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HYBRIDE CLOUDS: FLEXIBEL, SKALIERBAR, SICHER

Architrave bloggt
Martin Rothenberger - CTO
06.07.2020

Wer seine IT neu strukturiert, muss sich entscheiden: Cloud oder On-Premise? Was spricht dafür oder dagegen? Mit Fokus auf das Daten- und Dokumentenmanagement der Immobilienbranche haben wir einige Anforderungen formuliert und die beiden Varianten gegenübergestellt. Halten sich die Argumente die Waage, kommen Hybride Clouds ins Spiel – die Kombination aus dedizierter Hardware und Cloud-Ressourcen.

CLOUD UND ON-PREMISE: TOP 4 ANFORDERUNGEN IM VERGLEICH



1) VERFÜGBARKEIT

Ein Großteil der zentralen, brancheninternen Geschäftsprozesse hängt in der Real Estate Branche mit der Verwaltung von Dokumenten zusammen. Sie sind Dreh- und Angelpunkt bei Transaktionen und unabdingbar bei Rechtsstreitigkeiten. Daher müssen sie jederzeit – auch von unterwegs – zugänglich sein und ausfallsicher aufbewahrt werden.

CLOUD

In der Cloud sind alle Dokumente jederzeit und uneingeschränkt zugänglich. Der SaaS-Anbieter übernimmt die Verantwortung für die notwendige Infrastruktur und stellt sicher, dass der Zugriff auf Dokumente und Daten permanent möglich ist. Die benötigte Infrastruktur ist in der Regel mehrfach redundant ausgelegt und skaliert auch bedarfsgerecht – mehr Speicherplatz? Kein Problem!

ON-PREMISE



Die permanente Verfügbarkeit der eigenen Server – sei es nun im firmeneigenen Rechenzentrum oder vor Ort im Office – ist in vielen Fällen nur schwer zu gewährleisten, bzw. mit hohen Kosten und Aufwand verbunden. Auftretende Serverausfälle können den gesamten Betriebsablauf Tage oder gar Wochen einschränken. Auch der Verlust von Dokumenten ist nicht ausgeschlossen.

2) ZUGRIFFSBERECHTIGUNGEN

Dokumente müssen jederzeit zugänglich sein – aber bitte nicht für jeden. Der Zugriff durch Unbefugte muss ausgeschlossen sein. Die Abgrenzung von Dokumenten stellt daher eine zentrale Anforderung dar.

CLOUD

Dass Daten und Dokumente trotz gleichem, physikalischen Speicherort sauber voneinander getrennt werden, ist nur schwer nachweisbar. Die gemeinsame Ressourcennutzung als Kerneigenschaft der Cloud kann daher für die Real Estate Branche nachteilig sein. Seriöse SaaS-Anbieter garantieren einen ausgewiesenen Ort der Datenspeicherung und -verarbeitung und erfüllen alle anderen wichtigen IT-Sicherheitsmerkmale. Erste Indikatoren dafür: das Einhalten von technisch-organisatorischen Maßnahmen und Zertifizierungen nach ISO 27001 oder nach BSI Grundschutz.

ON-PREMISE



Auf der firmeneigenen Infrastruktur/Server ist die physikalische Abgrenzung der Daten zu jedem Zeitpunkt in vollem Umfang gegeben. Das Unternehmen muss aber ggf. weitere Schutzmaßnahmen berücksichtigen, um den Zugriff durch Unbefugte zu unterbinden, wie z.B. ein Serverraum mit Zutrittsbeschränkung und -protokollierung.

3) VERORTUNG DER DOKUMENTE

Die Unsicherheit hinsichtlich des Speicherorts der Dokumente ist eine der größten Vorbehalte gegen Cloud-Lösungen. Da bestimmte Dokumente die Bundesrepublik Deutschland nicht verlassen dürfen, gehört auch die Verortung der Dokumente zu den wichtigsten Anforderungen.

CLOUD

Wer Daten abgibt, gibt zum Teil auch Kontrolle ab. Bei der Cloud-Lösung sorgt die Unwissenheit über den Speicherort der eigenen Dokumente oft für Bauchschmerzen. Manche Cloud- bzw. SaaS-Anbieter lassen Ihre Kunden im Unklaren, wenn es um den Speicherort der Dokumente und Daten geht – sie könnten überall sein, da sie zuerst einmal redundant auf verschiedensten Servern weltweit gespeichert und den Nutzern anschließend auf dem schnellsten Distributionsweg bereitgestellt werden.

ON-PREMISE



Die Daten und Dokumente liegen an einem festen Standort – sei es das Büro in Berlin, München, Frankfurt oder das firmeneigene Rechenzentrum – sie verbleiben innerhalb der eigenen Infrastruktur und werden auch nur hier verarbeitet. Für viele Unternehmen ist das die angenehmere Entscheidung, da der Speicherort von Daten und Dokumenten nicht zuletzt auch ein emotional aufgeladenes Thema ist.

Tipp: Achten Sie auch hier bei der Auswahl Ihrer Cloud-Lösung darauf, dass der Anbieter Ihnen einen definitiven Ort der Datenspeicherung und -verarbeitung garantiert, z.B. innerhalb der EU oder besser: nur innerhalb Deutschlands. Ebenso gibt es Cloud-Lösungen bei denen der Kunde den Speicherort – i.d.R. ein Land – flexibel und nach Bedarf auswählen kann.

4) SKALIERBARKEIT

Last but not least: Eine Lösung muss mit dem Unternehmen wachsen.

“Unter Skalierbarkeit versteht man die Fähigkeit eines Systems, Netzwerks oder Prozesses zur Größenveränderung. Meist wird dabei die Fähigkeit des Systems zum Wachstum bezeichnet.” – Wikipedia

Skalierbarkeit bedeutet nicht nur die Fähigkeit, auf kurzfristige und massive Schwankungen reagieren zu können, wie z.B. ein extremer Anstieg an Zugriffszahlen, sondern auch langfristigen Wachstum problemlos bewältigen zu können – z.B. der permanent steigende Bedarf an Speicher- und auch Rechenkapazitäten.

CLOUD

In der Cloud werden alle benötigten IT-Ressourcen flexibel bezogen – on-demand. Lastspitzen können somit einfach und schnell bewältigt werden – in der Regel sogar äußerst kosteneffizient im Vergleich zur On-Premise-Lösungen, da in der Cloud auch nur nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet wird.

ON-PREMISE



Kurzfristige und massive Schwankungen in den Zugriffszahlen können nicht ohne weiteres bewältigt werden. Ein Kollaps des Systems ist unter solchen Lastspitzen möglich. Ebenso ist die langfristige Skalierbarkeit mit hohem Aufwand verbunden. Wird mehr Speicherplatz benötigt, müssen mehr bzw. größere Festplatten gekauft und integriert werden. Meist muss das System hierfür offline genommen werden. Im schlimmsten Fall ist weiteres Wachstum nur über eine komplette Neuanschaffung möglich.

HYBRIDE CLOUDS

Beide Lösungen, Cloud und On-Premise, haben ihre Vor- und Nachteile. Daher muss je nach Branche, Use-Case und Unternehmen sorgfältig geprüft werden, welche Variante am ehesten in Betracht kommt und mit den gegebenen Anforderungen (und unter Umständen auch Restriktionen) am besten umgehen kann.

Hinsichtlich der spezifischen Real Estate Anforderungen schneiden beide Technologien in etwa gleich gut ab. Und nun?

Bei Architrave haben wir uns für Hybride Clouds entschieden. Das Schöne daran: Sie müssen sich nicht entscheiden!

Wir kombinieren dedizierte Hardware mit Cloud-Ressourcen und stellen so eine hochverfügbare und einfach nutzbare Lösung für unsere Kunden zur Verfügung. Dieser Ansatz ermöglicht höchste Serververfügbarkeit und maximale Flexibilität bzw. Skalierbarkeit des Datenvolumens. Gleichzeitig bleiben die Kosten überschaubar durch ein faires Preismodell, das speziell auf die Anforderungen der Real Estate Branche zugeschnitten ist. Als SaaS-Lösung (Software as a Service) kümmern wir uns natürlich auch um die Wartung, Updates und Backups des Systems, stehen mit persönlichem Support an Ihrer Seite und entwickeln die Software stetig weiter.

Über den Autor:

Martin Rothenberger (CTO bei Architrave) verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung als CTO, Gründer, Agile Coach und Interim Manager. Er war u.a. europaweit als IT-Coach für die Unternehmensberatung Accenture tätig. Zu seinen weiteren Stationen zählten u.a. E.ON sowie die Start-Ups DailyDeal (erfolgreicher Exit an Google), MyToys.de (Otto Gruppe) und Valmano (ProSiebenSat.1 Gruppe).