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hubitation - ein Accelerator der anderen Art

Koniis Blick auf die digitale Entwicklung
Andreas Söntgerath - CvD Online
30.01.2019

Am 15. März 2018 steht es fest: Die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt wird einen Accelerator für PropTechs gründen. Die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe hat alle Argumente abgewogen. Vor dem Unternehmen liegen in den kommenden Jahren große Herausforderungen. Der Bestand ist solide, doch die Erwartungen der Mieter an Ausstattung, Verwaltung und Kommunikation steigen. Zudem möchte die Unternehmensgruppe weiter wachsen, denn die Nachfrage ist groß. Die Mitarbeiter beherrschen das Tagesgeschäft, doch in den kommenden fünf Jahren werden über 40 Prozent der Belegschaft in Ruhestand gehen. Das sind überschaubar gute Voraussetzungen, um die Digitalisierung aus dem Unternehmen heraus mitzugestalten. Der Geschäftsleitung ist klar, dass die nötigen Innovationen, Ideen und Inhalte von außen kommen müssen.

Ein Projektteam unter der Leitung von Klaus Straub, Leiter des Fachbereich IT, erarbeitete ein Konzept, die Unternehmensgruppe in punkto Digitalisierung, Innovationen und technologischer Trends zukunftsfähig auszurichten. Das Ergebnis: hubitation, ein Startup-Accelerator für die Immobilienwirtschaft.

Mit der Umsetzung des Konzepts betraute das Unternehmen Dr. Simone Planinsek. Die promovierte Ingenieurin hat im Fachbereich IT als Projektmanagerin bereits größere IT-Projekte verantwortet.

Etabliertes Wohnungsunternehmen sucht Anschluss an PropTechs

Im März 2018 hat Dr. Simone Planinsek die Aufgabe übernommen für die Unternehmensgruppe den Anschluss an innovative junge Unternehmen in der Branche zu knüpfen. Das Ziel dieser Herausforderung formuliert Klaus Straub so: „Wir gestalten die Zukunft des Wohnens, deswegen sind wir offen für Inspirationen von außen, doch es ist vermessen zu glauben, dass uns PropTechs die Tür einrennen. Also müssen wir uns mit einem attraktiven Angebot auf sie zu bewegen.“

Dazu hat das Projektteam der Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt analysiert, was junge Gründer brauchen, die mit ihrer Idee den Markt durchdringen wollen. Im Fokus stand dabei die Frage, wie die Bedürfnisse junger Gründer mit den Ressourcen eines der größten Wohnungsunternehmens verbunden werden können. Schnell war den Verantwortlichen klar, dass auch Geld nötig ist, doch gerade am Anfang andere Leistungen für Gründer wichtiger sind. „Darüber hinaus haben wir festgestellt dass das innovative Ecosystem vollgepumpt ist mit Geld, und wir eben deswegen nicht Geld bieten, sondern etwas das heute schwerer wiegt. Zeit! Unsere Zeit und Erfahrung.“ sagt Dr. Simone Planinsek. Deswegen hat die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt für ihren Accelerator einen anderen Weg beschritten PropTechs zu fördern.

hubitation ist ein Intermediär zwischen PropTechs und dem Unternehmen



hubitation bietet mit der Muttergesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt für Gründer ein ideales Biotop, um Ideen zu testen. Dieses Potential bringt hubitation in das Acceleratorprogramm ein. „Kern unseres Accelerators ist der Austausch zwischen PropTechs und dem Unternehmen. Dazu haben wir intensive Sparrings etabliert. Jeder Teilnehmer unserer Startup Week bekommt einen Experten aus dem oberen Management aus unserem Unternehmen zur Seite gestellt.“ sagt Dr. Simone Planinsek. Sie organisiert gemeinsam mit ihrem Kollegen Tobias Schneider auch die Startup Week. Das ist eine Woche in der PropTechs und Experten intensiv daran arbeiten das Produkt des PropTechs in einem Pilotprojekt bei der Nassauische Heimstätte/Wohnstadt zu verproben. „Wir verstehen uns als Intermediär. Wir vermitteln den PropTechs eine Testumgebung, Praxiserfahrung und Kontakte.“ beschreibt Klaus Straub das Konzept.

Bevor PropTechs überhaupt ausgewählt werden, müssen sie sich mit einem Pitchvideo auf der Internetseite bewerben. Die Bewerbungen werden dann gesichtet und bewertet. hubitation adressiert primär junge Gründer, die noch wenig etabliert sind. PropTechs, die schon Marktreife erlangt haben und dann international skalieren wollen, sind eher außerhalb des Fokus von hubitation. „Unser Mehrwert liegt darin, dass PropTechs mit uns während der Startup Week ein Pilotprojekt entwickeln können, das ihnen dann auch als Referenz dient. Damit schaffen die jungen Unternehmer Vertrauen in der Branche.“ erläutert Dr. Thomas Hain, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt das Konzept. Zur Startup Week werden nur die Bewerber eingeladen, die zuvor die interne Jury überzeugt haben.

Intensives Training bei der Startup Week

Während der Startup Week bekommen die Gründer umfangreiche Trainings. Mit Experten diskutieren sie Businesspläne, bekommen wertvollen Input zu Marketing und Vertrieb und lernen wirkungsvoll auf (Pitch-)Bühnen aufzutreten. Am Ende der Startup Week müssen die PropTechs dann vor einer renommierten Jury um ein Ticket für die Expo Real pitchen. „Wichtig ist uns, dass wir am Ende einer intensiven Woche vorzeigbare Ergebnisse mit den PropTechs entwickelt haben, die wir auch praktisch umsetzen können. Die Idee, die dann die Jury überzeugt, präsentieren wir auf der Expo Real. Damit bieten wir dem PropTech auf unserem Stand eine repräsentative Bühne und ein wertvolles Netzwerk!“ sagt Dr. Simone Planinsek und unterstreicht damit, dass hubitation kein gewöhnlicher Accelerator ist, denn hubitation hat den Anspruch mit den Gründern auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten. „Wir verstehen uns als Sprungbrett für junge Gründer aus der Branche.“ ergänzt Klaus Straub.

Dass hubitation ungewohnte Wege geht, bewies die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt bereits im ersten Durchlauf des Accelerator-Programms. Neben den klassischen Trainings, standen auch gesellschaftspolitische Diskussionen auf dem Programm. Im Rahmen der Startup Week diskutierten die Finalisten mit Bürgern, Politikern und Mietern über das Wohnen der Zukunft.

Auch in Social Media ging der Accelerator innovative Wege. Für die Expo Real 2018 setzte hubitation auf Dialog. Auf der Facebookseite des Accelerators konnten Interessenten zur Expo Real 2018 über einen Chatbot Termine mit den beiden Gewinnern der ersten Runde vereinbaren. Zur Leitmesse der Immobilienwirtschaft war hubitation der einzige Accelerator, der durch seine innovative und mutige Dialogkommunikation aufgefallen ist. Die Unternehmensgruppe unterstreicht damit, wie ernst es ihr mit hubitation ist, die Gewinnern mit Kontakten in die Branche zu unterstützen.

Bildunterschrift

Die Finalisten der erste Acceleratorrunde 2018: Martin Staudacher von Wohnungshelden, Dr. Avdesh Chaudhary von Arid Green, Patrick Losert von TalentZ, Adrian Beyertt von Fresh Energy, Michael Hausmann von pixolus, Sebastian Dahnert von smartivate und Mehmet Arziman von Home_iX. (v.l.n.r.).