ESG, Nachhaltigkeit

ZIA zu den geplanten BEG-Änderungen

Förderanpassungen für den Bestand mit Augenmaß, aber drastischer Rückgang des Fördervolumens besorgt die Branche

Berlin, 08.07.2026

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, nimmt Stellung zu den geplanten Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

„Der ZIA ist sich der angespannten Haushaltslage des Bundes bewusst. Dass auch die BEG in den kommenden Jahren Einsparungen erbringen muss, war vorhersehbar“, erklärt Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA. Die gezielte Absenkung der förderfähigen Kosten über alle Nutzergruppen hinweg – sowie bei den Kostenansätzen für die Heizungsförderung – sei gleichzeitig nachvollziehbar und bedauerlich.

Rückgang des Fördervolumens besorgt die Branche

Große Sorge bereitet dem Spitzenverband die mittelfristige finanzielle Ausstattung der BEG. Das Volumen sinkt den Plänen zufolge von rund 15,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 9,985 Milliarden Euro im Jahr 2030 – ein Rückgang von rund 35 Prozent binnen fünf Jahren. Allein zwischen 2025 und 2027 beträgt die Kürzung bereits 18 Prozent.

Özkan betont: „Investitionen in die Transformation brauchen langfristige Planbarkeit und Verlässlichkeit. Auch wenn sich die Förderung den Marktgegebenheiten stets anpassen muss, muss die BEG dauerhaft über ein Fördervolumen verfügen, das ausreicht, um breite und wirksame Sanierungsimpulse in den notwendigen Marktsegmenten zu setzen.“

Der Verband erkennt an, dass diese Einsparungen breit verteilt werden und alle Nutzergruppen – Selbstnutzer wie Investoren – in die Pflicht nehmen. So sei etwa die Streichung des Geschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer folgerichtig, da der Wärmepumpentausch bei Eigenheimen zunehmend zum Marktstandard werde.

Özkan ergänzt mit Blick auf die Marktdynamik: „Förderung darf nicht den Anreiz zur Kostensenkung bei Herstellern bremsen. Die Immobilienwirtschaft ist letztlich Abnehmerin von Heizungsprodukten und hat ein genuines Interesse daran, dass über Skalierung und technologischen Fortschritt die Kosten für grüne Technologieprodukte sinken – auch jenseits von Förderprogrammen.“

Neue Boni für Nichtwohngebäude und Worst Performing Buildings: Ein Schritt in die richtige Richtung

Ausdrücklich begrüßt der ZIA die Einführung eines neuen Bonus für Maßnahmen an sogenannten Worst Performing Buildings (WPB) sowie die Ausweitung des Bonus für serielles Sanieren – explizit auch mit Blick auf den Nichtwohngebäudebereich. „Beides sind sinnvolle Impulse, da sie bei den energetisch schwächsten Gebäuden des Bestandes ansetzen“, so Özkan. Angesichts des enormen Sanierungsbedarfs im Bestand falle das finanzielle Gewicht dieser Maßnahmen jedoch noch zu gering aus.

Weiterführende Informationen

www.zia-deutschland.de