• Asset Check - Quelle: Drees & Sommer SE

Asset Check: Immobilienbenchmarking auf Knopfdruck

ReaLLoaded: Der Expertenblog von Drees & Sommer!
Norman Meyer - Leiter Digitale Geschäftsmodelle
23.08.2019

Durch den grenzüberschreitenden Handel mit Immobilien-Assets hat sich das Interesse an belastbaren immobilienwirtschaftlichen Marktinformationen spürbar erhöht. Die handelnden Akteure unterscheiden sich zwar in Bezug auf Nationalität, Geschäftsmodell und Unternehmenskultur. Der Anspruch, rascher, komfortabler und umfangreicher als früher über potenzielle Investmentobjekte informiert zu sein, ist jedoch bei allen Marktteilnehmern gleich ausgeprägt.

Knopfdruck statt Papierberg

Das gilt auch im Hinblick auf die automatisierte und zeitgleich aussagekräftige Immobilien-Erstbewertung. Bislang mussten die Daten manuell gesucht und zusammengeführt werden. Statt auf langwierige Recherche und Papierberge setzen oder verschiedene Experten befragen zu müssen, können private und öffentliche Investoren, Eigentümer, Projektentwickler oder Banken nun auf Knopfdruck fundierte und unabhängige Vorabbewertungen von Immobilien abrufen. Dies ist möglich für verschiedener Asset-Klassen - ohne in eine ausführliche Due Diligence einsteigen zu müssen. Gemeinsam mit bulwiengesa hat das Projektmanagement- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer diese digitale Lösung entwickelt und dabei Marktdaten und Benchmarks aus Instandhaltung, Instandsetzung und Betrieb kombiniert. Damit kann der Asset Check Banken beispielsweise wichtige Vorinformationen für eine Entscheidung über eine mögliche Finanzierung liefen.

So funktioniert der Asset Check

Für eine Analyse benötigt der Asset Check wenige Angaben zum Objekt wie Adresse, Größe, Nutzungsart und Zustand. Daraufhin erhält der User sofort valide Markt- und Bautechnik-Benchmarks als Richtungszeiger für seine individuelle Transaktionsentscheidung. So zum Beispiel, wie sich Mieten oder Betriebskosten zum jeweiligen Marktumfeld verhalten, mit welchen Instandsetzungen bei einem Objekt dieses Alters und Zustands zu rechnen ist, oder wie sich die Renditen entwickelt haben.

Vorteile für Käufer und Verkäufer

Durch den Asset Check ist die Käuferseite in der Lage, ein vorliegendes Investment-Angebot genauer einzuschätzen. Der optimale Zeitpunkt und die Höhe möglicher Investitionen können nun leichter bestimmt werden. Dadurch, dass Ankaufprozesse immer hektischer werden, erlangt die Käuferseite durch den Asset Check zudem einen wertvollen Geschwindigkeitsvorteil. Auf der Verkäuferseite dient der Asset Check als Orientierung für den Wert der eigenen Immobilie. Verkäufer können damit verlässlicher einschätzen ob, wann und in welcher Höhe der Verkauf einer Immobilie sinnvoll ist.

Signalwirkung für die Immobilienbranche

Auch wenn sich der digitale und technologische Wandel auf jedes Unternehmen anders auswirkt, eines steht fest: Die Ansprüche der Kunden und Märkte verändern sich in immer kürzerer Zeit. Während Immobilienprofis in angelsächsischen Ländern schon sehr lange auf nahezu jegliche Art von immobilienbezogenen Zahlen und Daten Zugriff haben und etwa Miethöhen abfragen, Grundstückseigentümer ermitteln oder Transaktionsdaten frei abrufen können, nimmt die Transparenz auf dem deutschen Immobilienmarkt erst allmählich zu. Wer hier an alten Geschäftsmodellen oder Prozessen stoisch festhält, ohne sie zu hinterfragen, der verliert. Der Asset Check zeigt, wie eine digitale Lösung der Zukunft aussehen kann: schnelleres Vorauswissen, fundiertes Datenmaterial und eine Vernetzung verschiedener Informationen machen das Tool zu einer digitalen Lösung der Zukunft und zu einem Werkzeug, das das Schlagwort Immobilienwirtschaft 4.0 bestens repräsentiert.

Über den Autor

Norman Meyer ist als Leiter Digitale Geschäftsmodelle seit Februar 2017 für das international tätige Projektmanagement- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer tätig. Zuvor gründete und etablierte er seit dem Jahr 2011 das Prop-tech-Unternehmen „Asset Profiler“, eine Online-Plattform für Immobilientransaktionen. Von 2003 bis 2011 war er als Investment-Manger und später als Partner im Beratungshaus Egon Meyer + Partner GmbH beschäftigt. Dort sammelte er umfangreiche Erfahrungen im Transaktionsgeschäft gewerblicher Immobilien- und Wohnungsportfolios. Norman Meyer ist zudem Mitglied der gif Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. und des Urban Land Institute.