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Ländlich heißt nicht gleich günstig: Wie stark das Preisgefälle wirklich ausfällt

Die anhaltende Urbanisierung treibt immer mehr Menschen vom Land in die Stadt, während in (Groß-)Städten knapper Wohnraum und steigende Mieten Einwohnerinnen und Einwohner belasten. Eine Analyse von Kleinanzeigen zeigt, dass ländliche Regionen längst nicht mehr überall die günstigeren Alternativen sind. Besonders groß fällt das Preisgefälle bei Mietwohnungen in Bayern aus, während sich bei Eigentumsimmobilien die […]

11.08.2026

Die anhaltende Urbanisierung treibt immer mehr Menschen vom Land in die Stadt, während in (Groß-)Städten knapper Wohnraum und steigende Mieten Einwohnerinnen und Einwohner belasten. Eine Analyse von Kleinanzeigen zeigt, dass ländliche Regionen längst nicht mehr überall die günstigeren Alternativen sind. Besonders groß fällt das Preisgefälle bei Mietwohnungen in Bayern aus, während sich bei Eigentumsimmobilien die stärksten Unterschiede in Hessen zeigen.

Im bundesweiten Durchschnitt belaufen sich die Angebotsmieten für Wohnungen in ländlicheren Regionen auf einen Medianpreis von 9,08 Euro pro Quadratmeter, während in den Großstädten durchschnittlich bereits 12,36 Euro pro Quadratmeter verlangt werden. Die höchsten städtischen Medianmietpreise von durchschnittlich 17,56 Euro pro Quadratmeter zeigen sich im Bundesland Bayern. Dabei reicht die Spanne von 15,69 Euro pro Quadratmeter in Regensburg bis hin zu 22,40 Euro in München. Am günstigsten lebt es sich dagegen in den Großstädten Sachsen-Anhalts: Hier liegt der durchschnittliche Medianmietpreis bei 7,35 Euro pro Quadratmeter.

Halle, Magdeburg und Co. sind dabei sogar erheblich günstiger als manch ländliche Gebiete in Deutschland: So müssen Mietende in den ländlicheren Regionen Baden-Württembergs durchschnittlich bereits eine Medianmiete von 11,87 Euro pro Quadratmeter bezahlen, gefolgt von Schleswig-Holstein (11,08 Euro pro Quadratmeter) und Rheinland-Pfalz (10,60 Euro pro Quadratmeter). Deutlich günstiger wohnen Menschen hingegen auf dem Land in Sachsen (6,12 Euro pro Quadratmeter), Sachsen-Anhalt (6,56 Euro pro Quadratmeter) und Thüringen (7,24 Euro pro Quadratmeter). In den übrigen Bundesländern bewegen sich die durchschnittlichen Medianmietpreise in ländlichen Regionen zwischen 8,37 und 10,51 Euro pro Quadratmeter.

Stadt vs. Land: So groß sind die Unterschiede bei den Mieten

Die größten Unterschiede zwischen städtischen und ländlicheren Regionen sind in Hessen und Bayern zu verzeichnen. In beiden Bundesländern liegen die durchschnittlichen Medianmieten in Großstädten rund 67 Prozent über dem Niveau ländlicherer Gebiete. Dahinter folgt Nordrhein-Westfalen mit einem Unterschied von rund 42 Prozent. Deutlich geringer ist das Preisgefälle im Saarland: Hier liegen die Mieten in städtischen Regionen bei lediglich vier Prozent über denen ländlicher Gegenden. In den anderen Bundesländern zeigt sich folgender Unterschied bei den durchschnittlichen Medianmieten zwischen Stadt und Land:

Thüringen: +35 ProzentBrandenburg: +35 ProzentSachsen: +29 ProzentBaden-Württemberg: +28 ProzentNiedersachsen: +26 ProzentRheinland-Pfalz: +22 ProzentMecklenburg-Vorpommern: +18 ProzentSchleswig-Holstein: +15 ProzentSachsen-Anhalt: +12 ProzentDer Traum vom Eigenheim hat je nach Region einen anderen Preis

Auch bei Eigentumshäusern zeigt sich Hessen als Spitzenreiter: Kaufinteressenten zahlen in städtischen Regionen im Durchschnitt doppelt (+108 Prozent) so viel wie in ländlicheren Gegenden Hessens. Platz zwei belegt Nordrhein-Westfalen mit einem Preisunterschied von 82 Prozent, gefolgt von Bayern (+75 Prozent) und Sachsen (+70 Prozent). Den niedrigsten Unterschied im Kaufpreis weist erneut das Saarland (+2 Prozent) auf, auch in Schleswig-Holstein (+13 Prozent) ist ein vergleichsweise geringer Preisunterschied zwischen Stadt und Land festzustellen. In den restlichen Bundesländern zeigen sich folgende Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Mediankaufpreisen pro Quadratmeter:

Sachsen-Anhalt: +55 ProzentBrandenburg: +52 ProzentBaden-Württemberg: +47 ProzentMecklenburg-Vorpommern: +43 ProzentNiedersachsen: +42 ProzentRheinland-Pfalz: +36 ProzentThüringen: +26 Prozent

Die Daten dieser Auswertung basieren auf den Angebotszahlen für den Monat März 2026 auf der Plattform Kleinanzeigen. Grundlage der Analyse sind die durchschnittlichen Medianpreise pro Quadratmeter für Mietwohnungen und Häuser zum Kauf. Für den Vergleich wurden je Bundesland die fünf größten Städte sowie fünf kleinere Städte mit Einwohnerzahlen zwischen 5.000 und 50.000 Einwohnern ausgewertet, um eine ausreichende Datenlage gewährleisten zu können.

Weiterführende Informationen

https://www.kleinanzeigen.de