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Aufklärung zu häuslicher Gewalt: Frauen*hilfe München und Vonovia starten Kampagne

Aktion soll Mieterinnen und Mieter für Vorfälle in der Nachbarschaft sensibilisieren / Plakate und Postkarten mit Verhaltenstipps weisen auf Hilfsangebote hin

München, 22.01.2026
Start der Kampagne von Vonovia x Frauen*hilfe München mit Claudia Heyne, Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei der Frauen*hilfe München (links), und Andrea Günther, Regionalleitung München bei Vonovia (rechts).

Unter dem Motto „Nebenan knallt’s! Was kann ich tun?“ startet die Frauen*hilfe München mit Unterstützung des Wohnungsunternehmens Vonovia eine großangelegte Aufklärungskampagne zu häuslicher Gewalt. Zum Auftakt der Kampagne haben Claudia Heyne, Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising der Frauen*hilfe München, und Andrea Günther, Regionalleitung München von Vonovia, ein Plakat vorgestellt, das in den kommenden Tagen in den Treppenhäusern aller Münchner Häuser des Unternehmens aufgehängt wird. Zusätzlich erhalten alle Haushalte eine Postkarte. Vonovia ist mit rund 6.000 Wohnungen einer der größten Vermieter in München.

Die großformatigen Plakate enthalten die Kontaktdaten der Beratungsstelle sowie des Rund-um-die-Uhr-Telefons der Frauen*hilfe München. Die Postkarten, die in die Briefkästen aller Wohnungen verteilt werden, beschreiben außerdem wichtige Verhaltensempfehlungen für Beobachter und Opfer von häuslicher Gewalt. Damit sensibilisieren Frauen*hilfe und Vonovia die Nachbarschaft und geben Tipps, wie Bewohnerinnen und Bewohner bei Fällen häuslicher Gewalt deeskalierend eingreifen und gegenüber Betroffenen Unterstützung anbieten können.

Claudia Heyne, Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising bei der Frauen*hilfe München: „Das Rund-um-die-Uhr-Telefon der Frauenhilfe ist ständig erreichbar. Aber viele Betroffene scheuen aus Angst, Abhängigkeit oder Scham vor einem Kontakt zurück oder wissen gar nicht, welche Informations- und Schutzmöglichkeiten es gibt. Die Kampagne, die wir in Zusammenarbeit mit Vonovia in rund 600 Häusern in München starten, ist daher ein ganz wesentlicher Beitrag dazu, Menschen vor Ort für das Thema zu sensibilisieren und Betroffene zu ermutigen, entsprechende Hilfs- und Unterstützungsangebote wahrzunehmen.“

Andrea Günther, Regionalleitung München bei Vonovia: „Das eigene Zuhause soll Geborgenheit, Schutz und Sicherheit bieten. Doch es wird für die Opfer häuslicher Gewalt zu Orten der Gefahr. Gemeinsam mit der Frauen*hilfe München wollen wir dazu beitragen, dass die Kampagne möglichst viele Menschen erreicht und unsere Mieterinnen und Mieter nicht die Ohren verschließen, wenn es nebenan knallt, sondern hinhören und helfen.“

Das Thema häusliche Gewalt ist aktueller denn je: Statistisch betrachtet wird etwa alle zwei Minuten ein Mensch Opfer von häuslicher Gewalt – der ganz überwiegende Teil davon sind Frauen. Im Jahr 2024 wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts in Deutschland insgesamt mehr als 265.000 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt. Damit ist die Zahl der polizeilich registrierten Opfer innerhalb von fünf Jahren um knapp 18 Prozent gestiegen. Experten gehen von einer großen Dunkelziffer aus, da viele Fälle nicht zur Anzeige gebracht werden und daher keinen Niederschlag in den polizeilichen Zahlen finden.

Claudia Heyne: „Häusliche Gewalt zeigt sich in unterschiedlichen Formen. Dazu zählen psychische, körperliche und sexuelle Gewalt ebenso wie sogenannte wirtschaftliche Gewalt. Letztere liegt vor, wenn Frauen keinen oder nur stark eingeschränkten Zugang zu finanziellen Mitteln haben und dadurch in Abhängigkeit gehalten werden.“

„Die Kampagne soll so niederschwellig wie möglich unsere Hilfsangebote und Kontaktdaten direkt im häuslichen Umfeld am Schwarzen Brett und in den Briefkästen publik machen“, so Heyne weiter.

Die Idee für die Kampagne geht auf eine Initiative des Frauen- und Kinderschutzhaus Konstanz zurück, das eine vergleichbare Aktion erstmals im Jahr 2022 mit Vonovia ausgerollt hatte. Mittlerweile hat Vonovia die Kampagne mit jeweils lokalen Partnern in mehreren deutschen Städten erfolgreich umgesetzt.