• Quelle: SleevesUp!
Quelle: SleevesUp!

Mit Third Places zur gesamtheitlichen Hybriden Arbeitsplatz Strategie

Koniis Blick auf die digitale Entwicklung
Sebastian Schmidt - CEO und Gründer von SleevesUp! Spaces
20.06.2022

Flächenoptimierung und alle ab ins Homeoffice? Das ist zu kurz gedacht!

Eine überwältigende Mehrheit von Arbeitgebern hält auch nach der Homeoffice Pflicht an der Remote Work Regelung fest: 77% der befragten Manager geben in einer aktuellen YouGov Studie an, ihre Mitarbeitenden auch weiterhin den Arbeitsort frei wählen zu lassen. Diese Verschiebung des Arbeitsplatzbedarfs eröffnet dabei neue Möglichkeiten die eigenen Büroflächen des Unternehmens zu optimieren. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung von Kollaborations - und Begegnungsflächen oder der Reduktion nicht mehr benötigter Bürofläche.

Unterm Strich bedeuten diese beiden Trends, dass nun nicht mehr für jeden Mitarbeitenden ein (fester) Büroarbeitsplatz zur Verfügung steht. Besonders Nebenstandorte werden von vielen Unternehmen derzeit besonders kritisch geprüft – die Fokussierung auf hochrepräsentative Firmenzentralen gewinnt immer mehr an Bedeutung. So weit so gut, sind sich Angestellte und Manager doch im Wesentlichen einig: Remote Work funktioniert und wird auch nach der Pandemie bestehen bleiben. Die Mitarbeitenden nutzen regelmäßig das Homeoffice, Unternehmen optimieren Bürofläche und alle sind glücklich? Auf den zweiten Blick zeigt sich ein differenzierteres Bild, denn bereits eine frühe Homeoffice Studie des BitKom Verbandes fand heraus: Zwar wollen über 75% der Mitarbeitenden regelmäßig im Homeoffice arbeiten – allerdings sind weniger als die Hälfte im Homeoffice aber wirklich zufriedener. Woher kommt dieser Widerspruch und warum ist es zu kurz gedacht „Remote Work“ mit „Homeoffice“ gleichzusetzen?

Homeoffice Hybris

Betrachtet man die Situation im Homeoffice einmal genauer, so zeigen sich schnell erhebliche Defizite, die die Vorteile von weniger Pendelkosten und Nähe zum Lebensmittelpunkt schnell wieder revidieren. Dazu gehören:

- Mangelhafte ergonomische und technische Ausstattung (Schreibtisch, Stuhl, Beleuchtung oder fehlende Arbeitsgeräte)

- Mangelnde Störungsfreiheit durch Ablenkung im Haushalt

- Erhöhter Stress durch unklare Trennung von Arbeit und Privatleben

Es sollte also im Interesse des Arbeitgebers sein, seine Mitarbeitenden sicher und professionell untergebracht zu wissen – auch und vor allem wenn sie sich außerhalb des eigenen Einflussbereichs befinden. Zwar lässt das „Mobile Arbeiten“ im Vergleich zur „Telearbeit“ rechtlich deutlich mehr Freiheiten zu. Fraglich ist jedoch ob das Homeoffice als eine de facto als Telearbeit umgesetzte „Remote Work“ Politik langfristig rechtlich standhält und Arbeitnehmervertreter hier nicht irgendwann einhaken werden.

Vorteile von Remote Work und professionellem Arbeitsplatz verbinden

Um die oben genannten Defizite auszugleichen, müssen Unternehmen ihre Hybrid Work Strategie erweitern. Denn erst wenn „Dritte Orte“ als heimatnahe Homeoffice Alternative mit einbezogen und angeboten werden, wird daraus ein langfristiges Erfolgsmodell.

Arbeitgeber haben hierbei verschiedene Möglichkeiten diese für ihre Mitarbeitenden zu öffnen. Angefangen bei einer einfachen Kostenerstattung für die Nutzung einzelner Mitarbeitender (vergleichbar mit der Einreichung von Reisekosten) bis hin zu aktiv gemanagten und in die Ressourcenbuchung des Unternehmens integrierte Hybrid Workspace Lösungen. Besonders geeignet für solche Dritten Orte sind professionelle, dezentrale Coworking Spaces – anders als Cafés oder Hotels bieten diese eine Infrastruktur, die arbeitsstättenrichtlinienkonform ist und den hohen Compliance Ansprüchen von Unternehmen genügt. Unternehmen mit Sitz in Deutschland können dieses Modell besonders gut umsetzen – wir hier bei uns eine der höchsten Dichten an Coworking Spaces weltweit.

Coworking ist nicht gleich Coworking

Doch Vorsicht: Die große Masse an Angebot birgt auch Risiken, da nicht jeder Anbieter eines Coworking Spaces automatisch auch professionelle Office Standards erfüllt. Viele Angebote sind deutlich stärker von Kaffeehauscharakter und Community Szene geprägt als vom Anspruch eines professionellen Corporate Office. Daher empfiehlt es sich bei der Wahl des Third Place Angebotes genau hinzusehen. Bestenfalls kooperiert man an dieser Stelle mit Netzwerk-Betreibern, die einen bestimmten Standard garantieren können. Denn nur wenn in diesen dezentralen Angeboten einheitliche Standards sowie eine hochintegrierte Nutzbarkeit gleichermaßen erfüllt sind, können Third Places eine skalierbare Ergänzung in Hybrid Work Strategien darstellen.