Dachfonds: Unterschätzte Anlageklasse mit Mehrwert
Die meisten Dachfonds investieren in mehrere Anlageklassen. Trotz höherer Kosten erzielen sie im Mischfondssegement eine Outperformance. Der Anteil gut bewerteter Produkte ist besonders hoch bei Union Investment, Hauck Aufhäuser Lampe und KEPLER-FONDS.
Dachfonds haben im Lauf der Jahre in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung verloren. Ihre Hochphase erlebten sie in den 2000er-Jahren: In diesem Zeitraum wurde fast die Hälfte der heute aktiven 882 Dachfonds aufgelegt. Insbesondere seit 2020 geht die Zahl der Neuauflagen jedoch zurück, was vor allem auf die zunehmende Verbreitung kostengünstiger ETFs und Online-Broker zurückzuführen ist.
Der Bedeutungsverlust wird von den Zahlen aber nicht gestützt: Dachfonds machen immerhin rund sieben Prozent des deutschen Fondsuniversums aus und können Anlegern trotz höherer Kosten einen Mehrwert bieten.
Mehrertrag in allen Mischfondskategorien
Insbesondere im Mischfondsbereich, dem mehr als zwei Drittel aller Dachfonds zuzuordnen sind, präsentieren sie sich stark: Im Durchschnitt erzielten sie in drei der vier globalen Mischfondskategorien über alle untersuchten Zeiträume hinweg eine höhere Rendite als ihre Vergleichsgruppen, in der vierten Mischfonds-Peergroup gab es immerhin über ein und drei Jahre eine Outperformance. Diese Überrenditen gehen häufig mit einer höheren Volatilität einher, was auf eine tendenziell offensivere Allokation hinweist.
Weniger erfolgreich waren die Produkte im Segment Aktien Welt, einer Kategorie, in der ebenfalls viele Dachfonds beheimatet sind. Hier schneiden Dachfonds deutlich schwächer ab als die Peergroup und ihre Benchmark (MSCI World).
Die Outperformance im Mischfondsbereich ist umso bemerkenswerter, weil Dachfonds teurer sind als der Peergroup-Durchschnitt. Das liegt unter anderem daran, dass Anleger sowohl die Gebühren der Zielfonds als auch die Managementkosten des Dachfonds tragen müssen. Die durchschnittlichen laufenden Kosten von Dachfonds liegen bei 2,04 % für Aktienfonds, bei 1,83 % für Mischfonds und bei 1,19 % für Rentenfonds. Scope verwendet für die Produkte keine eigenen Peergroups, sondern ordnet sie entsprechend ihrer Anlagestrategie bestehenden Vergleichsgruppen zu.
Marktführer mit hohem Top-Rating-Anteil
Der Markt wird von etablierten Gesellschaften geprägt. Nach Anzahl der Dachfonds ist Deka Vermögensmanagement (DVM) der größte Anbieter (63 Portfolios), nach verwaltetem Vermögen DWS (39,8 Mrd. Euro). Gemessen an der Top-Rating-Quote, dem Anteil der von Scope mit A oder B bewerteten Fonds, liegt Union Investment vorne. Das Haus erreicht eine Top-Rating-Quote von 71% – 15 der 21 Dachfonds tragen ein A- oder B-Rating. Einen hohen Anteil an Top-Ratings haben zudem die Dachfonds der Gesellschaften Hauck Aufhäuser Lampe (67%), KEPLER-FONDS (60%), Allianz Global Investors (53%) und DVM (51%).
Die Studie zeigt, dass Dachfonds keineswegs ein Auslaufmodell sind, sondern eine spezialisierte Lösung für Anleger, die eine aktiv gemanagte, breit diversifizierte Anlagestruktur suchen. Die Fonds können trotz höherer Kosten Mehrwert generieren und sind vor allem im Mischfondssegment wettbewerbsfähig. Ihre Attraktivität hängt gleichwohl stark von Strategie, Umsetzung und Managementqualität ab.
