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Serielles Bauen trifft Nachhaltigkeit beim neuen Trainingszentrum des Zolls

Königs Wusterhausen, 07.05.2026
Feierten gemeinsam den ersten Spatenstich in Königs Wusterhausen (von links): Michaela Wiezorek (Bürgermeisterin Königs Wusterhausen), Dirk Bluemcke (GZD), Torsten Müller (BImA), Elisabeth Kaiser (Ostbeauftragte des Bundes), Volker Huber (Goldbeck), Stefan Blieffert (Loupz), Dirk Wendt (PD – Berater der öffentlichen Hand) .

Das Bauprogramm für die neuen Einsatz- und Trainingszentren für den Zoll startet nun auch in der Nähe von Berlin: Gemeinsam mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, und ihren Partnern hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den ersten Spatenstich für das neue Einsatz- und Trainingszentrum (ETZ) für den Zoll in Königs Wusterhausen gefeiert. In dem Neubau werden die Beschäftigten in hochmodernen Zentren trainieren können, um sich optimal auf ihren wichtigen Dienst vorzubereiten.

Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte der Bundesregierung, erklärt: Heute ist ein besonderer Tag für Königs Wusterhausen, Brandenburg und weit darüber hinaus. Mit der Grundsteinlegung für das neue Einsatztrainingszentrum des Zolls setzen wir ein sichtbares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und die gezielte Stärkung strukturschwächerer Regionen. Die Ansiedlung dieses zentralen Trainingsstandorts in Königs Wusterhausen ist eine bewusste strukturpolitische Weichenstellung. Das neue Trainingszentrum schafft Perspektiven für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und junge Menschen, die hier ihre Zukunft sehen. Es gibt Impulse für die gesamte Region, wie zusätzliche Nachfrage, neue Kooperationen und eine stärkere Infrastruktur. Als Ostbeauftragte ist mir besonders wichtig, dass Bundesinstitutionen nicht nur in großen Metropolen, sondern auch in Regionen mit Wandlungspotenzial angesiedelt werden. Ich danke allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben, und wünsche dem Trainingszentrum bereits heute viel Erfolg. Möge es ein Ort der Bildung, der Begegnung und der Zukunft sein.”

Das Einsatztrainingszentrum des Zolls in Königs Wusterhausen besteht aus einem Einsatztrainingsgebäude, einer Raumschießanlage und einer Zwei-Feld-Sporthalle und wird 2028 fertiggestellt (Visualisierung: POMMES PartGmbH).

Alle Standorte werden in serieller Bauweise errichtet und folgen einem einheitlichen, durchdachten Konzept, das auch in Königs Wusterhausen umgesetzt wird. Das Trainingszentrum umfasst drei zentrale Bausteine: ein Einsatztrainingsgebäude, eine Raumschießanlage und eine Zwei-Feld-Sporthalle. Hier werden Zollbeamtinnen und -beamte ihre Einsätze trainieren – und das in sehr realitätsnahen Szenarien. So lassen sich in dem ETZ Situationen in Wohn- und Gastronomieflächen oder auch in Kfz-Hallen simulieren. Laufstege ermöglichen dem Trainingspersonal eine effektive Überwachung und Leitung der Übungen, vier Meter über den Trainierenden. Die Raumschießanlage verfügt über drei Schießstände mit modernster Projektions- und Messtechnik. Verwaltungs- und Besprechungsräume runden das Konzept auf 13.500 m² Bruttogeschossfläche ab. Jeder Einsatz beim Zoll erfordert nicht nur ein hohes Maß an Fachwissen, sondern auch die Sicherheit, mit unterschiedlichsten Lagen und Reaktionen des Gegenübers umgehen und sich im Team aufeinander verlassen zu können”, betont Dirk Bluemcke, Abteilungsleiter in der Direktion III der Generalzolldirektion, “dieses Trainingszentrum ist damit ein zentraler Baustein dafür, die Handlungssicherheit unserer Einsatzkräfte weiter zu stärken und den Zoll auch zukünftig schlagkräftig und professionell aufzustellen.”

Nachhaltig und effizient

„Königs Wusterhausen ist ein weiterer Meilenstein in unserem bundesweiten seriellen Bauprogramm für den Zoll. Durch systemisches Bauen verbinden wir Geschwindigkeit mit Qualität, durch vorausschauende Planung Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit. Als zentrales Immobilienunternehmen des Bundes zeigen wir, dass öffentliches Bauen modern, effizient und ökologisch verantwortungsvoll sein kann – und dabei die Bedürfnisse unserer Nutzer in den Mittelpunkt stellt”, unterstreicht Torsten Müller, Leiter der BImA-Hauptstelle Facility Management in Potsdam.

Nach einem EU-weiten Vergabeverfahren beauftragte die BImA als Bauherrin das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck als Generalunternehmer für die Standorte mit der schlüsselfertigen Realisierung inklusive Planung und Bau. Die Fertigstellung und Übergabe an die Generalzolldirektion als Nutzerin sind in Königs Wusterhausen für Mitte 2028 geplant. Um das Bauprogramm zu beschleunigen, setzen BImA und Goldbeck auf eine systematisierte und serielle Bauweise für alle geplanten Standorte. Wesentliche Bauelemente fertigt das Unternehmen industriell vor und montiert sie anschließend vor Ort. Dies beschleunigt die Bau- bzw. Montagephase – und senkt somit die Kosten. Die Architektur der Einsatztrainingszentren fügt sich harmonisch in ihre Umgebung ein: Die Fassaden sind mit Aluminium-Lisenen und Lärchenholz verkleidet.

„Mit dem seriellen Zoll-Bauprogramm zeigen wir zukunftsfähige Wege der Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und Privatwirtschaft. Innerhalb von nur einem Jahr haben wir gemeinsam ein neues Grundstück besorgt und Baurecht geschaffen. Möglich macht es der Schulterschluss der BImA, Gemeinde Königs Wusterhausen und Goldbeck“, erklärt Volker Huber, Geschäftsführer der Goldbeck Nordost GmbH.

Grüner Strom und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen

Das deutschlandweite Bauprogramm für den Zoll setzt weitere Schwerpunkte auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit einem geringen CO2-Abdruck über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude. Die Gebäude realisiert Goldbeck für die BImA nach dem EGB 40-Standard und setzt dabei den Silber-Standard des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) um. Eine ganzheitliche Photovoltaik-Lösung versorgt die Gebäude mit Energie. Neben den Dachflächen integrieren auch die Fassaden Photovoltaik-Module. Solar-Carports erzeugen zusätzlichen Strom. Im Jahresschnitt werden die Anlagen mehr Energie produzieren als verbrauchen und Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Die Trockenbauwände im Inneren der Gebäude werden aus vorgefertigten Modulen ausgeführt, die aus gepresstem Stroh bestehen. Somit kann weitestgehend auf energieaufwändig hergestellte und nicht recycelbare Gipskarton-Wände verzichtet werden. Begrünte Dächer und Fassaden verbessern das Mikroklima, fördern die Regenwasserversickerung und tragen zur natürlichen Kühlung bei. In den Außenanlagen entstehen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen – etwa durch Nist- und Fledermauskästen.

Michaela Wiezorek, Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen, hebt hervor: „Die Ansiedlung des neuen Einsatz- und Trainingszentrums des Zolls in Königs Wusterhausen ist ein bedeutender Meilenstein für unsere Stadt. Dieses moderne Zentrum bereichert nicht nur unsere Bildungslandschaft, sondern stärkt auch unsere Position als attraktiver Ausbildungsstandort südlich von Berlin. Besonders freut uns, dass das Projekt den Startschuss für die Entwicklung des Königsparks setzt – ein Standort, der in den kommenden Jahren zu einem lebendigen Quartier für Wohnen und Gewerbe heranwachsen wird. Gleichzeitig entsteht in direkter Nachbarschaft zum ETZ unsere neue Hauptfeuerwache. Wir freuen uns, wenn wir künftig in der Zusammenarbeit öffentlicher Einrichtungen Synergien nutzen können. 

Sechs ETZ-Standorte befinden sich bereits im Bau und liegen im Zeitplan. Dazu zählen: Eppingen (Baden-Württemberg), Beckum und Heiligenhaus (beide Nordrhein-Westfalen) sowie Kümmersbruck (Bayern), Chemnitz (Sachsen) und Walsrode (Niedersachsen). An den fünf weiteren Standorten in Garching (Bayern), Griesheim (Hessen), Immendingen (Baden-Württemberg) und Neumünster (Schleswig-Holstein) finden bauvorbereitenden Maßnahmen statt.