Unternehmen haben 2025 wieder mehr Immobilien auf den Markt gebracht

Transaktionsvolumen auf dem deutschen Markt wächst um 13 Prozent

London/Frankfurt, 01.07.2026

Auf dem deutschen Immobilienmarkt haben Unternehmen im vergangenen Jahr Objekte im Wert von 2,6 Milliarden Euro verkauft. Im Vorjahr hatten diese „Corporate Disposals“ noch 2,3 Milliarden Euro betragen. Dies entspricht einem Wachstum von 13 Prozent und signalisiert eine vorsichtige Erholung, bei der sich Preis­erwartungen von Käufern und Verkäufern allmählich annäherten, analysiert die JLL-Studie „Raising Capital from Corporate Real Estate“. „Unternehmen gehen hierbei jedoch sehr selektiv vor und veräußern vor allem Objekte, die keine strategische Bedeutung haben oder besonders betriebsintensiv sind. Objekte, die wichtig für das jeweilige Kerngeschäft sind, bleiben hingegen in der Bilanz“, sagt Martina Williams, Head of JLL Work Dynamics Northern Europe.

Vor allem Immobilien von Produktionsunternehmen standen bei den Transaktionen im Fokus. Deren Anteil stieg von 25 Prozent in den Jahren 2015 bis 2019 auf 46 Prozent im Jahr 2025. „Diese Entwicklung reflektiert die anhaltende Nachfrage nach Logistikflächen und deren operative Relevanz“, ordnet Williams das Wachstum ein. Parallel dazu ging der Anteil von Büroimmobilien von 41 Prozent auf 19 Prozent zurück – Grund hierfür sind die Folgen von Hybrid-Arbeit, hohen Sanierungskosten und verschärften Nachhaltigkeitsanforderungen. Einzelhandelsimmobilien hatten mit 31 Prozent einen relativ stabilen Anteil, während Unternehmen im vergangenen Jahr alle Healthcare-Objekte im Bestand hielten.

Sale-and-Leaseback-Strukturen dominierten 2025 erneut die Transaktionslandschaft. „Sich vom Eigentum zu trennen und es zugleich als Mieter weiter zu nutzen, ermöglicht deutschen Unternehmen, Kapital – zum Beispiel für Forschung – freizusetzen und gleichzeitig die betriebliche Kontinuität zu wahren. Gerade in einem Umfeld konstant höherer Zinsen ist das ein zentraler Aspekt“, erklärt Williams. Auf der anderen Seite konzentrierten sich Investoren auf erstklassige Objekte mit langfristigen Mietverträgen und stabilen Cashflows.

Quelle: JLL

Europaweit ist das Volumen noch stärker als in Deutschland gewachsen

EMEA-weit haben Unternehmen unterdessen 2025 Objekte für 19,4 Milliarden Euro verkauft. Sie steuerten damit neun Prozent des gesamten Transaktionsvolumens in der Region bei. Damit fiel das Wachstum mit 25 Prozent nochmals stärker als in Deutschland aus, während die Zahl der Transaktionen im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 553 Deals stieg. Das Wachstum wurde vor allem durch kleinere und mittelgroße Transaktionen getrieben.

Bei der Sektorenverteilung dominierten Industrieimmobilien mit 35 Prozent Marktanteil, gefolgt von Einzelhandel mit 25 Prozent und Büroimmobilien mit 24 Prozent. Healthcare erreichte sieben Prozent, alternative Assetklassen neun Prozent. Die Aussichten für 2026 sind positiv, wobei Experten eine weitere Stabilisierung und selektives Wachstum erwarten, insbesondere bei langfristigen Mietverträgen und hochwertigen Objekten.

Einzelhandelsimmobilien dominieren EMEA-Markt

Im Vergleich der Immobiliensektoren verzeichnete der Einzelhandel im EMEA-Raum die stärkste Entwicklung. Das Transaktionsvolumen im Retail-Bereich stieg um 50 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Dieser Anstieg wurde von großvolumigen strategischen Transaktionen getragen, wobei Lebensmitteleinzelhändler eine zentrale Rolle spielten. Mit 1,9 Milliarden Euro verbuchten sie ein stabiles Transaktionsvolumen. In Frankreich und Großbritannien führte diese Sparte mit 23 Prozent beziehungsweise 21 Prozent Marktanteil das Feld an.

Der Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor erlebte derweil einen deutlichen Anstieg um 245 Prozent auf 709 Millionen Euro. Unternehmen in der Branche haben ihre Immobilienbestände neu strukturiert, um sich verändernde Geschäftsmodelle und damit verbundene Kapitalanforderungen zu unterstützen. Hier dominierten die Märkte in der Schweiz und in Deutschland mit 262 Millionen Euro beziehungsweise 111 Millionen Euro.

Quelle: JLL

„Vor dem Hintergrund der Energiewende und dem damit verbundenen Kapitalbedarf beschleunigte sich die Aktivität im Energiesektor massiv. Die Verkäufe von Unternehmensimmobilien stiegen von 138 Millionen Euro auf 421 Millionen Euro – eine Verdreifachung innerhalb eines Jahres. Deutschland führte mit 140 Millionen Euro, gefolgt von Schweden mit 115 Millionen Euro“, gibt Williams einen Überblick über eine der wichtigsten Zukunftsbranchen.

Auch der Automobilsektor verbuchte deutlich mehr Dynamik und verdoppelte sein Volumen im vergangenen Jahr von 290 Millionen Euro auf 588 Millionen Euro. Polen und die Tschechische Republik gewannen als Transaktionsstandorte an Bedeutung, während Deutschland mit 218 Millionen Euro seine führende Position behauptete. Zugleich wuchs der Bildungssektor um 249 Millionen Euro auf 634 Millionen Euro, wobei das Vereinigte Königreich dominant blieb.