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Investmentmarkt für Logistikimmobilien nimmt mit Großdeals Fahrt auf

Transaktionsvolumen rangiert zum Halbjahr 22 Prozent über dem Vorjahreswert

Frankfurt am Main, 07.07.2026

Nach einem verhaltenen Jahresstart hat der deutsche Investmentmarkt für Industrie- und Logistikimmobilien im zweiten Quartal 2026 signifikant Fahrt aufgenommen und mit einem Transaktionsvolumen von 1,8 Milliarden Euro das beste zweite Quartal seit fünf Jahren abgeliefert. Insgesamt steht der Investmentmarkt nach dem ersten Halbjahr bei 2,9 Milliarden Euro – eine halbe Milliarde Euro beziehungsweise 22 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das lag vor allem an zahlreichen Transaktionen mit höherem Volumen, denn die Zahl der Abschlüsse stieg im Jahresvergleich nur moderat von 132 auf 134.

„Wir beobachten derzeit eine Vielzahl von Opportunitäten für Investoren auf dem Markt. Viele davon werden im Verkauf durch strukturierte Verfahren über Berater im Markt angeboten, aber es gibt auch einige Direkttransaktionen zwischen Käufern und Verkäufern”, sagt Diana Schumann, Head of Industrial & Logistics Investment JLL Germany.

Vor allem Großabschlüsse gaben dem Markt im zweiten Quartal Rückenwind. Vier der fünf größten Transaktionen wurden im bisherigen Jahresverlauf zwischen April und Juni abgeschlossen. Insgesamt steuerten die fünf Topdeals 30 Prozent beziehungsweise rund 870 Millionen Euro des Gesamttransaktionsvolumens bei, nachdem es im vergangenen Jahr noch 20 Prozent waren. Fünf Transaktionen schafften es über die Marke von 100 Millionen Euro, was im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres nur einer Transaktion gelungen war. „Es bleibt aber dabei, dass es überschaubare Liquidität im Core-Bereich gibt und daher Kaufpreise für großvolumige Transaktionen insbesondere außerhalb der Core-Lagen unter Druck geraten“, ergänzt Schumann.

Zugleich sind die Investoren in diesem Jahr wieder etwas risikobereiter. Zwar stieg die Quote von Core-Objekten um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent, der Zuwachs fiel aber bei Value-add mit fünf Prozentpunkten auf 24 Prozent und bei opportunistischen Objekten um drei Prozentpunkte auf 13 Prozent noch deutlicher aus. Die am stärksten gehandelte Risikoklasse, bleibt aber weiterhin Core-plus mit 42 Prozent am Transaktionsvolumen. Schumann ergänzt: „Viel Interesse und Kapital gibt es weiterhin für IOS (Industrial Outdoor Storage) Opportunitäten, allerdings sind diese aufgrund oft kleiner Volumina, eines fragmentierten Marktes und überschaubarer Datenlage nicht so einfach anzubieten.“

Asset- und Fondsmanager (42 Prozent) führen auf der Käuferseite mit klarem Vorsprung vor Reits (19 Prozent) und Corporates (elf Prozent). Auf der Verkäuferseite ist das Feld hingegen deutlich ausgeglichener: Hier belegen Corporates mit 20 Prozent den ersten Platz, unmittelbar gefolgt von Entwicklern (17 Prozent) sowie Asset- und Fondsmanagern (15 Prozent).

Internationale Investoren zeigten großes Interesse an deutschen Immobilien und bauten ihre Bestände um rund 540 Millionen Euro aus. Auf Käuferseite lagen sie mit 69 Prozent klar vorn, während sie auf der Verkäuferseite mit deutschen Akteuren genau gleichauf waren.

Die Spitzenrenditen blieben erneut konstant, sodass sich das Feld weiterhin in zwei Gruppen aufteilt: Frankfurt, Hamburg und München kalkulieren mit 4,5 Prozent, während Berlin, Düsseldorf, Köln und Stuttgart 4,6 Prozent angeben.

„Weiterhin befinden sich derzeit noch eine Vielzahl von Einzeltransaktionen, aber auch Portfolios, in fortgeschrittenen Exklusivitäten. Letztere werden in Off-market- oder Semi-off-market-Prozessen vermittelt, im Rahmen von sehr limitierten beziehungsweise fokussierten Investorenansprachen. Dementsprechend sind wir auch bezüglich des zweiten Halbjahres optimistisch und erwarten einen weiteren signifikanten Anstieg der Transaktionsvolumina“, gibt Schumann einen Ausblick auf die kommenden Monate.

Weiterführende Informationen

http://jll.de