Retail-Investmentmarkt: Wenige Großdeals, mehr Verkaufsdruck – Lebensmittelimmobilien besonders gefragt
Der deutsche Retail-Investmentmarkt bleibt 2025 in einem Spannungsfeld aus stabilisierten Finanzierungsbedingungen und anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit. Zwar haben sich Inflation und Zinsen beruhigt, doch Wirtschaftswachstum, Konsumklima und Investitionsdynamik entwickeln sich weiterhin verhalten. Das geht aus dem aktuellen „Jahresbericht Retail Investment 2025“ von Robert C. Spies hervor.
„Wir beobachten eine Stabilisierung der makroökonomischen Rahmenbedingungen, jedoch noch keine flächendeckende Marktbelebung. Investoren agieren weiterhin sehr selektiv und mit klarem Fokus auf nachhaltige Cashflows“, erklärt Uwe Trocha, Leiter Verbrauchermärkte und Discounter bei Robert C. Spies.
Transaktionsmarkt differenziert sich aus
Großtransaktionen über 50 Millionen Euro blieben 2025 die Ausnahme. Stattdessen nahm die Zahl kleinerer Einzeldeals und Portfolioverkäufe leicht zu. Auffällig ist die Rolle internationaler Investoren, die Deutschland weiterhin als vergleichsweise stabilen Markt einschätzen. „Vor allem kapitalstarke ausländische Investoren mit hoher Eigenkapitalquote treten aktuell als Käufer auf. Gleichzeitig liegen Kaufpreisvorstellungen und Renditeanforderungen vieler Marktteilnehmer noch auseinander“, so Trocha.
Refinanzierungen als möglicher Preistreiber
Zunehmend rücken auslaufende Bridge-Finanzierungen in den Fokus. Sollten Anschlussfinanzierungen nicht gelingen, könnte zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Preisniveau. „In den kommenden ein bis zwei Jahren wird sich zeigen, wie tragfähig einzelne Finanzierungsstrukturen sind. Wo Refinanzierungen scheitern, steigt das Angebot – und das kann zu weiteren Preisanpassungen führen“, erklärt Trocha.
LEH-Immobilien bleiben Stabilitätsanker
Während Highstreet-Immobilien und klassische Shopping-Center weiterhin selektiv bewertet werden, verzeichnet das Segment der Fachmarktzentren und lebensmittelgeankerten Immobilien eine stabile bis leicht steigende Nachfrage.
Mit rund 36.000 Standorten und mehr als 50 Millionen Kundenkontakten täglich gilt der Lebensmitteleinzelhandel als strukturell resilient. Entsprechend robust zeigt sich auch das Investoreninteresse. „Lebensmittelimmobilien gehören weiterhin zu den stabilsten Anlageklassen im europäischen Vergleich. Die Kombination aus systemrelevanter Nutzung, bonitätsstarken Mietern und langfristigen Mietverträgen sorgt gerade in volatilen Zeiten für Verlässlichkeit“, so Trocha.
