MODERNES DATENMANAGEMENT: AN PLATTFORMEN FÜHRT KEIN WEG VORBEI

Architrave bloggt
Maurice Grassau - CEO
12.06.2019

Gelungene Digitalisierung hängt ganz wesentlich am richtigen Umgang mit vorhandenen Daten. Erst ihre Transparenz und einfache Austauschbarkeit sorgt für den entscheidenden Durchbruch bei der digitalen Transformation. Für die leichte Verfügbarkeit der Daten bilden Plattformen ein notwendiges Mittel. Im Asset Management sind Datenplattformen wertvolle Helfer für effiziente Prozesse und höheren Geschäftserfolg.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die im Oktober 2018 präsentierte ZIA-Digitalisierungsstudie zeigt auf, dass die Digitalisierung in der deutschen Immobilienbranche stockt. In der Selbsteinschätzung gaben die befragten Unternehmen an, dass sich nur acht Prozent selbst zur digitalen Exzellenz bekennen. Im Jahr 2017 waren es sechs Prozent. Fast die Hälfte steht noch in den Startlöchern und testet gerade die digitalen Prozesse. Der Anteil derjenigen Branchenakteure, die weite Teile der Digitalisierung bereits absolviert und neue Prozesse etabliert haben, sank sogar von 38 auf 32 Prozent. Fazit 1: Digitalisierung weckt in weiten Teilen der Branche immer noch Sorgen, ein klar strukturiertes Vorgehen fehlt größtenteils.

PROPTECHS – IN INVESTORENKREISEN IMMER BELIEBTER

Die gute Nachricht hingegen: PropTechs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in Investorenkreisen. Die New Yorker Digitalisierungsplattform CB Insights ermittelte allein für die Jahre 2013 bis 2017 ein Wachstum von 400 Prozent bei den Investitionsvolumina in PropTechs. 2017 waren es bereits weltweit 1,9 Milliarden US-Dollar, die in Digitalisierungstreiber für die Immobilienwirtschaft flossen. Zweitgrößter Investitionsmarkt nach Nordamerika ist Europa. Fazit 2: Die Immobilienwirtschaft erkennt die Notwendigkeit der digitalen Transformation und bedient sich dafür innovativer Dienstleister.

DATENPLATTFORMEN – TOPTHEMA DER DIGITALISIERUNG



Wie kommen PropTechs und etablierte Immobilienwirtschaft nun zusammen? Um sich als PropTech erfolgreich etablieren zu können, muss auf die Bedürfnisse der Branche eingegangen werden. Hier nennt die ZIA-Digitalisierungsstudie als kurzfristige, d.h. in maximal fünf Jahren flächendeckende Innovation Datenplattformen. Sie zählten bereits 2017 zu den Topthemen der Digitalisierung. In der jüngsten Studie gehen sie explizit einher mit den Methoden „Data Mining“ und „Data Analytics“. Einfach ausgedrückt, erwartet die deutsche Immobilienbranche intelligente Datenplattformen, die die verfügbaren Daten aus Dokumenten auslesen, kategorisieren und passend zuordnen können.

TRIEBFEDER KI

Die maßgebliche Triebfeder hierfür ist Künstliche Intelligenz. Mit entsprechenden Algorithmen können Datenpunkte aus bestehender digitaler Dokumentation ausgelesen und einem Index zugeordnet werden. Ein einheitlicher Index mit festen Kategorien ist für die effiziente Arbeitsweise der Plattform unabdingbar. Hier leistet die gif Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung maßgebliche Arbeit.

DIGITALISIERUNG GELINGT NUR GEMEINSAM



Ein gemeinsamer Index, eine gemeinsame Plattform und eine allgemeine Austauschbarkeit von Daten legen bereits das Grundprinzip für gelungene Digitalisierung dar: Kooperation. So wie Staaten in gemeinsamen Verhandlungen verbindliche Vorgaben und Institutionen für das Völkerrecht geschaffen haben, so bedarf es auch in der Immobilienbranche der Initiative großer Akteure. Im Rahmen des Real Estate Data Summit (REDS) setzen sich führende Asset Management-Unternehmen für einheitliche Datenstandards in der Immobilienbranche ein. Dafür haben die Mitglieder des Netzwerkes im Sommer 2018 bereits die Ausarbeitung eines verbindlichen Kataloges von Dokumentenklassen auf Basis des Standardindex der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. vereinbart. Ziel ist es, mittels offener Standards in der Klassifizierung den Datenaustausch für die gesamte Branche, etwa im Falle von Transaktionen, zu erleichtern. Durch die Vereinigung der Großen mit wissenschaftlichen Institutionen wie der gif und mit PropTechs als Dienstleistern kann der entscheidende Sprung auf die Datenplattform für die gesamte Immobilienbranche Wirklichkeit werden.