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Mehr Baugenehmigungen, aber zu wenig neue Wohnungen: Jetzt Investitionsbremsen lösen

Berlin, 18.06.2026

Das Statistische Bundesamt hat heute die aktuellen Baugenehmigungszahlen veröffentlicht. Im April 2026 wurden 1.700 Baugenehmigungen mehr als im April 2025 erteilt – das entspricht einem Anstieg von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern summiert sich die Zahl der Genehmigungen von Januar bis April 2026 auf 44.300 Wohnungen, ein Anstieg von 14,7 Prozent (+ 5.700)im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die strukturellen Herausforderungen für die Bauwirtschaft bleiben trotz des Genehmigungsanstiegs erheblich. Gestiegene Baukosten, anhaltend hohe Finanzierungskosten sowie regulatorische Unsicherheiten bremsen Investitionsentscheidungen weiterhin aus. „Genehmigungen zeigen Potenzial, aber das Potenzial muss auch gehoben werden können. Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, keine neuen Belastungen“, so ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.

Baufertigstellungen 2025: Die Schere zwischen Genehmigung und Bau öffnet sich weiter

Steigende Genehmigungszahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen wächst. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich, nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 noch bei rund 294.000 gelegen hatte.

Um insbesondere auch das dringend benötigte private Kapital für den Wohnungsbau zu mobilisieren, schlägt der ZIA folgende Maßnahmen vor:

  • Eigenkapitalersetzende Instrumente stärken: Einsatz staatlicher Bürgschaften, Garantien und Zuschüsse zur Kompensation fehlenden Eigenkapitals und zur Verbesserung des Kreditzugangs für private Haushalte
  • Investitionsanreize durch verlässliche Abschreibungen: Verbesserung und Verstetigung der Abschreibungsbedingungen zur Mobilisierung zusätzlicher Liquidität und zur Förderung von Investitionen
  • Erwerbsnebenkosten senken: Deutliche Reduzierung bzw. Aussetzung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerbende und private Vermieter zur Erleichterung von Wohneigentum und Vermögensbildung

„Wir haben die Instrumente, wir kennen die Stellschrauben – jetzt müssen sie auch gedreht werden”, betont Özkan. „Nur mit einem klaren Bekenntnis zu investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen können wir den Wohnungsmangel in Deutschland nachhaltig überwinden.”