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Science Day der ESPG: Griesheim positioniert sich als Innovationshub der Region

Griesheim, 26.02.2026
Dr. Ralf Nöcker (re.) und Markus Drews (li.) bei der Eröffnung des Science Day

Die European Science Park Group (ESPG) hat gestern zum „Science Day“ in den Science Park campteq eingeladen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Stadt Griesheim sowie den ansässigen Unternehmen Azenta Life Sciences und DMSZ Deutsche Managementsystem Zertifizierungsgesellschaft durchgeführt. Damit wurde bereits im Veranstaltungsformat deutlich, was den Standort auszeichnet: eine enge Partnerschaft zwischen Kommune, innovativen Unternehmen und einem auf Wissenschaftsparks spezialisierten Immobilienentwickler. Azenta und DMSZ stehen exemplarisch für die Innovationskraft der Region – international ausgerichtet, technologisch führend und tief in der regionalen Wirtschaftsstruktur verankert.

Mittelpunkt der Veranstaltung war die Transformation des ehemaligen Bürokomplexes im Leuschnerpark in den modernen Science Park CAMPTEQ. Wo früher klassische Verwaltungsstrukturen dominierten, entstehen heute flexible Labor- und Büroflächen für Unternehmen aus den Life Sciences, Hightech-Industrien und anderen wissensintensiven Branchen. Die Nähe zur TU Darmstadt sowie die Einbettung in die dynamische Wirtschaftsregion Rhein-Main schaffen ideale Voraussetzungen für Innovation und Wachstum.

Science Parks als Motor für Innovation und Wertschöpfung

Science Parks gelten zunehmend als eigenständige Assetklasse mit hoher strategischer Bedeutung. Sie verbinden Immobilienkompetenz mit inhaltlicher Nähe zu Forschung, Technologietransfer und Unternehmensgründungen. Durch die räumliche Konzentration von Wissenschaft, Start-ups und etablierten Technologieunternehmen entstehen Innovationsökosysteme, die den Wissenstransfer beschleunigen und regionale Wertschöpfung nachhaltig stärken.

Dr. Ralf Nöcker, Vorstand der ESPG, betonte die besondere Rolle des Science Park campteq: „Wir sind stolz darauf, dass sich hier eine der größten Einrichtungen zur Lagerung biologischer Proben in Europa befindet – mit einem Bestand von rund zehn Millionen Einheiten. Das zeigt, welches Niveau und welche internationale Relevanz dieser Standort bereits erreicht hat. Unser Anspruch ist es, dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen und mit zielgerichteten Investitionen den Science Park campteq als ‚Space to innovate‘ weiter zu stärken – einem Ort, an dem Forschung, Technologie und Unternehmertum optimal zusammenfinden.“

Mit aktuell 16 Science Parks und rund 126.000 Quadratmetern Fläche in Europa konzentriert sich ESPG gezielt auf Standorte, an denen wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerische Dynamik aufeinandertreffen. Der Fokus liegt auf Zukunftsbranchen wie Biowissenschaften, grünen Technologien und digitaler Transformation.

Griesheim als Zukunftsstandort

Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl ordnete im Nachgang der Veranstaltung die Entwicklung von campteq in die langfristige Strategie der Stadt ein: „Der Standort Griesheim bietet mit seinen Gewerbebetrieben sehr gute Rahmenbedingungen, sich weiter konsequent zu einem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit klarer Zukunftsperspektive zu entwickeln. Im Science Park campteq finden Unternehmen ein Zuhause in einem sehr gut ausgestatteten Umfeld, in dem sich auch die Beschäftigten jederzeit wohlfühlen können.“

Die enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Unternehmen und Wissenschaft war eines der zentralen Themen des Abends. Gerade Mittelstädte wie Griesheim können von spezialisierten Wissenschaftsparks profitieren, wenn sie sich gezielt als Teil eines regionalen Innovationsclusters positionieren.

Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Perspektiven

Eine internationale Perspektive brachte Dr. Markus Albertini, Director & General Manager European Regional Services bei Azenta Life Sciences, ein. Herr Albertini berichtete über aktuelle Entwicklungen in Forschung, Biobanking und regulatorischer Compliance. Gerade in hochsensiblen Bereichen wie der Probenlagerung und -verarbeitung seien moderne Infrastrukturen und verlässliche Standortbedingungen entscheidend.

Am Standort im Leuschnerpark lagert Azenta mehr als zehn Millionen humanbiologische Proben aus klinischen Studien und pharmazeutischer Entwicklung. Damit zählt das Repository zu den größten Einrichtungen dieser Art in Europa. Die langfristige und sichere Lagerung bei ultra-tiefen Temperaturen bis zu –192 °C ist eine zentrale Voraussetzung für die Entwicklung moderner Therapien – von Antikörper- über Zell- bis hin zu Gentherapien. Die schnelle Verfügbarkeit dieser Proben beschleunigt Forschungs- und Entwicklungsprozesse erheblich und schafft zugleich die notwendige regulatorische Sicherheit für international agierende Pharma- und Biotech-Unternehmen.

Auch Hans Kolligs, Hauptgesellschafter der DMSZ Deutsche Managementsystem Zertifizierungsgesellschaft,machte deutlich, welche Rolle Qualität und Compliance für innovationsgetriebene Standorte spielen. Das 2005 gegründete Unternehmen mit Sitz in Griesheim betreut rund 1.225 mittelständische Unternehmen im In- und Ausland und ist durch die Deutsche Akkreditierungsstelle akkreditiert.

Im Fokus stehen Managementsystem-Zertifizierungen nach international anerkannten Normen wie ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 27001 (IT-Sicherheit) oder ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz). Gerade für wachstumsstarke Technologie- und Life-Science-Unternehmen sind strukturierte Prozesse, dokumentierte Qualität und belastbare Auditierungen zentrale Voraussetzungen – sei es für regulatorische Anforderungen, internationale Geschäftspartner oder den Zugang zu Ausschreibungen.

Mit ihrem Netzwerk aus internen Fachprüfern und externen Auditoren begleitet die DMSZ Unternehmen dabei, Qualität systematisch zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag, um Innovationsstandorte wie den Leuschnerpark nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch und regulatorisch auf hohem Niveau abzusichern.

Markus Drews, Vorstand der ESPG, unterstrich in diesem Zusammenhang: „Innovationsstandorte wie campteq sind dann langfristig erfolgreich, wenn Infrastruktur, regulatorische Rahmenbedingungen und unternehmerische Freiheit konsequent zusammengedacht werden. Unsere Gebäude und Einrichtungen sind gezielt auf die individuellen Anforderungen unserer Mieter zugeschnitten – von Laborflächen bis hin zu Reinräumen. Dabei verstehen wir uns nicht nur als Vermieter, sondern als Partner, der die Entwicklung seiner Mieter aktiv begleitet. Dass dieses Konzept trägt, zeigt sich auch an anderen Standorten wie unserem Science Park Blue Circle in Würselen, wo unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das MedTech-Start-up Alaxo und ein internationaler LED-Spezialist erfolgreich angesiedelt sind.“ 

Austausch als Schlüssel zum Erfolg

Im Anschluss an das offizielle Programm nutzten die Gäste die Gelegenheit zum intensiven Austausch. Vertreterinnen und Vertreter aus regionalen Unternehmen, kommunalen Institutionen und wissenschaftlichen Einrichtungen diskutierten Kooperationsmöglichkeiten und zukünftige Projekte.

Der Science Day machte deutlich: Mit campteq entsteht in Griesheim ein Standort, der Wissenschaftsnähe, moderne Infrastruktur und unternehmerische Dynamik verbindet. Die Veranstaltung war damit nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern zugleich ein Signal für die weitere Entwicklung – hin zu einem sichtbaren, starken Innovationshub in der Region Rhein-Main.