Siemens investiert 300 Millionen Euro in Deutschland und schafft 700 Arbeitsplätze bis 2030
Ausbau der Fertigung von hocheffizienten Energieverteilungssystemen für Rechenzentren, E-Mobilität und industrielle Automatisierung / Erweiterung Schaltanlagenwerk Frankfurt, neues Zulieferwerk in Offenbach / Schaffung von 700 neuen Arbeitsplätzen bis 2030 / Bekenntnis zum Standort Deutschland sowie zu „Made for Germany“
Siemens investiert 300 Millionen Euro, um die Fertigung von Schlüsseltechnologien für die globale Energiewende und KI-Rechenzentren signifikant auszuweiten. Mit dieser strategischen Investition reagiert Siemens auf die massiv steigende Nachfrage – und baut seine Rolle als Partner weltweit führender Cloud- und KI-Unternehmen weiter aus.
Die Investition ist Teil einer globalen Kapazitätserweiterung: Bereits im März 2026 hatte Siemens ein Investment von 165 Millionen US-Dollar in seine Werke in USA bekannt gegeben, um dort das schnelle Wachstum von KI und Rechenzentren zu unterstützen. Mit dem Ausbau der Fertigungsstandorte in Deutschland macht Siemens nun einen weiteren Schritt, um die weltweite Versorgung mit elektrischen Schaltanlagen zu sichern. Die Investition umfasst ein neues Zulieferwerk in Offenbach und den Ausbau der beiden bestehenden Werke in Frankfurt am Main. Die Baumaßnahmen starten im Juli 2026, die Produktion im Zulieferwerk beginnt ab Frühjahr 2027. Bis 2030 werden dadurch 700 neue Arbeitsplätze entstehen.
„Mit dieser Investition stärken wir unsere Führungsrolle bei Technologien, die das Rückgrat der Industrien von morgen bilden“, sagt Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Ob Rechenzentren, Elektromobilität oder industrielle Automatisierung – die Nachfrage nach intelligenter Elektrifizierung wächst weltweit. Um diese zu bedienen, bauen wir einen Standort aus, der schon heute für außergewöhnliche Flexibilität und höchste Variantenvielfalt steht. Denn Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo Technologie, Know-how und die Erfahrung der Menschen zusammenkommen, um für Kunden die besten Lösungen zu liefern. Genau das macht diesen Standort stark – und ist der Grund, warum wir weiter hier investieren.“
Am Standort Frankfurt produziert Siemens seit über 40 Jahren elektrische Schaltanlagen, die wie ein Nervenzentrum den Strom in Fabriken oder Rechenzentren verteilen und optimal regulieren. Diese Systeme werden weltweit immer mehr nachgefragt – getrieben durch den Aufbau von E-Mobilität und Rechenzentren, die steigende Elektrifizierung von Fabriken und den Ausbau der Technologieindustrie. Besonders die rasante Verbreitung von künstlicher Intelligenz beschleunigt Investitionen in die Infrastruktur von Rechenzentren und treibt die Nachfrage nach effizienten Energieverteilungstechnologien an. Der Bereich Siemens Smart Infrastructure konnte im Geschäft mit Rechenzentren im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekord-Auftragswert von 1,9 Milliarden Euro verbuchen. Auch der Umsatz mit diesen Technologien hat sich im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 45 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gesteigert.
„Der Markt für Data Center boomt weltweit mit Wachstumsraten weit über zehn Prozent”, sagt Peter Körte, CEO Siemens Smart Infrastructure. „Die nächste Generation von Rechenzentren entsteht gerade. KI-Fabriken, die nur eines produzieren: Intelligenz. Industrielle Großanlagen mit einem riesigen Strombedarf. Dazu brauchen wir Schaltanlagen der nächsten Generation. Das technische Herzstück für die künftigen Superhirne der Industrie. Und die bauen wir hier in Frankfurt.“
Im Rahmen des Investments wird Siemens ab Juli 2026 ein Gelände in Offenbach mieten und anschließend ausbauen. Die Produktion startet im Frühjahr 2027. Dabei plant das Unternehmen, die Vorfertigung vom Stammwerk in Frankfurt ins sechs Kilometer entfernte Offenbach schrittweise zu verlagern. Auch seine beiden Werke in Frankfurt wird Siemens erweitern und dort bis Oktober 2027 eine weitere Halle errichten. Dadurch sollen die Fertigungskapazitäten für Schaltanlagen signifikant gesteigert werden. Die 700 neuen Arbeitsplätze bis 2030 verteilen sich auf alle drei Standorte und Funktionen – von Jobs in Verwaltung, Fertigung bis hin zur Logistik.
„Das ist ein großartiges Signal für die Region Frankfurt-Rhein-Main“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef. „Erneut zeigt sich, dass Frankfurt und die Region nach wie vor ein attraktives Ansiedlungsgebiet für Wirtschaft und Industrie sind. Es ist gut, dass das Rhein-Main-Gebiet auch in der industriellen Produktion gestärkt wird. Sie ist ein essenzielles zweites Standbein neben der starken Finanzwirtschaft. Positiv ist insbesondere, dass die freiwerdenden Flächen im Stammwerk dazu genutzt werden, die Fertigungskapazitäten für Schaltanlagen zu steigern und dass die Endproduktion in Frankfurt stattfindet. Ich bedanke mich bei allen beteiligten Ämtern und Betrieben, insbesondere der Wirtschaftsförderung, sowie Siemens für die gute Zusammenarbeit.“
„Die Ansiedlung von Siemens in Offenbach zeigt, dass Industrie in Deutschland eine Zukunft hat – wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten”, sagt Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach am Main. „Dass wir in Offenbach gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer gezielt Flächen für Industrie und Gewerbe sichern, hat diese Ansiedlung erst möglich gemacht. Ich danke Siemens für das Vertrauen und die ganz konkrete Zusammenarbeit von Anfang an. Mit diesen neuen Industriearbeitsplätzen in einer wachsenden Zukunftsbranche setzt Offenbach seinen Aufwärtstrend der letzten Jahre fort.“
Siemens ist weltweit das einzige Unternehmen, das Last- und Leistungsschalttechnik an einem Standort herstellt – mit jahrzehntelanger Erfahrung in Entwicklung, Fertigung, Service, Qualitäts- und Umweltmanagement sowie Prüftechnik mit akkreditiertem Prüflabor. Das Schaltanlagenwerk Frankfurt besteht derzeit aus zwei Werken mit rund 2.800 Mitarbeitenden in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Automatisierung. Das Werk ist nicht nur das weltweite Kompetenzzentrum für gasisolierte Schaltanlagen, sondern auch Vorreiter für Schaltanlagen ohne das klimaschädliche Isoliergas SF₆. Diese F-Gas-freien Lösungen nutzen stattdessen „Clean Air“-Gas, das aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft besteht. Die Lösungen hat Siemens bereits lange vor dem Inkrafttreten der EU-Direktive entwickelt und vertrieben – und ist damit heute in der Lage, Kunden zeitnah und in großen Stückzahlen zu beliefern.
Mit diesem Investment bestärkt Siemens sein Bekenntnis zum Standort Deutschland und der „Made for Germany“-Initiative. Die 134 Mitglieds-Unternehmen setzen sich dafür ein, die Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Zwischen 2025 und 2028 investieren die Mitglieder gemeinsam über 800 Milliarden Euro in Deutschland.
