahreswert, der von außergewöhnlich hohen Kapitalzusagen für Data-Center-Strategien geprägt war. Value Add bleibt mit 39 Prozent die wichtigste globale Investmentstrategie. Zugleich stieg der Anteil opportunistischer Strategien von 12 Prozent im ersten Quartal auf 28 Prozent zur Jahresmitte.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Colliers in den großen Märkten zunächst weitgehend stabile Leitzinsen. Da die risikofreien Zinsen deutlich über dem Niveau der Jahre 2010 bis 2021 bleiben dürften, rechnet Colliers nur mit begrenzter Renditekompression bei Gewerbeimmobilien.
Der vollständige Report steht hier zum Download zur Verfügung.
