Zweites DGNB-Gold für den Potsdamer Platz: Berlins zentralster Bürostandort setzt erneut Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Quartiersentwicklung
Als erstes Stadtquartier Deutschlands bereits 2011 mit DGNB-Gold ausgezeichnet, erhielt der Potsdamer Platz nun zum zweiten Mal Gold – als eines der ersten Quartiere, die nach dem neuen DGNB-System für Bestandsquartiere bewertet wurden. Das Quartier ist der Beweis, dass auch Bestandsimmobilien nachhaltig betrieben werden können.
Der Potsdamer Platz gehört zu den bekanntesten Plätzen Berlins – und steht wie kein zweites Quartier für die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands: Aus dem ehemaligen Brachland, im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend von der Berliner Mauer durchzogen, hat sich in den 1990er Jahren ein abwechslungsreiches Stadtviertel entwickelt. Für seine hohe Nachhaltigkeitsqualität erhielt es im Jahr 2011 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) die Zertifizierung für Neubau-Stadtquartiere in Gold. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE führte nun die Zertifizierung nach dem neuen DGNB-System für Bestandsquartiere durch, übernahm dafür eine umfassende Status-Quo-Analyse, den Pre-Check und die Auditierung. Die erneute Zertifizierung begann im Oktober 2023 und wurde im September 2025 mit der Auszeichnungsstufe Gold abgeschlossen.
„Das Quartier ist von Beginn an langfristig gedacht, was durch eine stringente Nachhaltigkeitsstrategie und die erneute Zertifizierung belegt wird“, erklärt Katharina Treiber, Senior Vice President Asset Management bei Brookfield Properties, dem Eigentümervertreter von 16 des aus 17 Objekten bestehenden Quartiers. „Für uns zeigt das Projekt vor allem eins: Bestand kann Zukunft – wenn man ihn ernst nimmt, präzise analysiert und konsequent weiterentwickelt“, ergänzt Lisa Momper, Projektleiterin bei Drees & Sommer. Bereits in den 1990er-Jahren hatte das Unternehmen die Neuentwicklung des Potsdamer Platzes maßgeblich mitgestaltet.
Mit Klimaschutzfahrplänen zur Klimaneutralität
Das Quartier Potsdamer Platz umfasst eine Fläche von 12,7 Hektar. Es zeichnet sich durch eine gemischte Nutzung aus: Neben repräsentativen Büroflächen gibt es Einzelhandel, Gastronomie, Hotels, Wohnungen und ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1912. Die vielfältigen Nutzungsarten machen den Potsdamer Platz zu einem lebendigen Arbeits- und Freizeitstandort.
Für alle 16 in Verantwortung von Brookfield Properties liegenden Gebäude wurden Klimaschutzfahrpläne entwickelt, die eine Klimaneutralität bis 2045 anstreben. „Zu den darin vorgesehenen Maßnahmen gehören jährliche Verbrauchsreduktionen von jeweils einem Prozent bei Strom, Wasser, Wärme und Kälte sowie seit 2023 die Einführung von Green Leases“, erklärt Treiber. Dabei handelt es sich um nachhaltige Mietvereinbarungen, bei denen Vermieter und Mieter gemeinsam Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie zur Verbesserung der Umweltbilanz von Immobilien festlegen.
Besondere Merkmale des nachhaltigen Stadtquartiers sind das innovative Regenwassermanagement, das eine Wiederverwendung für Bewässerung und teilweise Toilettenspülungen ermöglicht, sowie ein unterirdisches Ver- und Entsorgungszentrum, das die Effizienz und Nachhaltigkeit des Quartiers unterstützt. Hinzu kommt ein städtebaulicher Aspekt und die erstklassige Verkehrsanbindung: „Die Umgestaltung der Alten Potsdamer Straße zur Fußgängerzone schafft neue Aufenthaltsqualität und stärkt die Vernetzung innerhalb des Quartiers“, erklärt Lisa Momper und führt aus: „Die erneute Zertifizierung unterstreicht, dass Nachhaltigkeit nicht beim Neubau endet, sondern im Bestand weitergeht.“
Meilenstein für die Quartierszertifizierung im Bestand
Die Zertifizierung von Stadtquartieren wie dem Potsdamer Platz mit Nachhaltigkeitssiegeln ist kein Selbstzweck, sondern macht sich in mehrfacher Hinsicht bezahlt: Durch die intelligente Nutzung von Ressourcen wie Strom und Wasser lassen sich Kosten sparen, was den Nutzern zugutekommt. Gleichzeitig steigt die Attraktivität und damit der Wert der Immobilien im Quartier.
Bisher stand die DGNB-Quartierszertifizierung ausschließlich für Neubauprojekte zur Verfügung. Mit dem Abschluss der Pilotphase im Jahr 2025 können nun erstmals auch Bestandsquartiere und Quartiere in Transformation mit der Marktversion zertifiziert werden. Dabei trägt die DGNB der Vielfalt urbaner Nutzungen Rechnung: Je nach Nutzungsschwerpunkt stehen unterschiedliche Profile zur Verfügung – für Stadtquartiere, Businessquartiere, Gewerbequartiere und Industriestandorte.
