Infrastrukturprojekt: OBG errichtet moderne Kläranlage in Wadern-Morscholz
Die OBG Gruppe baut eine neue Kläranlage und ein neues Regenüberlaufbecken mit Sanierung des Trenn-/Beckenüberlaufbauwerkes im saarländischen Wadern-Morscholz. Planmäßig wurde die Kläranlage nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt und abgenommen, nachdem zuvor eine aufwändige Zuwegung erschlossen worden war. Aktuell wird das Regenüberlaufbecken hergestellt und das Becken-/Trennüberlaufbauwerk umgebaut. Die Arbeiten werden voraussichtlich im August 2026 fertiggestellt. Dann wird das umfangreiche Infrastrukturprojekt schlüsselfertig an den Auftraggeber EVS Entsorgungsverband Saar übergeben.
Zuvor befanden sich auf dem etwa 7.000 Quadratmeter großen Areal zwei Teiche, die der Abwasserklärung dienten. Mit der neuen Anlage wird künftig das Abwasser von bis zu 2.500 Einwohnern mechanisch und biologisch geklärt und als sauberes Abwasser in den Wahnbach fließen, der in die Prims mündet. Dafür ist die neue Anlage auf einen Zufluss von bis zu 26 Litern pro Sekunde ausgelegt. Als Zwischenspeicher bei höherem Zufluss dient das Regenüberlaufbecken, das derzeit errichtet wird.
„Nach und nach werden die Teichkläranlagen durch technische Kläranlagen im Saarland ersetzt. Durch diese hochwertige Abwasserreinigung werden unsere Bäche und Flüsse sauberer. Die Abwasserreinigung auf der Kläranlage Morscholz läuft vollautomatisch. Im Regelbetrieb ist kein Personal auf der Anlage, die von den Mitarbeitern der Kläranlage Thailen betreut wird“, sagt Detlef Lenschow, Projektleiter im Tiefbau. „Die Errichtung der neuen Kläranlage, die direkt an ein Naturschutzgebiet grenzt, war zudem mit einigen baulich-technischen Besonderheiten verbunden, bei denen wir unser ganzes Know-how einbringen konnten.“
Nach Abschluss der Arbeiten wird OBG für das Projekt unter anderem ca. 8.000 Kubikmeter Boden bewegt, rund 600 Kubikmeter Beton verarbeitet und 1.500 Meter Starkstromkabel verlegt haben. Die Projektleitung erfolgt im Auftrag des EVS Entsorgungsverbands Saar durch das Ingenieurbüro Thiel-Klatt aus St. Ingbert für die Bau- und Maschinentechnik sowie durch das Ingenieurbüro ETB-Consulting aus Trier für die Elektrotechnik.
Bauliche Herausforderungen: Moderne Kläranlage am Naturschutzgebiet
Die Errichtung der neuen Kläranlage ist mit zahlreichen baulichen Herausforderungen verbunden, die nicht zuletzt aus ihrer Lage direkt am Naturschutzgebiet resultieren. So wurde zunächst ein 90 Meter langes Teilstück der neuen Zufahrtsstraße aufgrund des setzungsempfindlichen Untergrundes aus einer 35 Zentimeter dicken, maschinell geglätteten Stahlbetondecke hergestellt. Die insgesamt 300 Meter lange Straße verläuft zudem mit starkem Gefälle direkt vorbei an sehr alten, wertvollen Bäumen, was hohe Sorgfalt bei den Baumaßnahmen erforderte.
Das Betriebsgebäude der eigentlichen Kläranlage befindet sich zudem nicht wie üblich neben dem großen Abwasserbecken, sondern aufgrund des begrenzten Platzes darüber. Das Abwasserbecken musste daher als Erstes errichtet werden, wofür OBG mit einem Mäkler zunächst eine wasserdichte Baugrube im Spundwandverbau erstellte. Erst im Anschluss konnte das große Abwasserbecken und darauf das Betriebsgebäude mit Elektro- und Anlagentechnik der Kläranlage installiert werden, wofür die Firmen Klaus Dieterich aus Pirmasens bzw. Duro aus Überherrn verantwortlich waren. Zu der neuen Kläranlage gehören zudem unter anderem ein Zulaufpumpwerk, ein Rechengebäude, ein Labor- und Werkstattraum, ein Schaltschrankraum, eine Sandwaschanlage, ein biologisches Becken („Biocos-Becken“), ein Ablaufbauwerk sowie ein Schlammstapelbehälter zur Aufnahme von überschüssigem Schlamm aus der biologischen Reinigung.
Fertigstellung im August mit Errichtung der Regenwasserbehandlung und Fertigstellung der Verkehrswege und Außenanlagen
Aktuell errichtet OBG die sogenannte Regenwasserbehandlung, die aus einem Regenüberlaufbecken, einem Trennbauwerk mit Lamellen- und Kulissentauchwand und einem Überlaufbauwerk mit Feinsiebrechen besteht. Das runde Überlaufbecken dient dazu, Abwasser dann aufzunehmen, wenn der Zufluss die Kapazität der neuen Anlage übersteigt. Dieses wird dann im Überlaufbecken gespeichert und später, bei weniger Zufluss, in die Anlage geleitet und geklärt. Im Fall von Starkregen, der auch das Überlaufbecken überfordert, wird Regenwasser mit Spuren von Abwasser über das Überlaufbauwerk durch den Feinsiebrechen gefiltert und in den Wahnbach geleitet.
