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HAMBORNER REIT AG behauptet sich in anhaltend herausforderndem Marktumfeld

– vorläufige Zahlen belegen planmäßige und weitgehend stabile Geschäftsentwicklung im Jahr 2025 – Dividendenvorschlag bei 0,39 Euro je Aktie

Duisburg, 27.02.2026
  • Verminderung der Miet- und Pachterlöse um 2,9 % auf 90,3 Mio. Euro
  • Rückgang des FFO um 5,7 % auf 48,6 Mio. Euro
  • Verminderung des Verkehrswerts des Immobilienportfolios nach Jahresendbewertung um 4,6 % (Like-for-like)
  • Nettovermögenswert (NAV) je Aktie bei 9,07 Euro (-7,3 % YOY)
  • Loan-to-value (LTV) mit 44,3 % geringfügig über Vorjahresniveau
  • Beabsichtigte Ausschüttung von 65 % der operativen Erträge – Dividendenvorschlag bei 0,39 Euro je Aktie
  • Gesamtjahresprognose 2026 beeinflusst durch Immobilienverkäufe und erhöhte Aufwendungen

VORLÄUFIGE GESCHÄFTSZAHLEN ZUM 31. DEZEMBER 2025

Mit der heutigen Veröffentlichung der vorläufigen, noch nicht testierten Geschäftszahlen blickt die HAMBORNER REIT AG auf ein weiteres Geschäftsjahr zurück, das von anhaltenden Unsicherheiten und belastenden Einflussfaktoren geprägt war. Gleichwohl verlief die operative Geschäftsentwicklung im Rahmen der Planung und zeigte sich insgesamt robust.

Die Miet- und Pachterlöse beliefen sich auf 90,3 Mio. Euro und lagen damit 2,9 % unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang ist insbesondere auf die im ersten Halbjahr 2025 erfolgten Abgänge von Bestandsimmobilien zurückzuführen.

Beeinflusst durch die Mietrückgänge, erhöhte Kostenbelastungen, insbesondere in den Bereichen Personal und sonstige betriebliche Aufwendungen sowie verminderte Zinserträge und sonstige betriebliche Erträge reduzierten sich die Funds from Operations (FFO) gegenüber dem Vorjahr um 5,7 % auf 48,6 Mio. Euro bzw. 0,60 Euro je Aktie. Damit lag der Wert oberhalb der zu Beginn des vergangenen Jahres prognostizierten Spannbreite von 44,0 bis 46,0 Mio. Euro. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen entwickelten sich die Instandhaltungsaufwendungen im Jahr 2025 weitgehend stabil, was auf eine anteilige zeitliche Verschiebung geplanter Maßnahmen in das laufende Geschäftsjahr 2026 zurückzuführen ist. Darüber hinaus resultierten aus der Integration neuer externer Facility-Management-Dienstleister im Geschäftsjahr 2025 positive Einmaleffekte, die sich auf die Entwicklung der laufenden Betriebsaufwendungen auswirkten.

Die Finanzsituation der Gesellschaft verbleibt weiterhin solide. Die REIT-Eigenkapitalquote lag zum 31. Dezember 2025 mit 54,7 % auf konstant hohem Niveau. Der Loan-to-Value (EPRA-LTV) erhöhte sich im Jahresverlauf unter Einfluss der Wertentwicklung des Immobilienportfolios sowie der im zweiten Quartal erfolgten Dividendenauszahlung geringfügig auf 44,3 % (Vorjahr: 43,7 %).

PORTFOLIOENTWICKLUNG

Zu Beginn des zweiten Quartals 2025 sind mit dem Einzelhandelsobjekt in Lübeck sowie dem Büroobjekt in Osnabrück zwei veräußerte Immobilien in den Besitz der jeweiligen Käufer übergegangen. Die Summe der Verkaufspreise lag mit insgesamt 27,4 Mio. Euro auf dem Niveau der zuletzt festgestellten Verkehrswerte.

Nach Durchführung einer umfassenden Marktsondierung und im Sinne einer Fortführung der hohen Transparenz hat die Gesellschaft im vergangenen Jahr einen Wechsel des externen Bewerters vorgenommen und die turnusmäßige Jahresendbewertung des Immobilienportfolios erstmals durch den Gutachter Savills durchführen lassen.

Auf Grundlage der Erstbewertung verminderte sich der Verkehrswert des Immobilienportfolios (like-for-like) um 65,1 Mio. Euro bzw. 4,6 %. Dabei handelte es sich überwiegend um objektspezifische Wertanpassungen, die im Wesentlichen auf die Marktentwicklung sowie auf erhöhten Investitionsbedarf an einzelnen Immobilienstandorten zurückzuführen sind.

Unter Berücksichtigung der Jahresendbewertung sowie der abgeschlossenen Transaktionen verfügte HAMBORNER zum 31. Dezember 2025 über 64 Immobilien mit einem Verkehrswert von insgesamt 1,349 Mrd. Euro. Der Nettovermögenswert (NAV) je Aktie reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 7,3 % auf 9,07 Euro.

Darüber hinaus hat die Gesellschaft zum Jahresende 2025 den Verkaufsvertrag für eine Einzelhandelsimmobilie in Ditzingen unterzeichnet. Bei dem Verkaufsobjekt handelt es sich um einen Baumarkt, der im Jahr 2016 erworben wurde und zuletzt mit rund 0,9 Mio. Euro zu den jährlichen Mieterlösen beitrug. Die Immobilie wurde unter Berücksichtigung der Standorteinschätzung im Rahmen des aktiven Portfoliomanagements veräußert. Der Verkaufspreis belief sich auf 11,9 Mio. Euro und lag damit rund 10 % über dem zuletzt festgestellten Verkehrswert. Der Besitzübergang wird voraussichtlich im Laufe des ersten Quartals 2026 stattfinden.

OPERATIVE GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Auch auf operativer Ebene erwies sich die Geschäftsentwicklung weitgehend stabil und planmäßig. Im Geschäftsjahr 2025 wurden zahlreiche Vermietungserfolge erzielt und Verträge für Mietflächen von rund 39.000 m² abgeschlossen (Vorjahr: rund 49.000 m²), wobei der überwiegende Anteil auf Vertragsverlängerungen mit Bestandsmietern innerhalb des Büroportfolios entfiel.

Die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (WALT) ist im Jahresverlauf leicht gesunken und lag zum 31. Dezember 2025 bei 5,3 Jahren (Vorjahr: 5,8 Jahre). Die Laufzeiten innerhalb des Einzelhandels- und Büroportfolios beliefen sich auf 6,6 bzw. 3,8 Jahre. Die EPRA-Leerstandsquote erhöhte sich im Jahresverlauf geringfügig und lag zum Jahresende 2025 mit 3,5 % (Vorjahr: 2,8 %) weiterhin auf niedrigem Niveau.

DIVIDENDE

Im ersten Halbjahr 2025 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der HAMBORNER REIT AG mit der Dividendenpolitik der Gesellschaft befasst und angekündigt, künftig zwischen 60 % bis 70 % des im jeweiligen Geschäftsjahr erwirtschafteten operativen Ergebnisses (FFO) an die Aktionäre auszuschütten.

Unter Berücksichtigung der Geschäftsentwicklung im Jahr 2025 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat darauf verständigt, der diesjährigen Hauptversammlung eine Ausschüttung von 65 % der operativen Erträge bzw. eine Dividende in Höhe von 0,39 Euro je Aktie vorzuschlagen. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs entspräche dies einer Dividendenrendite von rund 8,4 %. Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft findet am 3. Juni 2026 im Rahmen einer Präsenzveranstaltung statt.

PROGNOSE 2026

Bereits zu Beginn dieser Woche hat die Gesellschaft eine erste Einschätzung hinsichtlich der erwarteten Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr abgegeben:

  • Erlöse aus Mieten und Pachten: 87,5 – 89,5 Mio. Euro
  • Funds from operations (FFO): 38,0 – 42,0 Mio. Euro

Die erwartete Verminderung der Erlöse aus Mieten und Pachten gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die im Geschäftsjahr 2025 erfolgten Veräußerungen von Bestandsimmobilien zurückzuführen.

Da in Anbetracht der weiterhin bestehenden Unsicherheiten und eingeschränkten Dynamik am Immobilieninvestitionsmarkt Zeitpunkte und Volumen möglicher Immobilienakquisitionen und -verkäufe sowie daraus resultierende Umsatz- und Ergebniseffekte derzeit nur schwer einschätzbar sind, hat die Gesellschaft im Rahmen der Prognoseerstellung auf eine Berücksichtigung von Immobilienan- und -verkäufen verzichtet.

Der zum gegenwärtigen Zeitpunkt prognostizierte Rückgang des operativen Ergebnisses (FFO) resultiert zum einen aus den verminderten Mieterlösen aufgrund der Objektveräußerungen, zum anderen aus gegenüber dem Vorjahr erhöhten Aufwendungen.

Ein wesentlicher Teil der steigenden Kostenbelastungen entfällt dabei auf den Bereich der Instandhaltung. Ursächlich hierfür sind einerseits eine zeitliche Verschiebung ursprünglich für das Jahr 2025 geplanter Maßnahmen und andererseits zusätzliche Aufwendungen für laufende Instandhaltungen sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit Vermietungsaktivitäten in 2026, welche sich in erhöhten Kosten für Mieterausbauten widerspiegeln.

Darüber hinaus geht die Gesellschaft von einem Anstieg der laufenden Betriebsaufwendungen aus, der insbesondere auf positive Einmaleffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen ist. Im Zusammenhang mit der Integration neuer externer Facility-Management-Dienstleister im Geschäftsjahr 2025 erfolgte während der Übergangsphase ein verminderter Leistungs- und daraus folgender Kostenaufwand. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet die Gesellschaft nunmehr eine Wiederherstellung des regulären bzw. eine punktuelle Erweiterung des Leistungsumfangs, welcher sich auf die Entwicklung der laufenden Betriebsaufwendungen auswirkt.

Nach einer Verminderung der Gesamtverbindlichkeiten sowie der damit verbundenen Zinsaufwendungen im Jahr 2025, welche aus einer Rückführung von Darlehen resultierte, wird für das laufende Geschäftsjahr ein Anstieg der Zinskosten prognostiziert. Dieser ist im Wesentlichen auf die im zweiten Halbjahr 2025 erfolgte Refinanzierung mehrerer grundpfandrechtlich besicherter Darlehen zu erhöhten Zinskonditionen zurückzuführen.

Weitere operative Ergebniseffekte resultieren aus einer Erweiterung der personellen Kapazitäten sowie einer Nachbesetzung vakanter Stellen im Jahresverlauf 2025 bzw. im Laufe des ersten Halbjahres 2026, die sich in einem erwarteten Anstieg der Personalaufwendungen widerspiegeln.

ANPASSUNG DER PORTFOLIOSTRATEGIE

Darüber hinaus hat die Gesellschaft zu Beginn dieser Woche eine Anpassung der Portfoliostrategie angekündigt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden strukturellen Veränderungen im Büromarkt haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der HAMBORNER REIT AG darauf verständigt, den strategischen Fokus der Gesellschaft auf Einzelhandelsimmobilien im Bereich der Nahversorgung sowie auf Baumärkte auszurichten. In diesem Zusammenhang wird das Ankaufsprofil gezielt erweitert, unter anderem durch Aufnahme von Core Plus Immobilien sowie hinsichtlich Losgrößen, Mieterstruktur und regionaler Standorte innerhalb Deutschlands, um zusätzliche Wachstums- und Diversifikationspotenziale zu erschließen.

Mit der strategischen Neuausrichtung verbindet sich das mittelfristige Ziel, den Büroanteil am Gesamtportfoliovolumen auf 10 bis 20 % zu reduzieren. Die Anpassung soll sukzessive und ergebnis- bzw. wertoptimiert erfolgen und sieht eine schrittweise Veräußerung ausgewählter Büroobjekte sowie die Reallokation des freiwerdenden Kapitals in Einzelhandelsimmobilien vor.

Mit der vorgesehenen Reduzierung des Büroanteils und der Fokussierung auf die zuvor beschriebenen Einzelhandelsimmobilien verfolgt die Gesellschaft das Ziel, unter Sicherung eines attraktiven Ertrags- und Risikoprofils, das in den vergangenen Jahren im Rahmen eines umfangreichen Transformationsprozesses weiterentwickelte Wachstumspotenzial der Plattform bestmöglich zu nutzen.

VORLÄUFIGE FINANZ- UND PORTFOLIOKENNZIFFERN ZUM 31. DEZEMBER 2025

20252024Veränderung
Erlöse aus Mieten und Pachten90,3 Mio. €93,0 Mio. €-2,9 %
Betriebsergebnis23,2 Mio. €24,7 Mio. €-6,3 %
Ergebnis der Periode12,5 Mio. €16,3 Mio. €-23,2 %
Funds from Operations (FFO)48,6 Mio. €51,6 Mio. €-5,7 %
Funds from Operations (FFO) je Aktie0,60 €0,63 €-5,7 %
 31. Dez. 202531. Dez. 2024Veränderung
REIT EK-Quote54,7 %55,2 %-0,5 %-Punkte
Loan to Value (EPRA LTV)44,3 %43,7 %+0,6 %-Punkte
EPRA Net Asset Value (NAV)738,1 Mio. €796,3 Mio. €-7,3 %
EPRA Net Asset Value (NAV) je Aktie9,07 €9,79 €-7,3 %
EPRA Net Tangible Assets (NTA)738,1 Mio. €796,3 Mio. €-7,3 %
EPRA Net Tangible Assets (NTA) je Aktie9,07 €9,79 €-7,3 %
Anzahl der Objekte6466-2
Verkehrswert des Immobilienportfolios1.348,5 Mio. €1.441,0 Mio. €-6,4 %
EPRA Leerstandsquote3,5 %2,8 %+0,7 %-Punkte
Gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge5,3 Jahre5,8 Jahre-0,5 Jahre

Die endgültigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 wird die Gesellschaft im Rahmen der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 22. April 2026 publizieren. Der vollständige Bericht wird im Bereich Finanzberichte auf der Internetseite der Gesellschaft zum Download zur Verfügung gestellt. Weiterführende Informationen zu den dargestellten Kennziffern können dem Glossar entnommen werden.