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Zurückhaltung prägt den Jahresbeginn am Frankfurter Bürovermietungsmarkt

Der Frankfurter Büroflächenumsatz (Stadtgebiet Frankfurt sowie Offenbach-Kaiserlei und Eschborn) aus Neuvermietungen und Eigennutzungen belief sich im 1. Quartal 2026 nach Auswertungen von Cushman & Wakefield auf rund 67.200 m². Damit liegt das Ergebnis deutlich unter dem außergewöhnlich starken Vorjahresquartal (Q1 2025: 194.600 m²) und markiert einen Rückgang von rund 65 Prozent im Jahresvergleich.

Frankfurt am Main, 13.04.2026
Übersichtschart Bürovermietungsmarkt Frankfurt Q1 2026.

Wenige Abschlüsse bestimmen das Marktgeschehen

Mit dem aktuellen Flächenumsatz wurde der 10-Jahresdurchschnitt der jeweils 1. Quartale (111.900 m²) um rund 40 Prozent verfehlt, der 5-Jahresdurchschnitt (113.700 m²) um 41 Prozent. „Nach dem sehr dynamischen Jahr 2025 war ein ruhigerer Start in das Jahr 2026 zu erwarten. Die aktuell geringe Abschlussdynamik reflektiert vor allem eine abwartende Haltung vieler Nutzer sowie eine Pipeline mit deutlich kleineren Flächengesuchen“, kommentiert Hanjo Theiss, Head of Office Agency & Office Sector Germany sowie Head of Office Agency Frankfurt bei Cushman & Wakefield.

Mit einer Dealanzahl von insgesamt 86 liegt das Ergebnis erstmals seit 2020 bei weniger als 100 Deals pro Quartal. Der Flächenumsatz im 1. Quartal wurde maßgeblich durch wenige größere Abschlüsse geprägt. Der mit Abstand größte Deal war der Eigennutzerkauf der DZ Bank in der Mainzer Landstraße 50 mit rund 20.800 m² Bürofläche. Die zweitgrößte Vermietung erfolgte durch die Vermittlung von Cushman & Wakefield im mittleren vierstelligen Bereich im Westend: Die beiden Abschlüsse waren für mehr als ein Drittel (38 Prozent) des gesamten Flächenumsatzes im 1. Quartal verantwortlich und sorgten dafür, dass insbesondere Eigennutzer und strategische Umzüge in Bestandsimmobilien das aktuelle Marktgeschehen bestimmen.

Aufgrund des Eigennutzerdeals der DZ Bank im Bankenviertel, zeigt sich dieser Teilmarkt für rund 33 Prozent (22.500 m²) des Flächenumsatzes verantwortlich. Mit großem Abstand und einem Anteil von rund 11 Prozent (7.600 m²) folgt das Westend.

Quelle: Cushman & Wakefield Research, 2026 Q1

Spitzenmieten stabil, Durchschnittsmiete rückläufig

Die nachhaltig erzielbare Spitzenmiete blieb im ersten Quartal 2026 mit 52,00 Euro/m² stabil und liegt mit einem Anstieg von 4,0 Prozent leicht über dem Niveau des Vorjahresquartals (Q1 2025: 50,00 Euro/m²). Neue, hochwertige Flächen in zentralen Lagen erzielen weiterhin Spitzenwerte.

Die flächengewichtete Durchschnittsmiete sank hingegen auf 29,60 Euro/m² und liegt damit rund 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q1 2025: 30,90 Euro/m²). Dieser Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass hochpreisige Großabschlüsse wie die Anmietung der Commerzbank im Central Business Tower oder der ING DiBa im Hafenpark Quartier, beide aus dem 1. Quartal 2025, aus dem 12-Monatigen-Betrachtungszeitraum zur Berechnung der Durchschnittmiete rausgefallen sind.

Leerstandsquote pendelt sich bei 12 Prozent ein

Der Büroflächenleerstand in Frankfurt lag Ende März 2026 bei rund 1,40 Mio. m², was einer Leerstandsquote von 12,0 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutet dies einen Anstieg um 1,2 Prozentpunkte. Im Vergleich zu Q4 2025 ist die Leerstandsquote mit einer Veränderung von 0,1 Prozentpunkten (Q4 2025: 11,9 Prozent) stabil geblieben.

Im 1. Quartal 2026 wurden insgesamt rund 37.300 m² Bürofläche fertiggestellt, deutlich mehr als im – in dieser Hinsicht – sehr schwachen Vergleichsquartal des Vorjahres. Unter anderem wurden das Sanierungsobjekt „Fifty Five Westend“ mit rund 8.800 m² Bürofläche sowie der Eigennutzerbau der GIZ in Eschborn mit rund 28.000 m² fertiggestellt. Das Bauvolumen bleibt mit rund 367.700 m² nahezu stabil, wobei rund zwei Drittel (67 Prozent) der sich im Bau befindlichen Flächen bereits vorvermietet sind.

Markt dürfte sich im Jahresverlauf stabilisieren

„Für den weiteren Jahresverlauf 2026 erwarten wir eine leichte Belebung der Vermietungsaktivität, jedoch ein insgesamt moderates Gesamtjahresergebnis, das unterhalb des außergewöhnlichen Vorjahres liegen dürfte“ schließt Hanjo Theiss.