Neuer Bildungsstandort für die Zukunft der Infrastruktur: Berufskolleg entsteht in Köln-Porz
In den Kernberufen der Metall- und Elektroindustrie fehlen bundesweit mehr als 110.000 Fachkräfte. Auch in der Region Köln zählt die Fachkräftesicherung zu den größten Herausforderungen für Unternehmen. Um weiterhin Nachwuchskräfte für die Branche zu qualifizieren, entsteht in der Kaiserstraße in Köln-Porz ein neues Gebäude für das sanierungsbedürftige Berufskolleg für Metallbau und Versorgungstechnik. Im Auftrag der […]
In den Kernberufen der Metall- und Elektroindustrie fehlen bundesweit mehr als 110.000 Fachkräfte. Auch in der Region Köln zählt die Fachkräftesicherung zu den größten Herausforderungen für Unternehmen. Um weiterhin Nachwuchskräfte für die Branche zu qualifizieren, entsteht in der Kaiserstraße in Köln-Porz ein neues Gebäude für das sanierungsbedürftige Berufskolleg für Metallbau und Versorgungstechnik. Im Auftrag der Stadt Köln errichtet dort der Investor und Eigentümer Hemsö GmbH auf einem rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstück einen Bildungsstandort für etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler. Für rund 130 Millionen Euro entstehen moderne Werkstätten, eine Sporthalle und Außenanlagen. Die Projektsteuerung übernimmt das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE.
Wenn alte Gebäude moderne Ausbildung ausbremsen
Die bestehenden Gebäude des Berufskollegs sind sanierungsbedürftig und lassen sich nur eingeschränkt an heutige Anforderungen der beruflichen Bildung anpassen. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, Energiewende und neue Fertigungstechnologien die Anforderungen an Handwerks- und Technikberufe grundlegend.
Mit modernen Lernräumen und einer nachhaltigen Bauweise soll der neue Bildungsstandort, der auf einer brachliegenden Gewerbefläche entsteht, den sich wandelnden Anforderungen der beruflichen Bildung gerecht werden. Energieeffiziente Technologien und eine geplante Photovoltaikanlage tragen dazu bei, den Energieverbrauch des Gebäudes zu senken und Ressourcen zu schonen. So setzt das Projekt ein klares Zeichen für Klimaschutz und eine zukunftsorientierte berufliche Bildung.
Bildungsbau als Gemeinschaftsprojekt
Mit dem Neubau des Berufskollegs erweitert auch Hemsö, ein auf Sozialimmobilien spezialisiertes Unternehmen, sein Portfolio an Bildungsimmobilien in Deutschland. Das Unternehmen versteht sich nicht nur als Immobilieneigentümer, sondern fungiert gleichzeitig als Bestandshalter. „Angesichts steigender Anforderungen an Schulen und begrenzter öffentlicher Ressourcen werden langfristig angelegte Modelle für die Entwicklung von Bildungsimmobilien immer wichtiger. Sie schaffen Planungssicherheit für Kommunen und tragen dazu bei, dringend benötigte Bildungsinfrastruktur schneller umzusetzen“, erklärt Jens Nagel, Geschäftsführer der Hemsö GmbH. So wird auch das neue Berufskolleg von dem Bestandhalter im Rahmen eines 25-jährigen Mietvertrages realisiert und betrieben.
Für die Realisierung des Neubaus arbeiten die WWB Weser-Wohnbau Gruppe, Goldbeck West GmbH und Drees & Sommer eng mit Hemsö zusammen. WWB initiierte das Projekt und sicherte den Standort. Die Planung und schlüsselfertige Errichtung liegen in der Verantwortung von Goldbeck. Die Übergabe an die Stadt Köln ist bereits zum Schuljahr 2031/2032 geplant.
Nachhaltige Bildungsinfrastruktur erfolgreich realisieren
Als Projektsteuerer begleitet Drees & Sommer im Auftrag von Hemsö die Planungs- und Realisierungsleistungen und sichert Termine, Kosten und Qualitätsanforderungen. „Durch die direkten Mandate der Stadt Köln kennen wir die städtischen Bedarfe und Prozesse bereits gut. Die Konstellation der mitwirkenden Akteure in dieser Form ist für uns jedoch neu. Die Projektkomplexität und die Vielzahl an Beteiligten bringen hohen Koordinationsaufwand mit sich und erfordern enge Abstimmungen mit allen Projektpartnern. Letztlich arbeiten jedoch alle auf dasselbe Ziel hin: ein starkes regionales Bildungsangebot“, erklärt Anja Könings, Teamleiterin bei Drees & Sommer.
Das Berufskolleg in Köln-Porz ist Teil einer umfassenden Erneuerung der Kölner Bildungsinfrastruktur. Im Auftrag der Stadt Köln ist Anja Könings bereits seit 2018 an der Planung und Umsetzung von insgesamt 22 Schulbauprojekten in der Domstadt beteiligt. Noch bis 2031 entstehen zehn weitere Schulen an deren Realisierung die Expertin unmittelbar mitwirkt. „Bildungsimmobilien sind besonders anspruchsvolle Bauprojekte,“ weiß Könings. „Die Gebäude müssen auf die Bedürfnisse von Nutzern zugeschnitten sein, die sich in einer prägenden Phase ihres Lebens befinden.“
Bildungsstandort für die Fachkräfte von morgen
Metallbau und Versorgungstechnik zählen zu den wichtigsten Ausbildungsbereichen im Infrastrukturumfeld. Angesichts des Fachkräftemangels und des steigenden Bedarfs an Wohnungsbau, Gebäudesanierung und moderner Energieversorgung ist die Ausbildung ein wichtiger Baustein für die Sicherung und Modernisierung Deutschlands. Ausgebildete Fachkräfte für Versorgungstechnik installieren Wärmepumpen, Heizungsanlagen oder energieeffiziente Lüftungs- und Klimasysteme. In den Bereichen Mettalbau und Konstruktionsmechanik bauen Fachkräfte Maschinen oder kümmern sich um deren Instandhaltung. Damit bilden sie eine wichtige Grundlage für die Leistungsfähigkeit von Industrie, Handwerk und Infrastruktur.
Der Neubau des Berufskollegs in Köln-Porz steht somit beispielhaft für die erfolgreiche Entwicklung moderner Bildungsinfrastruktur durch die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand, langfristig orientierten Investoren und erfahrenen Projektpartnern. Der neue Ausbildungsstandort bietet jungen Menschen optimale Lernbedingungen und unterstützt zugleich die Ausbildung jener Fachkräfte, die für die Entwicklung und den Betrieb einer leistungsfähigen Infrastruktur unverzichtbar sind.
