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Pipeline am Frankfurter Büromarkt füllt sich nur langsam

Schwacher Flächenumsatz im ersten Quartal 2026

Frankfurt am Main, 13.04.2026

Nach einem Rekordauftakt im Vorjahr ist der Frankfurter Büromarkt in dieses Jahr äußerst verhalten gestartet. Im ersten Quartal wurden in Summe 75.200 m² Bürofläche angemietet. Im ersten Quartal 2025 waren es – angetrieben durch mehrere sehr große Mietabschlüsse – noch 200.100 m² gewesen. „Das Vorjahresquartal war ein absolutes Ausnahmequartal, in der sich ein Großteil der Pipeline entleert hat. Das aktuelle Vermietungsergebnis ist dagegen unterdurchschnittlich und liegt unter den für Frankfurt üblichen rund 100.000 m² Büroflächenumsatz“, fasst Suat Kurt, Senior Team Leader Office Leasing und Niederlassungsleiter JLL Frankfurt.

Große und mittelgroße Abschlüsse waren eine Seltenheit. Lediglich der Eigennutzerdeal der DZ Bank über 21.200 m² in der Mainzer Landstraße 50 schaffte es über die 5.000-m²-Schwelle. Mit großem Abstand folgt Westbridge Advisory mit 4.400 m² in der Rüsterstraße 7-9 im Westend. Dahinter dominierten eine Vielzahl kleinerer Abschlüsse die Statistik. Auffallend ist zum einen die Bandbreite der Branchen, die angemietet hat. Zum anderen gab es mit Ausnahme des Bankenviertels auch keine klare Fokussierung auf einen oder mehrere Teilmärkte. So kommen der Flughafen, Eschborn, Messe, Ost und City auf Marktanteile zwischen 6,1 und 7,7 Prozent.

Kurt macht zudem einen potenziellen neuen Trend aus. So finden sich unter den größten Anmietungen drei Abschlüsse in Bestandsgebäuden im Teilmarkt Messe. „Womöglich sind das bereits erste Anzeichen einer Ausweichbewegung, da in den begehrten Lagen im CBD keine Flächen verfügbar sind.“ An der geringen Flächenverfügbarkeit dürfte sich kurz- und mittelfristig wenig ändern. „Aktuell kommen nur wenige neue Flächen an den Markt, von denen zudem ein Großteil bereits vermietet ist.“

Berater, Banken und Kanzleien fühlen sich nach den Worten Kurts durch die Großabschlüsse ihrer Peer Group im vergangenen Jahr unter Druck, sich flächentechnisch ebenfalls zu verbessern. Aufgrund der Angebotsknappheit wird allerdings der Zeitpunkt kommen, an dem das ein oder andere Unternehmen nicht mehr zum Zuge kommt. „Die spannende Frage wird sein, wie sie sich dann entscheiden werden: im Bestand bleiben oder auf eine B-Fläche in A-Lage oder A-Fläche in B-Lage ausweichen.“

Kurt erwartet, dass im weiteren Jahresverlauf das Vermietungsvolumen anziehen wird. Die Pipeline ist zwar nicht so üppig ausgestattet wie noch vor Jahresfrist, aber es befänden sich dennoch einige Gesuche im Markt, auch größere. So ziehen zentrale Lagen wie zum Beispiel der Opernplatz 2 sehr großes Interesse auf sich. „Wir gehen davon aus, dass es im zweiten Quartal noch Abschlüsse im hochpreisigen Segment geben wird.“ Die Spitzenmiete werde deshalb von aktuell 52 Euro/m² einen kleinen Sprung nach oben machen. Bis zum Jahresende rechnet Kurt mit einem Anstieg um bis zu drei Euro.

Quelle: JLL