Leipziger Büromarkt 2025 – Mieten ziehen an, Leerstand steigt
Flächenumsatz mit 85.000 m² deutlich unter Vorjahresniveau / Angebotsknappheit lässt Spitzenmiete weiter steigen auf 21,50 Euro pro m² / Leerstände nehmen weiter zu; Leerstandsquote lag Ende 2025 bei 5,8 Prozent
Der Leipziger Büromarkt schließt das Jahr 2025 mit einem Flächenumsatz von 85.000 Quadratmetern ab. Damit bewegt sich das Ergebnis zwar unterhalb der Rekordjahre vor 2023, bestätigt jedoch eine weitgehend stabile Nachfrage in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld.
Isabelle Ritter, Senior Consultant Office Letting bei Colliers erläutert: „Auch 2025 war geprägt von einer spürbar zurückhaltenden Anmietungsdynamik. Unternehmen prüfen Flächenbedarfe intensiver und agieren risikobewusster. Gleichzeitig zeigt sich jedoch klar: Moderne, effiziente und zentral gelegene Flächen bleiben stark nachgefragt. In diesem Segment profitieren Vermieter weiterhin von einer hohen Abschlussbereitschaft.“
Nachfrage konzentriert sich auf zentrale Lagen und wissensintensive Branchen
Der Leipziger Bürovermietungsmarkt 2025 wurde maßgeblich von zentralen Teilmärkten und wissensintensiven Branchen geprägt. Die Vermietungen im Zentrum und Zentrumsring machen etwa ein Viertel des Gesamtflächenumsatzes aus. An zweiter Stelle folgt der Büroteilmarkt Süd mit einem Anteil von etwa 16,5 Prozent. Ausschlaggebend hierfür ist insbesondere die Anmietung durch den Großnutzer Deloitte, der sich rund 8.000 m² Neubaufläche gesichert hat.
Auf Branchenebene dominierten erneut Beratungsunternehmen mit ca. 24 Prozent des gesamten Flächenumsatzes, gefolgt von der IT‑/Telekommunikationsbranche (ca. 10 Prozent) und Bildungseinrichtungen (ca. 15 Prozent). Auch das Gesundheits‑ und Sozialwesen sowie der Bereich Tourismus und Verkehr leisteten relevante Beiträge zum Flächenumsatz. Insgesamt zeigt die Breite der Abschlüsse über viele Teilmärkte und Sektoren hinweg eine robuste und diversifizierte Nachfragebasis, die Leipzigs Büromarkt auch 2025 stabilisiert hat.
Mieten steigen erneut deutlich an
Die Mietpreisentwicklung zeigt sich trotz des moderaten Marktumfelds robust. Die Spitzenmiete lag Ende 2025 bei 21,50 Euro pro m² und damit knapp 2 Prozent über dem Ergebnis aus 2024 (21,00 Euro pro m²). Die Durchschnittsmiete kletterte um 4 Prozent auf 13,50 Euro pro m² (gegenüber 13,00 Euro pro m² in 2024).
Isabelle Ritter kommentiert: „Die Angebotsknappheit im hochwertigen Segment schlägt direkt auf die Mieten durch. Nutzer investieren gezielt in neue Arbeitswelten und akzeptieren entsprechend höhere Preisniveaus, wenn Flächen qualitativ überzeugen.“
Leerstand steigt – Markt bleibt aber funktional balanciert
Analog zu der Entwicklung in den Top 7 hat auch der Leerstand in Leipzig zugenommen. Der Leerstand legte im Jahresverlauf auf 235.000 m² zu, was einer Leerstandsquote von 5,8 Prozent entspricht.
Isabelle Ritter dazu: „Der Anstieg ist vor allem auf Rückgaben von Bestandsflächen und Konsolidierungen zurückzuführen. Einen signifikanten Anteil am aktuellen Leerstandsvolumen haben zudem bislang nicht vermietete Büroflächen in bereits fertiggestellten Neubauten. Für das moderne Flächensegment wird jedoch erwartet, dass sich das Leerstandsniveau im Verlauf des Jahres 2026 rückläufig entwickelt. Im Gegensatz dazu geraten ältere Bestandsimmobilien verstärkt unter strukturellen Druck, da sie die veränderten und zunehmend anspruchsvolleren Anforderungen der Nutzer häufig nicht mehr erfüllen.“
Moderate Fertigstellungen – hohe Vorvermietungsquoten
Im Jahr 2025 wurden 63.000 m² neue Büroflächen fertiggestellt. Für 2026 erwartet Colliers 35.000 m² an zusätzlichen Flächen, von denen bereits 14.000 m² vorvermietet sind.
„Die Pipeline bleibt überschaubar, und der hohe Vorvermietungsgrad zeigt, dass projektierte Neubauflächen weiterhin gut absorbiert werden“, so Isabelle Ritter. „Das begrenzt das Risiko eines Überangebots und hält das Mietpreisniveau im Premiumsegment stabil.“
Ausblick: Seitwärtsbewegung, aber erhöhte Nachfragechance ab 2026
„Für 2026 rechnen wir mit einer seitwärts gerichteten Marktentwicklung, die sich eng an der gesamtwirtschaftlichen Lage orientiert“, sagt Isabelle Ritter. „Sollte der wirtschaftliche Rückenwind im Laufe des Jahres zunehmen, könnte dies zu mehr Anmietungen und Projektentscheidungen führen. Gleichzeitig bleibt die Knappheit an modernen Flächen ein strukturelles Thema.“
