• Quelle: Messe Hannover
Quelle: Messe Hannover

Hartwig von Saß - der Macher der Real Estate Arena im Interview

Koniis Blick auf die digitale Entwicklung
Andreas Söntgerath - CvD Online
29.03.2022

Am 18. und 19. Mai 2022 öffnet die Messe Hannover für die Real Estate Arena ihre Türen. Erstmalig findet die neue Immobilienmesse in Hannover statt. Wir haben mit dem Projektleiter der Messe Hannover Hartwig von Saß darüber gesprochen, welchen Fokus die Messe hat, welchen Nutzen sie Teilnehmenden stiftet und ob Hannover eine Partystadt ist.




Herr von Saß, am 18. und 19. Mai veranstalten Sie von der Messe Hannover die Real Estate Arena. Über 130 renommierte Aussteller aus der Branche sind mit einem Stand vertreten. Was bietet die Real Estate Arena der Immobilienwirtschaft?

Hartwig von Saß: Die Real Estate Arena in Hannover ist eine neue Plattform, die ihren Fokus auf die mittelständische Immobilienwirtschaft und die B- und C-Städte legt. Diese Gruppen kommen bei etablierten Veranstaltungskonzepten nicht ausreichend zur Geltung – und das wollen wir ändern. Wir sind davon überzeugt, dass die B- und C-Standorte zwar die gleichen Fragestellungen und Herausforderungen haben wie die A-Städte; sie brauchen aber andere Antworten. Die wollen wir auf der Real Estate Arena geben und die Themen aus dieser anderen Perspektive diskutieren. Wir stellen sechs Themen ins Zentrum: Wohnungsbau, Nachhaltigkeit, New Work, Zukunft der Innenstädte, Digitalisierung und Mobilität. Und natürlich wird uns auch das traurige Thema des Krieges in der Ukraine beschäftigen. Der Wohnungsbau steht hier vor völlig neuen Anforderungen mit Blick auf die Flüchtlinge aus der Ukraine. Und das Thema Energie beschäftigt sicher alle Assetklassen.

Alle Messestände sind bereits gebucht. Die Halle wird also voll. Mit welchem Konzept haben Sie die Aussteller überzeugt?

Hartwig von Saß: Wir tragen der Situation Rechnung, dass sich die Märkte in den A-Städten und dem Rest des Landes ja in einem Punkt grundsätzlich unterscheiden. A-Städte sind mit Blick auf Immobilien-Projekte immer globalisierte Märkte. Unternehmen, die dort Projekte umsetzen wollen, befinden sich immer im globalen Wettbewerb. Das merkt man auch auf den internationalen Immobilienmessen, da messen sich die Millionenmetropolen untereinander. Bei den B- und C-Städte sieht es – abgesehen von einigen Ausnahmen - anders aus, denn diesen globalen Wettbewerb gibt es nicht, er ist national, oft sogar regional und damit oftmals sehr mittelständisch geprägt. Und das haben wir zusammen mit unserem Partner Real Estate Events und vielen Unternehmen in ein Veranstaltungsformat übertragen – übrigens in einem Prozess, der für die Messebranche (noch) ungewöhnlich ist. Wir haben Co-Creation gemacht, was man ja aus der Automobilindustrie etwa kennt. Wir haben mit den späteren Kunden das Produkt entwickelt und somit sehr eng am Markt die Real Estate Arena konzipiert.

Auf welches Publikum treffen die Aussteller? Wen also wollen Sie erreichen?

Hartwig von Saß: Anders als bei unseren Industriemessen, wo die Anbieter die Aussteller und die Nachfrageseite die Besucher sind, geht es eher darum, das gesamte Ökosystem Immobilienwirtschaft abzubilden. Das ist aber keine Besonderheit der Real Estate Arena, dass die Besucher größtenteils auch Aussteller sein können oder anders herum. Nehmen Sie etwa unsere Aussteller Lidl und Kaufland, die präsentieren sich als gute Partner mit einem Stand, sind aber immer auch selbst auf der Suche nach Partnern. Oder der Landkreis Stade präsentiert sich als Standort, sucht aber auch Projektentwickler.

Sehen Sie Ihr Angebot demnach als Ergänzung zu bestehenden Immobilienmessen?

Hartwig von Saß: Wir haben ja in den vergangenen Monaten hunderte von Gesprächen geführt und der Ansatz der Real Estate Arena, eine Plattform für die mittelständische Immobilienbranche und die B- und C- Städte zu schaffen, wurde in so gut wie keinem Gespräch hinterfragt. Weil es das so am Markt noch nicht gibt. Deshalb werden wir auch entschlossen weitermachen und haben schon den Termin für die Messe im Jahr 2023 festgelegt. Wir machen es wieder im Mai.

Andere bekannte Messestandorte sind sicherlich auch bezüglich der Lage am Meer oder der Nähe zu den Alpen attraktive Ziele. Was bietet Hannover und wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei das passende Rahmenprogramm zur Messe zu entwickeln?

Hartwig von Saß: Ich verstehe, was Sie meinen. Aber erst einmal geht es ja um die Veranstaltungen selbst, die aus sich heraus eine Anziehungskraft und einen Mehrwert für die Teilnehmer*innen schaffen müssen, weil sie 1. das Geschäft voranbringen, 2. Wissen und Knowhow vermitteln, 3. das Netzwerk erweitern und 4. Spaß machen sowie Emotionen wecken. All das kann man in Hannover ganz hervorragend – und nicht zuletzt in einer pickepackevollen Messehalle. Und schließlich sagen ja viele, Hannover sei die Königin der B-Städte. Wer sie entdecken will, kann mich gern nach ein paar Geheimtipps fragen.

Sind darüber hinaus auch Standpartys möglich?

Hartwig von Saß: Natürlich. Es wird mehrere Abendveranstaltungen geben. Aber die werden einen starken Fokus auf den informellen Austausch über die Themen legen, die uns alle beschäftigen: Krieg, Klimawandel, Inflation und die vielen anderen Unsicherheiten, mit denen die Unternehmer*innen gerade umgehen müssen.