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Bildunterschrift: Quelle: Aareal Bank

Corona ändert Zahlungsverhalten nachhaltig: Wie Wohnungsunternehmen jetzt sinnvoll reagieren können

#Aarealthoughts - der Expertenblog der Aareal Bank
Kai Wirthwein - Business & Solution Development
21.04.2021

Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren. Rund ein Jahr, nachdem Deutschland zum ersten Mal in den kollektiven Lockdown gehen musste, lassen sich etwa bemerkenswerte Veränderungen im Zahlungsverhalten der Deutschen erkennen. Mit steigender Akzeptanz alternativer Zahlungsverfahren im Alltag vieler Menschen ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch weitere Lebensbereiche von dieser Entwicklung erfasst werden. Wohnungsunternehmen sollten vorsorgen – und sich auf einen vielfältigen Zahlungsverkehr einstellen.

Im Jahr 2020 haben bargeldlose Zahlungsmittel und insbesondere Karten bei den alltäglichen Ausgaben wesentlich an Bedeutung gewonnen:
Das zeigt die repräsentative Erhebung " Zahlungsverhalten in Deutschland 2020 – Bezahlen in der Corona-Pandemie“ der Deutschen Bundesbank (2021). Von denjenigen, die kontaktlos bezahlen, hat immerhin jeder Fünfte diese Möglichkeit zum ersten Mal während Corona genutzt. An der Ladenkasse, in der Freizeit, im Onlinehandel oder bei ähnlichen Anlässen wurden vergangenes Jahr rund 30 Prozent der Zahlungen per Karte getätigt. Im Vergleich zu 2017 bedeutet das eine Steigerung von neun Prozentpunkten. Noch markanter fällt der Rückgang der Barzahlungen von 74 auf jetzt nur noch 60 Prozent aus, den die Deutsche Bundesbank im gleichen Zeitraum ermittelt hat. Beim Bezahlen im Internet kommt inzwischen Internetbezahlverfahren (PayPal, Giropay, Paydirect etc.) eine gewichtige Rolle zu, wie die Erhebung zeigt: Mit 38 Prozent wurden im Jahr 2020 die meisten Transaktionen im World Wide Web auf diesem Weg bezahlt, gefolgt von Überweisung und Lastschrift (37 Prozent).

Immobilienwirtschaft muss reagieren

Diese Entwicklung muss auch die Immobilienwirtschaft aufhorchen lassen. Ändert sich nämlich das Zahlungsverhalten der Verbraucher, wird sich das perspektivisch auch in den Zahlungspräferenzen ihrer Mieterschaft niederschlagen. Sind institutionelle Vermieter bis dato mit Lastschrift und Überweisung für ihre Mietzahlungen gut gefahren, erwartet der Mieter in Zukunft die Wahl zu haben. Es geht nicht mehr nur darum, die eigene Lastschriftquote zu optimieren, sondern den Bedürfnissen der Mieter zu begegnen.

Die zunehmende Marktrelevanz von Zahlungsdiensten wie PayPal & Co. ist ein schönes Beispiel: Wohnungsunternehmen können diese Art der Bezahlangebote in Richtung ihrer Mieterschaft bisher kaum bedienen. Der Grund: Sie müssten dafür mit jedem Zahlungsdienst einzeln in Verhandlungen treten – und obendrein individuelle Schnittstellen für ihre Systeme entwickeln. Das ist für ein Wohnungsunternehmen kaum zu stemmen. Wie können Wohnungsunternehmen diesen Spagat schaffen – den Wünschen ihrer Mieter nach alternativen Bezahloptionen gerecht werden und dabei gleichzeitig weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten?

Plattformen öffnen neue Türen

Ein Ausweg aus diesem Dilemma bieten der Wohnungswirtschaft Plattformlösungen wie die Aareal Exchange & Payment Platform der Aareal Bank Gruppe. Sie bringt die Zahlungsabläufe von Wohnungsunternehmen, Zahlungsdiensten und Mietern in einem stringenten Prozess zusammen: Vermieter können ihren Mietern damit verschiedene Zahlungsdienste anbieten¬ – die Abwicklung der Zahlungen funktioniert automatisiert über die Plattform.

Seit Februar dieses Jahres ist mit PayPal der bei weitem verbreitetste Zahlungsdienst hierzulande an die Plattform angeschlossen, der zudem einen Zahlungsprozess mit besonders hoher Convenience ermöglicht. Gemeinsam mit PayPal wurden auf der Plattform die gängigen Kreditkarten als Zahlungsmöglichkeit gelauncht, wodurch der Mieter nun die Chance hat, bei seiner vermutlich höchsten monatlichen Belastung – der Mietzahlung – zum Beispiel Cashback-Punkte auf seiner Kreditkarte zu sammeln. Das Thema Payment bekommt in diesem Kontext eine ganz neue Perspektive. Darüber hinaus ist mit Barzahlen/viacash ein Anbieter an Bord, der Mietern eine Barzahlung der Miete beim Einkauf im Supermarkt oder der Drogerie ermöglicht. Damit bieten sich auch dem Vermieter völlig neue Chancen. Nun nämlich kann letzterer vom aufwändigen Betrieb einer Bar-Kasse ablassen und eine adäquate Alternative anbieten. So ermöglichst es die Aareal Exchange & Payment Platform Wohnungsunternehmen, verschiedene Kundenwünsche zu befriedigen und sich damit zukunftsfähig aufzustellen. Dabei liegt der Fokus stets auf der ERP-Integration, um einen reibungslosen Prozess im Rahmen der Zahlungsabwicklung bereitzustellen.

Wettbewerbsfähig in immer komplexerer, digitaler Welt

Über das Thema Mietzahlungen finden Immobilienunternehmen einen optimalen Einstieg in die Arbeit mit Plattformlösungen. Und das ist erst der Anfang. Schließlich könnten Plattformen auch überall dort zum entscheidenden Baustein werden, wo es darum geht, Mietern neben dem reinen Wohnraum flankierende Services anzubieten: Vom Wäscheservice über den Fahrdienst bis hin zum Postfach müssen all diese Angebote schließlich nicht nur verwaltet, sondern letztlich auch abgerechnet werden. Gleiches gilt, wenn Vermieter in ihren Objekten und Quartieren eine Ladeinfrastruktur für E-Autos zur Verfügung stellen wollen und sollen. Viele Akteure miteinander zu verknüpfen und ihre Prozesse auf einfache Weise verfügbar zu machen: Genau das ist die Stärke von Plattformmodellen.

Sich als Unternehmen frühzeitig mit Plattformmodellen auseinanderzusetzen, ist in einer immer komplexeren und digitalisierten Welt unbedingt empfehlenswert. Ihr Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft. Wer sich früh genug entsprechend aufstellt, kann auch in Zukunft auf die sich wandelnden Ansprüche seiner Kunden reagieren und sich so einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erarbeiten, wenn es um die zukünftige Zusammenarbeit etwa mit Start-ups oder auch mit E-Mobility-Anbietern geht.

Mehr Informationen unter thinkfuture.aareal-bank.com
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Über den Autor:

Kai Wirthwein ist im Business & Solution Development der Aareal Bank tätig. Als Experte für Zukunftsfragen rund um den Zahlungsverkehr in der Wohnungswirtschaft setzt er sich intensiv mit dem Potenzial von Plattformlösungen für die Branche auseinander.