HOME OFFICE - VOM TREND ZUM STATUS QUO

Hier bloggt ROOMHERO - der Immobilienprofi unter den Inneneinrichtern
Norbert Apostel - Gründer & CMO
20.06.2020

Home Office, Remote Work, Telearbeit, Mobile Arbeit - zahlreiche Begriffe für eine Form der Arbeit, die dank der weltweit herrschenden Corona-Pandemie so aktuell ist wie nie. Viele Angestellte arbeiten zum ersten Mal von zu Hause aus, andere sind es durch jahrelange Anwendung schon längst gewohnt.

Bessere Work-Life-Balance, weniger Krankheitstage

Regelmäßiges Home Office bringt auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite viele Vorteile: Mitarbeiter genießen mehr Freiräume durch mehr Selbstbestimmung und Unternehmen sparen aufgrund der kleineren Vor-Ort-Belegung Kosten bei ihren Büroräumen.

Für Arbeitnehmer bedeutet die Arbeit im Home Office jedoch eine hohe Selbstdisziplin. Sie müssen eigenverantwortlich handeln, damit die Produktivität nicht nachlässt. Einerseits ist es wichtig, soziale Kontakte stärker zu pflegen, um in den eigenen vier Wänden nicht zu vereinsamen, andererseits gibt es auch viel Ablenkung durch Haushalt, Partner oder Familie. Geübte „Home-Office-Nutzer“ schwärmen jedoch von einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, einer besseren Work-Life-Balance durch wegfallende Arbeitswege und mehr Flexibilität in der persönlichen Zeiteinteilung. Wer um 19 Uhr produktiver ist als um 8 Uhr, kann seine Arbeit entsprechend umplanen, ist motivierter und arbeitet effizienter.

Eine Studie der Stanford-Universität (2015) verzeichnete in einem Experiment einen Leistungsanstieg um ganze 13 % unter Mitarbeitern, die im Home Office arbeiteten. Dieses Ergebnis lässt sich zurückführen auf weniger Krankheitstage und weniger Störfaktoren in den eigenen vier Wänden, sodass Mitarbeiter unter dem Strich konzentrierter arbeiten als im Büro.

Ein wachsender Trend

Mehr Flexibilität und produktivere Mitarbeiter sind wohl die stärksten Argumente für das Modell der „Fernarbeit“. Bereits jetzt wünscht sich über die Hälfte der deutschen Angestellten die Möglichkeit, öfter im Home Office arbeiten zu dürfen, und auch unter Arbeitgebern zeichnet sich ein Trend ab (Statista, 2020). Hier wird die Corona-Krise voraussichtlich ihren Beitrag leisten und durch den zwangsläufigen Wechsel ins Home Office viele Zweifler überzeugt haben.

Schon gewusst? Es gibt ein Anrecht auf Home Office

Wo Deutschland noch hinterher hinkt, haben andere europäische Länder (zum Beispiel Großbritannien oder die Niederlande) ein grundlegendes Recht auf Home Office schon fest in Ihren Gesetzen verankert. Hierzulande gibt es jedoch einige Hürden für die grundsätzliche Einführung des Home Office: etwa die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes. Und auch das Thema Arbeitsschutz ist wichtig – für alle Arbeitnehmer, ob im Home Office oder vor Ort, gelten die gleichen arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften. Darunter fällt auch die richtige Arbeitsplatzausstattung, also ergonomische Büromöbel und die notwendige Hardware und Software. Technisch sehen 54 % der Angestellten ihre Arbeitgeber in der Lage, das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen (Statista, 2020). Aber wie erreicht man zu Hause den gleichen ergonomischen Standard wie im Büro? Und wer trägt die Kosten dafür?

Ausstattung und Ergonomie

An dieser Stelle ist es wichtig, zwischen gelegentlicher und fest vereinbarter Arbeit im Home Office zu unterscheiden. Eine gelegentliche Home-Office-Tätigkeit unterliegt in der Regel einer mündlichen Absprache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sobald aber eine schriftliche Vereinbarung zur Arbeit im Home Office vorliegt oder kein anderer Arbeitsplatz für den Mitarbeiter zur Verfügung steht, trägt er die „Pflicht zur ergonomischen Ausstattung eines Arbeitsplatzes“. Im Klartext: Er muss seinen Arbeitsplatz so einrichten, dass er die Arbeitsschutzbestimmungen erfüllt. Eine ergonomischen Ausstattung reicht vom richtigen Bürostuhl über einen höhenverstellbaren Schreibtisch bis hin zur Bildschirmgröße. Der Arbeitsplatz sollte immer den individuellen Maßen des Mitarbeiters entsprechen – zum Beispiel sollte die Stuhlhöhe so eingestellt sein, dass die Arme im richtigen Winkel zum Schreibtisch liegen.

Die Folgen fehlender Ergonomie haben sowohl auf den Arbeitnehmer als auch auf den Arbeitgeber gravierende Auswirkungen. Immerhin verbringen Büroangestellte in Deutschland an einem gewöhnlichen Werktag durchschnittlich 11 Stunden im Sitzen (DKV Report 2016). Rückenschmerzen oder Muskel- und Skeletterkrankungen sind typische Krankheitserscheinungen bei einer falschen Sitzposition am Schreibtisch. Das führt wiederum zu vermehrten Krankmeldungen oder sogar zur Unproduktivität der Mitarbeiter. Eine durch Rückenbeschwerden bedingte Arbeitsunfähigkeit dauert im Durchschnitt 13,5 Tage (Statista, 2017). Die entsprechende Vorsorge ist daher für alle Beteiligten vorteilhaft und verhältnismäßig einfach umzusetzen.

Home-Office-Einrichtung vom Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber verstehen die großen Chancen der Remote-Arbeit, aber auch die Gefahr, die von einem schlecht ausgestatteten Arbeitsplatz ausgeht. Sie investieren aktiv in ihre Mitarbeiter: Einen kleinen Teil des Budgets, das sie dank geringerer Vor-Ort-Belegung einsparen, lassen sie in ergonomische Möbel und passende Hardware für das Home Office fließen. Selbst wenn die Remote-Arbeit nur für einen kurzen Zeitraum angedacht ist (wie etwa während der Corona-Pandemie), schaffen flexible Mietmodelle Abhilfe. In Zeiten der Sharing Economy gibt es sogar Abo-Modelle für die ergonomische Büroeinrichtung für zu Hause – meist mit kurzen Laufzeiten und einer Lieferung innerhalb von wenigen Tagen. So sorgen Unternehmen selbst im Home Office für den nötigen Arbeitsschutz, beugen Muskel-Skelett-Erkrankungen vor und profitieren letztendlich von der gesteigerten Arbeitskraft ihrer motivierten, produktiven Mitarbeiter.

Eine individuelle Entscheidung

Ob ein Unternehmen seine Mitarbeiter im Home Office arbeiten lässt oder nicht, ist schlussendlich eine individuelle Entscheidung, die von unterschiedlichen Faktoren abhängt. „Home-Office-Einsteiger” sollten sich eine gewisse Eingewöhnungszeit gewähren und offen sein für neue Arbeitsmodelle und moderne Kommunikationslösungen. Ein erfahrener Partner für einzelne Teilbereiche der Umsetzung kann bei der Einführung unterstützend zur Seite stehen und gemeinsam mit dem Unternehmen die passende Lösung finden.