Sparkasse Dortmund startet Architekturwettbewerb für Neubau ihrer Zentrale in der Innenstadt
Die Sparkasse Dortmund plant den Neubau ihrer Unternehmenszentrale auf ihrem Grundstück an der Kampstraße zwischen Freistuhl und Katharinenstraße.
Zum Start eines hochbaulichen Architekturwettbewerbs stellte der Vorstandsvorsitzende Dirk Schaufelberger das Großprojekt heute gemeinsam mit Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti vor. Der Verwaltungsratsvorsitzende begrüßt das Vorhaben als „Meilenstein für die zukunftsweisende Entwicklung der City“. Der Baustart ist für 2028 geplant.

Die Zentrale der Sparkasse nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs setzt sich aus drei zusammenhängenden Gebäuden aus den 1960er Jahren zusammen. „Das Hochhaus und die glasüberdachte Kundenhalle erfüllen nicht mehr die Anforderungen an moderne Arbeitsplätze, Nachhaltigkeit, technische Infrastruktur und Kundenorientierung. Wir brauchen einen zukunftssicheren und wirtschaftlichen Standort mit bestmöglicher Funktionalität – für unsere Mitarbeitenden ebenso wie für unsere Kundinnen und Kunden“, sagt Dirk Schaufelberger. Auch zwischenzeitlich erfolgte Modernisierungen änderten nichts an grundlegenden strukturellen Defiziten im Bestand.
„Die Entscheidung zur Neuentwicklung ihres traditionellen Standorts ist für die kontinuierliche Aufwertung der Dortmunder Innenstadt ein ganz wichtiger Baustein“, ordnet Kalouti die Bedeutung des Bauprojekts ein.
Sanierung geprüft – Neubau als Vorzugsvariante
In einem mehrjährigen Prozess hat die Sparkasse Sanierungs- und Neubauoptionen für ihr Grundstück prüfen lassen – einschließlich Raumprogramm, bautechnischer Untersuchungen, Nachhaltigkeitsanforderungen und Denkmalschutzbetrachtung. „Die Gutachten zeigen: Ein Neubau ist langfristig die bessere Lösung. Er ermöglicht mehr Flächenflexibilität, Barrierefreiheit und einen erheblich geringeren Energiebedarf bei niedrigeren Betriebskosten“, erklärt Ulrich Bartscher, Leiter Immobilien-Beteiligungen der Sparkasse Dortmund. Geplant ist, das Kundenzentrum und das Hochhaus abzureißen und durch zwei Neubauten zu ersetzen. Eines der Gebäude soll als Hochpunkt errichtet werden. Das sanierte technische Zentrum soll erhalten und mit der Neuentwicklung verbunden werden.
Wettbewerb international besetzt – Juryentscheidung Ende November
Der Architekturwettbewerb startet heute als so genanntes Werkstattverfahren. Elf Planungsteams – darunter regionale, nationale und internationale Büros – sind dazu eingeladen. Nach einer anonymen Zwischenpräsentation im Juni ist die abschließende Jurysitzung für Ende November vorgesehen. Das Preisgericht setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, der Politik, externen Fachleuten sowie dem Bauherrn zusammen. Der renommierte Verfahrensmanager D+K drost consult aus Hamburg koordiniert den Wettbewerb.
Nachhaltigkeit, Flächeneffizienz, neue Arbeitswelten
Nachhaltigkeit ist ein Leitmotiv des Projekts: Die Sparkasse Dortmund verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Das Gebäude-Management ist dafür der wichtigste Baustein. Angestrebt wird eine DGNB-Zertifizierung, mindestens in Gold. „Mit der Neukonzeptionierung denken wir den Klimaschutz von Anfang an mit. Der Erhalt einzelner Gebäudeteile leistet dazu einen Beitrag“, erläutert Schaufelberger.
Zugleich soll die moderne Architektur die Flächeneffizienz deutlich verbessern: „Aufgrund der viel zu großen Nebenflächen im Bestand und veränderter Arbeitswelten basiert unsere komfortable Planung statt auf den heute rund 26.000 m² künftig auf nun mehr etwa 17.000 m². Dafür werden moderne Arbeitskonzepte wie Desksharing sowie bereichsübergreifend nutzbare Besprechungs- und Konferenzbereiche entwickelt.“
Ergänzend sieht das in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Combine Consulting entwickelte Neubaukonzept Flächen für Fremdnutzungen wie Büros, Gastronomie und Einzelhandel sowie ein Hotel vor. „Dieser Mix wird das ganze Quartier beleben. Das Interesse potenzieller Mieter ist sehr groß, wir führen bereits jetzt Gespräche mit namhaften Unternehmen“, betont Projektleiter Bartscher.
Dortmunds Planungsdezernent Stefan Szuggat erhofft sich von dem Großprojekt der Sparkasse kreative Inspiration für die Umfeldentwicklung: „Die an dem Wettbewerb teilnehmenden Büros werden die Gestaltung öffentlicher Freiräume rund um das 7.650 m² große Plangrundstück mitdenken und so eine Grundlage für eine qualitätvolle Umgestaltung durch die Stadt Dortmund schaffen.“ Ausgenommen davon ist die Kampstraße, die in einem parallelen Verfahren unter Federführung der Stadtverwaltung neu geplant wird.
Interimsquartier am Westfalenpark
Die derzeit prognostizierten Gesamtkosten liegen im unteren dreistelligen Millionenbereich. Finanziert wird das Vorhaben vollständig durch die Sparkasse Dortmund. Der Baubeginn ist aus heutiger Sicht für 2028 vorgesehen. Die Bauzeit wird voraussichtlich rund drei Jahre betragen. Die Fertigstellung wird für 2031 angestrebt.
Während der Bauphase ziehen die Mitarbeitenden in ein Interimsquartier im ehemaligen RWE-Bürogebäude an der Florianstraße am Westfalenpark um. Für die Filiale Dortmund-Mitte prüft die Sparkasse zentrale Alternativen in der Innenstadt. Dort sollen dauerhaft Services angeboten werden. „Unsere Dienstleistungen mit besonders hoher Kundenfrequenz sollen zentral erreichbar und dort durchgehend verfügbar bleiben“, kündigt Schaufelberger an.
