Spatenstich für die Munich Arena
Drees & Sommer steuert Deutschlands größtes Live Entertainment-Projekt
Bis 2029 entsteht am westlichen Rand des Münchener Flughafens ein moderner Live-Entertainment-Campus mit einer Konzertarena für bis zu rund 20.000 Fans. Dazu gehören ein Musik-Hotel, Mobility-Hub, parkähnliche Freianlagen und eine umfassende Medien- und Infrastrukturerschließung. Die Bauherrin MUNICH ARENA Property GmbH investiert mehr als 400 Millionen Euro in das Projekt, das ausschließlich privatwirtschaftlich finanziert ist. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart steuert das Großvorhaben, koordiniert die zahlreichen Schnittstellen und verantwortet unter anderem Projektsteuerung, Baumanagement und BIM-Management von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Darüber hinaus begleitet das Unternehmen die verkehrlichen Infrastrukturmaßnahmen, die Medienerschließung sowie die angestrebte Nachhaltigkeitszertifizierung nach DGNB-Gold.
Bislang existierte die Munich Arena vor allem auf Plänen und Visualisierungen. Nun wird sie Wirklichkeit. Mit dem ersten Spatenstich beginnt die Bauphase eines der ambitioniertesten privaten Konzertarenen- und Veranstaltungsprojekte weltweit. Zum Auftakt, zu dem Lorenz Schmid, Geschäftsführender Gesellschafter (Managing Partner) der MUNICH ARENA, geladen hatte, kamen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kulturbetrieb zusammen. Darunter Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Staatsminister und Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann, die Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Freising Monika Schwind, die Landrätin des Landkreises Freising Susanne Hoyer, Abgeordnete der Bundes- und bayerischen Landespolitik, Stadträte und Gemeinderäte, Bürgermeister der Nachbargemeinden, Marek Lieberberg, Präsident Live Nation GSA, sowie Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH.
„Unser Ziel ist klar formuliert. Wir wollen die Munich Arena zu ‚Europe’s Main Stage for Live Entertainment‘ machen. Zu einem Ort, der Menschen aus nah und fern anzieht und begeistert, weil hier aus Konzertabenden Erinnerungen fürs Leben werden“, sagt Lorenz Schmid, Managing Partner der MUNICH ARENA Property GmbH. „Dafür investieren wir mehr als 400 Millionen Euro in einen Standort, der Besucherinnen und Besuchern ebenso wie Künstlern und Veranstaltern beste Voraussetzungen für außergewöhnliches Live-Entertainment bietet.“
Damit der Munich Arena-Live-Entertainment-Campus den späteren Betrieb wie geplant aufnehmen kann, muss jedes Teilprojekt präzise mit dem nächsten verzahnt sein. „Eine moderne Konzertarena funktioniert nur als Gesamtsystem. Die Konzertarena, das Musik-Hotel, der Mobility-Hub, die parkähnlichen Freianlagen und die Infrastruktur müssen perfekt aufeinander abgestimmt und zeitgleich und in Time fertiggestellt werden“, so Schmid weiter.
Alle Schnittstellen im Blick
Genau an dieser Stelle übernimmt das Stuttgarter Planungs-, Projektmanagement- und Beratungsunternehmen eine Schlüsselrolle. Es steuert die Teilprojekte Konzertarena, Musik-Hotel, Mobility-Hub und Außenanlagen, verantwortet Baumanagement und BIM-Management und begleitet die verkehrlichen Infrastrukturmaßnahmen, die Medienerschließung sowie die angestrebte DGNB-Gold-Zertifizierung. „Konzertarena, Musik-Hotel, Mobility-Hub, parkähnliche Freianlagen, Medienerschließung und Verkehrsinfrastruktur müssen zum gleichen Zeitpunkt betriebsbereit sein. Dafür müssen wir enorm viele gegenseitige Abhängigkeiten beachten und aufeinander abstimmen“, sagt Stefan Schweitzer, Associate Partner und Projektleiter bei Drees & Sommer.
Gemeinsam mit seinem Team koordiniert der Diplom-Bauingenieur die Umsetzung des Großprojekts. Dabei kommt die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz. Statt mit einer Vielzahl von Plänen, Listen und Dateiversionen arbeiten Architekten, Fachplaner und Bauunternehmen in einem gemeinsamen digitalen Modell. So können die Projektbeteiligten Änderungen innerhalb der Planungsgewerke live miteinander abstimmen. „Im Modell erkennen wir unmittelbar, welche Auswirkungen eine Änderung auf die anderen Planungsdisziplinen hat. Das hilft uns, Konflikte zu vermeiden, bevor sie auf der Baustelle entstehen“, sagt Schweitzer.
Die Energie hinter dem Entertainment
Wo künftig bis zu rund 20.000 Menschen Konzerte besuchen, steigt auch der Bedarf an Energie und technischer Infrastruktur. Er erreicht Größenordnungen, die sonst eher aus der Industrie bekannt sind: Rund 10 Megawatt elektrische Leistung sowie rund 4.000 Kilowatt Fernwärme werden für den Betrieb benötigt. Umso wichtiger ist ein hoher Anteil erneuerbarer Energien. Mehrere tausend Photovoltaikmodule auf den Dächern von Konzerthaus, Musik-Hotel und Mobility-Hub sollen einen Großteil des Strombedarfs direkt vor Ort decken. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine Fernwärmeversorgung. Zudem strebt das Projekt eine DGNB-Gold-Zertifizierung an, die Drees & Sommer begleitet. „Ein Projekt dieser Größe benötigt nicht nur eine leistungsfähige Eventtechnik. Auch die Energieversorgung muss von Beginn auf die erforderlichen Lasten ausgelegt sein und effizient gesteuert werden“, sagt MUNICH ARENA-Geschäftsführer Lorenz Schmid.
Hinter den Kulissen entsteht deshalb eine Infrastruktur, die weit über die eigentliche Konzertarena hinausreicht. Drees & Sommer koordiniert die Medienerschließung des Standorts und begleitet die Anbindung an Strom, Fernwärme, Wasser, Abwasser und Glasfaser. Gleichzeitig stimmt das Unternehmen die technischen Anforderungen mit den weiteren Teilprojekten wie Musik-Hotel und Mobility-Hub ab. Die verschiedenen Versorgungsnetze müssen dabei ebenso zuverlässig funktionieren wie die Veranstaltungsstätte selbst.
Kurze Wege zur großen Bühne
Damit die Konzertarena nicht nur auf der Bühne, sondern bereits bei der Anreise überzeugt, verknüpft ein multimodales Verkehrskonzept S-Bahn, Regionalverkehr, Bus, Auto, Motorrad, Taxi und Fahrrad. In Abstimmung mit der Flughafen München GmbH überprüft das Team von Drees & Sommer die verkehrlichen Infrastrukturmaßnahmen rund um das Projekt. „Die Munich Arena ist hervorragend in das Münchner Verkehrs- und Tarifverbundnetz (MVV) eingebunden. Mit den S-Bahn-Linien S1 und S8 gelangen Besucher direkt zur Haltestation Besucherpark. Von dort erreichen sie die Konzertarena in rund 15 Minuten zu Fuß“, erklärt Stefan Schweitzer.
Der Regionalzug ÜFEX bindet Landshut, Regensburg und Nürnberg an. Über die Bundesautobahn 92 (A92) ist die Arena zudem an das Bundes-Autobahnnetz, insbesondere auch in Richtung Autobahn-Kreuz Neufahrn und München-Nord (A9/A99), angeschlossen. Ein ausgebauter Fußweg, eine neue Fußgängerbrücke und die vierspurig erweiterte Freisinger Allee verbessern die Anbindung zusätzlich. Weil die Arena vorhandene Parkkapazitäten am Flughafen mitnutzt, muss die Bauherrin nur rund ein Drittel der benötigten Stellplätze neu schaffen, zwei Drittel können durch bereits bestehende Parkkapazitäten am Flughafen mit abgedeckt werden.
Ein starker Auftritt bis in die Fassade
Schon die Fassade macht deutlich, wo die Arena zu Hause ist: Ein Exoskelett in Form der bayerischen Raute prägt das Erscheinungsbild der rund 50.000 Quadratmeter großen, siebengeschossigen Halle. Entworfen wurde sie von Populous Architects aus London und geplant vom Generalplanerteam um HENN Architekten aus München. Das Skelett umschließt die Halle und trägt neben dem zukünftigen Naming Rights Schriftzug auch ein transparentes Netz aus LEDs, das mit Inhalten aller Art bespielt werden kann.
Im Innenraum steigen die Ränge steil an und umgeben die Bühne in einem 270-Grad-Bogen hufeisenförmig. So rückt das Publikum noch näher an das Geschehen heran. Stahlträger tragen ein rund 10.000 Quadratmeter großes Dach. An dessen integrierter Tragebene lassen sich über 200 Tonnen an Licht-, Ton- und Bühnentechnik befestigen. Mit rund 100 Metern stützenfreier Spannweite bildet es das statische Herzstück der Arena.
Um die Arena entstehen großzügige Freiräume. Vom benachbarten LabCampus führt über den sogenannten „Isar-Boulevard“ die „Arena Plaza“ an die Veranstaltungsstätte heran, Wege durch die parkähnliche Freianlagenplanung „Meadow“ leiten zu den Eingängen auf der oberen Ebene. Heimische Pflanzen und Bäume sollen dort ein kühlendes und angenehmes Mikroklima schaffen.
Konzipiert für Konzerte
Anders als klassische Multifunktionshallen wurde die MUNICH ARENA von Beginn an konsequent für Konzerte und Live-Entertainment konzipiert. Neben einer Kapazität von bis zu rund 20.000 Fans setzt das Konzept auf kurze Wege, moderne Produktionsbedingungen sowie eine Infrastruktur, die auf internationale Tourneen ausgelegt ist. Nach ihrer Eröffnung wird die Munich Arena laut einer Studie von Deloitte jährlich eine Bruttowertschöpfung von rund 350 Millionen Euro für Stadt und Region generieren und damit wichtige wirtschaftliche Impulse für Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und zahlreiche weitere Branchen setzen.
„Die Metropolregion München zählt zu den stärksten Konzertmärkten Europas. Um auch künftig die größten nationalen und internationalen Künstler und Tourneen für unsere Region zu gewinnen, braucht es moderne, leistungsfähige Veranstaltungsstätten“, sagt Lorenz Schmid. „Mit der Munich Arena schaffen wir eine Konzertarena, die konsequent auf die Anforderungen internationaler Liveproduktionen zugeschnitten ist, und München und Bayern als führenden Konzertstandort weiter stärkt.“
