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Volle Hallen statt Katerstimmung: So war die Expo Real 2026 – Eindrücke von Thomas Aigner, Geschäftsführer und Inhaber der Aigner Immobilien GmbH

München, 08.10.2026

Die Expo Real gilt stets als ein Gradmesser für die Stimmung in der Immobilienwirtschaft. Diese war dann doch nicht so schlecht wie vorhergesagt, und entgegen zahlreichen öffentlichen Bekundungen, dieses Mal nicht dabei zu sein, waren die Hallen voll. Letztes Jahr sprachen viele darüber, wann die Zinsen wieder fallen werden. Dieses Jahr sprach darüber niemand mehr. Dafür wurde viel darüber gesprochen, wie weit die Preise noch zurückgehen. Der Realismus ist in der Branche angekommen.

Auf den Messeständen herrschte Pragmatismus, doch in diesem Herbst bleibt bei vielen ein Gefühl der Unsicherheit. Die Gründe sind bekannt: Hoch sind die Zinsen, die Baukosten ohnehin. Tief hingegen sitzt die Krise im Wohnungsneubau. Trotz des sogenannten Bauturbos geht es zu langsam voran – auch weil Städte und Gemeinden die neuen Spielräume nur zögerlich nutzen. Besonders in den Ballungsräumen entwickelt sich der Mangel an Wohnraum zu einem massiven Problem. Der Wahlausgang in Berlin tut sein Übriges, um Investoren in Unruhe zu versetzen.

Trotzdem sind sich viele einig: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ein bisschen mehr Optimismus ist angebracht – vor allem in jener Stadt, in der die Expo Real beheimatet ist. München ist und bleibt ein starker Standort, sowohl wirtschaftlich als auch in puncto Lebensqualität. Tech-Firmen zieht es an die Isar, und Menschen, die hier leben möchten, ohnehin. Allein die Entscheidung zugunsten der deutschen Olympia-Bewerbung sorgt für einen spürbaren Imageschub. Im Vergleich zur politischen Großwetterlage in Berlin zeigt sich zudem, dass München trotz grüner Regierungsbeteiligung wirtschaftsfreundlich und wertschätzend geblieben ist.

Auch wenn der eine oder andere etwas nostalgisch auf frühere Bedingungen zurückblickt, so war doch allen klar: Die Zeiten sind am Ende nicht ganz so schlimm, wie die düsteren Ausblicke im Vorfeld vermuten ließen. Die Branche packt die Probleme an, statt nur zu klagen.