Der Zukunft zugewandt

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Steffen Szeidl - Vorstand, Digitalisierungs- und BIM-Strategie, Construction Management, Testing & Commission
04.10.2019

Wer ein Gebäude baut, braucht ein Fundament. Das überrascht niemand. Weit weniger geläufig ist, dass sich trotz solcher Beständigkeit derzeit radikale Veränderungen in der Bau- und Immobilienbranche ihren Weg bahnen. In digitalen, vernetzten Zeiten, in denen zeitgleich das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung rasant steigt, muss sich jeder Bauherr somit die Frage stellen: Was zeichnet die Immobilie der Zukunft aus?

Eine Antwort lautet: Die Immobilien verhalten sich intelligent. Damit ist allerdings nicht gemeint, sie wahllos mit neuester digitaler Technik vollzustopfen oder möglichst oft mit dem Mobiltelefon das Licht an- und auszuschalten. Stattdessen stehen die späteren Nutzer, und was ihnen tatsächliche Vorteile bringt, im Fokus. Allein danach muss sich die digitale Ausstattung der Immobilie richten. Ob es sich nun um die Gebäudesteuerung per App handelt, das Indoor-Navigations-System - oder, dass ein Gebäude selbst seinen Reparaturbedarf erkennt, den Service-Mitarbeiter informiert und ihn mit genau definierten Zugangskontrollen zur Anlage navigiert.

Immobilien, die mitdenken

Eine intelligente Immobilie muss als selbstlernendes System, mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) ausgestattet, beispielsweise erkennen und darauf reagieren können, dass zu verschiedenen Tages- und Wochenzeiten unterschiedlich viele Personen im Gebäude beschäftigt sind. Mit entsprechenden Tracking-Sensoren erkennt die KI, welche Räumlichkeiten ungenutzt sind und fährt den Energieverbrauch selbstständig herunter. Das spart nicht nur Kosten, sondern ist auch umweltfreundlich: Denn der absolut wirksamste Weg, Energie einzusparen ist, sie überhaupt nicht zu brauchen.

Fest steht: Die Datenerhebung und -analyse durch KI wird helfen, die Gebäude besser zu verstehen. Dadurch mögliche, künftige Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen müssen sich aber nicht nur an ihrem wirtschaftlichen Erfolg messen lassen, sondern vor allem auch daran, welche Antworten sie unserer Umwelt geben.

Der Abriss wird zur Rohstoffquelle

Insgesamt müssen digitale Lösungen und Nachhaltigkeit beim Bauen Hand in Hand gehen. Der Abriss muss zur Rohstoffquelle werden. So lautet für den Bausektor die Maxime des Cradle to Cradle-Ansatzes, den Drees & Sommer mit seinem Tochterunternehmen EPEA, einem renommierten Hamburger Umweltberatungsinstitut, nicht nur für diesen vorantreibt. Für die Real Estate-Branche wird die Forderung allerdings mit digitalen Planungsmethoden wie Building Information Modeling, kurz BIM, künftig einfacher und wirtschaftlicher möglich. Denn es gibt genaue Daten über die eingesetzten Materialien und Baustoffe, um sie nach Abriss in gleichbleibender Qualität für neue Immobilien wiederzuverwenden.

Klimawandel, CO2-Anstieg und die zunehmende Umweltverschmutzung verlangen genau nach solchen innovativen Konzepten. Dafür macht sich Drees & Sommer in Kooperationen mit Forschung, Start-ups und mit Kunden und Geschäftspartnern stark – und damit für ein gutes Fundament, um unseren Planeten enkelfähig zu halten.

Über den Autor

Steffen Szeidl, (Dipl.-Ing.), Vorstand der Drees & Sommer SE

Vorstand, Digitalisierungs- und BIM-Strategie, Construction Management, Testing & Commission

Steffen Szeidl ist seit Januar 2015 Vorstand der Drees & Sommer SE. Er verantwortet neben den Bereichen Finanzen, Marketing und IT auch die Digitalisierungs- und BIM-Strategie des Unternehmens. Über besondere Erfahrungen verfügt Steffen Szeidl im Construction Management und Testing & Commissioning, wobei sein Branchenfokus auf Retail und Hospitality liegt. Bereits im Herbst 2008 übernahm er den Aufbau des Drees & Sommer Standorts in der Schweiz als Geschäftsführer und setzte dort mit der Eröffnung des THE CHEDI in Andermatt einen Meilenstein.

Steffen Szeidl absolvierte sein Studium der Architektur an der Technischen Universität Darmstadt und der Eidgenössischen-Technischen Hochschule Zürich (ETH).