• Quelle: Aareal Bank
Quelle: Aareal Bank

Jahresendablesung? Einfach per Handy

#Aarealthoughts - der Expertenblog der Aareal Bank
Maren Prüwer - Business & Solution Development
25.10.2021

Während die Einbaupflicht für Smart Meter vorerst gerichtlich gestoppt und in die Ferne gerückt ist, bieten einfach zu integrierende Brückentechnologien auch heute schon Optimierungspotenzial bei der Zählerstandserfassung. Alles was es dafür braucht, ist ein Smartphone, Internetzugang und eine App.

Herbst und Winter sind in der Wohnungswirtschaft auch Synonym für einen zeitbindenden, schwerfälligen Prozess, ohne den es nicht geht: die alljährliche Zählerstandserfassung. Während die Einbaupflicht für Smart Meter vorerst gerichtlich gestoppt und in die Ferne gerückt ist, bieten einfach zu integrierende Brückentechnologien auch heute schon Optimierungspotenzial bei der Zählerstandserfassung. Alles was es dafür braucht, ist ein Smartphone, Internetzugang und eine App.

Die Zählerstandserfassung bindet alljährlich viel Arbeitskraft und Ressourcen. Mit den Smart Metern sind digitale Prozesslösungen im Werden, bis zu einem flächendeckende Roll-out wird aber noch Zeit vergehen. Das Bedürfnis nach effizienteren Prozessen in der Wohnungswirtschaft also bleibt – der fortschreitenden Digitalisierung, neuen Technologien und veränderten Ansprüchen der Endkunden und Mieter sei Dank. Daten und die sich daraus ergebenden Automatisierungspotenziale spielen in diesem Transformationsprozess eine entscheidende Rolle. Und diese Bedeutung ist längst kein Geheimnis mehr: In der 6. Digitalisierungsstudie von ZIA und EY Real Estate, veröffentlicht im August 2021, gaben 90 Prozent der befragten Unternehmen an, dass automatisierte Prozesse den Bestand des Unternehmens sichern. Und im Bereich der Automatisierung gibt es Nachholbedarf: Bei 40 Prozent der Befragten liegt der Anteil der automatisierten Prozesse bei maximal 10 Prozent und über 60 Prozent erreichen nur 7 Prozent. Der Vorteil automatisierter Prozess liegt auf der Hand: 96 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Mitarbeitenden durch Automatisierung Zeit für Aufgaben mit höherer Wertschöpfung gewinnen.

Vor diesem dynamischen Hintergrund und dem Willen zur Digitalisierung wirkt die oftmals noch händisch durchgeführte Zählerstandserfassung aus der Zeit gefallen. Was also, wenn aus diesem personalintensiven, ressourcenbindenden und fehleranfälligen Prozess ein unkomplizierter elektronischer Austausch von Daten würde? Eine solche Optimierung kann ganz neue Potenziale freisetzen. Mit diesem Bewusstsein für die konkreten Anforderungen der Wohnungswirtschaft haben wir in Zusammenarbeit mit dem auf mobile Datenerfassung spezialisierten Start-up pixolus und unserer Tochter Aareal First Financial Solutions eine digitale, mobile Lösung zur Zählerstanderfassung entwickelt.

Zählerstanderfassung per App – Grundstein für Prozesseffizienz

Unsere Kunden aus der Wohnungswirtschaft haben uns oft gespiegelt, wie kompliziert die Abläufe sich gestalten, dass die Erfassung mit viel Aufwand verbunden ist, da Zählerstände erfasst, die Daten in Exceltabellen gesammelt und in andere Systeme überführt. Durch die Medienbrüche wird der Prozess zeitraubend und fehleranfällig. Zudem ist es ein Prozess, der über Branchengrenzen hinaus reicht und auch auf Seiten der Versorger viele Aufwände generiert. Versorgungsunternehmen wie Stadtwerke etwa sind beim Ableseprozess immer stark an Fristen gebunden. Da heißt es gegen die Zeit arbeiten, wenn die Aufforderung der Stadtwerke zur Weitergabe der Zählerstände kommt, aber noch nicht alle Listen erfasst sind. Als Partner der Wohnungswirtschaft und Energiewirtschaft identifizieren wir Stolpersteine in Prozessen, dieses Wissen ist die Grundlage, um im Austausch mit unseren Kunden wirkungsvolle Lösungen zu entwickeln.

Aareal Meter ist ein Beispiel für diese kooperative Lösungsentwicklung. Basierend auf einer App zum Erfassen der Verbrauchsdaten sowie einem Dispositionsportal zur Datenverarbeitung beruht Aareal Meter auf einer Technologie, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist: dem Smartphone. Mithilfe des Smartphones scannt die App die Verbrauchsdaten und synchronisiert sie automatisch mit der cloudbasierten Plattform. Auf dieser Plattform werden Ableseaufträge den Mobilgeräten der Hausmeister und Ablesedienstleister zugeordnet, auch die Verwaltung von Objekt- und Zählerdaten geschieht dort. Eine automatische Synchronisierung zwischen App und Portal stellt sicher, dass beispielsweise auch Informationen über defekte oder neu installierte Zähler direkt aus der Wohneinheit zum Disponenten gelangen. Aktuelle Bearbeitungsstände sind dadurch mobil immer im Blick, Rückfragen und Zweifelsfälle lassen sich rasch und leicht klären.

Überzeugend im Praxiseinsatz

Der Praxiseinsatz der Pilotphase hat überzeugt. Die Rückmeldungen, die wir sowohl von Seiten der Wohnungswirtschaft als auch aus der Energiewirtschaft bekommen, haben schnell bestätigt, welche Vorteile sich aus der Digitalisierung dieses grundlegenden Prozesses ergeben. Bei der Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf etwa, die an der Pilotphase teilgenommen haben, hat die Zählerstanderfassung per App im Praxiseinsatz bis zu 60 Prozent Zeitersparnis gebracht, der Abrechnungsprozess ist weniger fehleranfällig und transparenter. Ablesedaten und -zeiten sind nun quasi per Knopfdruck einsehbar, das erleichtert auch die Kommunikation mit Mieterinnen und Mietern.

Der Vorteil der Brückentechnologie

Sicher, in der Digitalisierungsvision der Wohnungswirtschaft ist das Smart Meter Gateway in jedem Treppenhaus das Ziel. Bis diese Vision sich aber umsetzen lässt, ist der Einsatz von Brückentechnologien wie Aareal Meter ein entscheidender Schritt, um die Transformation nicht nur der Wohnungswirtschaft auch in kleinen Schritten konkret nach vorne zu bringen, statt zu lange am großen Wurf zu feilen. Ein weiterer Vorteil der Brückentechnologie sind die überschaubaren Aufwände, die der Einsatz mit sich bringt. Und das bei spürbar verbesserter Prozesseffizienz. Zudem bietet sich hier ein guter Ansatzpunkt, die Prozesse zwischen Energie- und Wohnungswirtschaft weiter daraufhin zu untersuchen, wo sie über Branchengrenzen hinweg gedacht werden sollten und entsprechend optimiert werden können. Das ist für uns eine Brückentechnologie im wahrsten Sinne des Wortes.

Weitere Informationen zu Aareal Meter finden Sie hier: https://aareal-meter.de