Politik

Revolutioniert ein Architektur-Absolvent wie künftig Bauanträge geprüft wird?

Frankfurt am Main, 11.05.2026

Während die Branche über Bürokratie jammert, geht ein 32-jähriger Absolvent hin und nutzt die Möglichkeiten, die KI bietet. Autodidaktisch bringt sich Sungwoo Kim bei, wie ein agentisches Werkzeug gebaut wird. Er gräbt sich tief in die Welt von künstlicher Intelligenz und Claude ein und hat ein Ziel: Baurecht soll so umgänglich sein, dass ein Bauantrag in wenigen Minuten durch ein agentisches Werkzeug geprüft werden kann.

Für Branchenkenner klingt das nach der Quadratur des Kreises, wenn ein Bundesbaugesetz, 16 Landesbauordnungen und ungezählt viele lokale Vorschriften durch Bebauungspläne und Satzungen berücksichtigt werden müssen.

Doch Sungwoo Kim hat genau das umgesetzt. Er hat ein digitales Werkzeug entwickelt, das Bundes- und Landesgesetze ebenso berücksichtigt, wie lokale Vorschriften. Dazu hat er einen KI-Agenten entwickelt, den er mit den einschlägigen Gesetzen und Vorschriften gefüttert hat. Egal ob Baugesetz, Denkmalschutzvorschriften oder Brandschutz, das Tool kennt die Quellen und wendet die hinterlegten Vorschriften auf die Eingabe der Nutzer an.

Baugenehmigung mit agentischer KI prüfen

Nachdem man sich das Tool über MCP in Claude eingebunden hat, lädt man als Projektentwickler, Architekt oder privater Bauherr einfach eine Zeichnung inklusive der Adresse hoch und startet die automatisierte Prüfung.
Stephan Söntgerath, Architekt und Geschäftsführer von Söntgerath Architekten aus Lohmar, hat das Tool getestet. Am Beispiel eines Bauvorhabens im hochwasserbetroffenen Ahrtal hat die KI-basierte Baurechtsprüfung exakt bewertet, wie die Planung mit den lokal geltenden Vorschriften konform geht.
„Gerade im Ahrtal gelten nach der Flut besondere Anforderungen an Gebäude. Das Tool hat sofort erkannt, was berücksichtigt werden muss und unseren Entwurf daraufhin geprüft. Das ging innerhalb weniger Minuten!“ schildert Stephan Söntgerath seine Erfahrungen und fährt fort, „Das Ergebnis wird gut strukturiert als Exposé ausgeben und benennt mögliche Konflikte und schlägt konkret vor, wie der Entwurf angepasst werden kann, um Konflikte zu vermeiden.“

Auch ZIA-Hauptgeschäftführerin Aygül Özkan sieht in KI und den damit entstehenden Möglichkeiten große Chancen Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Gerade solche Anwendungen zeigen, dass es oft sehr hilfreich ist, durch Technologie Prozesse zu beschleunigen, statt durch langwierige Verfahren Bürokratie abzubauen. „In der Immobilienwirtschaft gibt es viele Innovationstreiber – das zeigt sich insbesondere in der Dynamik der PropTechs. Künstliche Intelligenz eröffnet bereits heute die Möglichkeit, Bauvorhaben automatisiert mit komplexen Regelwerken wie Bauordnungen, Bebauungsplänen oder Anforderungen aus Brand- und Denkmalschutz abzugleichen. Damit dieses Potenzial voll ausgeschöpft werden kann, braucht es jedoch eine klare Voraussetzung: Öffentliche Bau- und Planungsdaten müssen flächendeckend als Open Data verfügbar sein und Genehmigungsverfahren konsequent digitalisiert werden.“
Damit beschreibt Aygül Özkan eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich solche Anwendungen, wie sie Sungwoo Kim erstellt hat, flächendeckend durchsetzen.

Chance für die Verwaltung

Jedenfalls zeigt das Beispiel von Sungwoo Kim, dass extrem viel Bewegung in dem Thema ist. Jetzt geht es darum, daß die Bauämter landauf, landab diesen Schwung mitnehmen. Dafür braucht es schnell die technischen Voraussetzungen, um solche Werkzeuge in der Verwaltung zu implementieren.
Wer sich näher mit dem Tool beschäftigen möchte oder Sungwoo Kim kontaktieren möchte, findet den Urheber der Tools hier: Sungwoo Kim

Was Sungwoo Kim antreibt, warum er als Architekt autodidaktisch ein Tool programmiert und welche Ziele er mit seinem Tool verfolgt, lesen Sie in dem großen Konii-Interview hier!

Sungwoo Kim – Der Bauantragsoptimierer