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One fits all? Warum man bei der Kooperation mit Start-ups besser auf Vielfalt setzt

#Aarealthoughts - der Expertenblog der Aareal Bank
Henning Zander - Head of Start-up Program
13.10.2020

So dynamisch und lebendig, wie die Start-up Szene ist, so viele Ansatzmöglichkeiten bietet sie für individuelle Kooperations- und Beteiligungsmodelle. Entscheidend dabei ist, vorab zu definieren, wie weit das Engagement gehen soll und an welchem Punkt man wie tief in das Start-up involviert werden möchte.

Für die Kooperation mit Start-ups gibt es nicht den einen goldenen Weg. Um zu neuen, innovativen Lösungen zu kommen, sind verschiedene Modelle möglich. Unternehmen können Start-up-Innovationen etwa durch Acceleratoren im Frühstadium fördern oder mit Kooperationen und Beteiligungen ihr Portfolio erweitern. Die Aareal Bank bündelt Förderungen, Mentoring und Kooperationen in einem konzernweiten Start-up-Programm mit vier Handlungsfeldern.

1. Accelerator-Programme

Innovationen beschleunigen: Acceleratoren sind Förderprogramme, die Gründer über mehrere Monate hinweg begleiten und ihnen den Raum und die Mittel geben, sich auf die Feinheiten ihres Geschäftsmodells zu konzentrieren. Unternehmen, die sich in einem Accelerator engagieren, investieren Expertise in der Rolle des Förderers und Mentors. Das ist ein erster guter Ansatzpunkt, um innovative Geschäftsideen in den ersten Schritten zu unterstützen. Über unsere IT-Tochter Aareon engagieren wir uns beispielsweise im „blackprint Proptech Booster“ – dem ersten deutschen Proptech-Accelerator, der Gründer mit etablierten Playern der Branche zusammenbringt. Diese Form der Förderung hat sich für uns bewährt und wir sind seit 2018 Partner des größten Start-up-Accelerators „Plug and Play“, der an weltweit 25 Standorten Start-ups und Unternehmen miteinander in Kontakt bringt. Aus dieser Kooperation heraus sind wir als Gründungsmitglied auch an der Innovationsplattform „Fintech Europe“ mit Sitz in Frankfurt beteiligt. Der Vorteil dieser Form des Mentoring: Wir haben den Finger am Puls der Fintech- und Proptech-Szene, teilen Wissen und lernen die Start-up-Szene besser kennen. Das ist eine gute Basis, um langfristig Kooperationen und strategische Beteiligungen aufzubauen.

2. Kooperationen

Innovation in die Praxis: Der Einsatz bereits getesteter Start-up-Lösungen ist ein sicherer Weg, Innovationen im eigenen Unternehmen einzubinden und gleichzeitig Start-ups zu unterstützen. Die Innovationskraft der Start-ups bildet hier die ideale Ergänzung zu unserer Branchenexpertise, um gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, bevorzugt an den Schnittstellen zu unseren Kunden. Ein Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Startup Rocketloop.ai. Das 2015 gegründete Unternehmen hat sich auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Beschleunigung und Automatisierung von Unternehmensprozessen spezialisiert. Gemeinsam mit einem fachbereichsübergreifenden Projektteam ist so der Aareal News Track entstanden, mit dem die Aareal Bank Trends und Risikosignale zu Immobilien und ihren Mietern international und nahezu in Echtzeit verfolgt.

3. Strategische Beteiligungen

Kein Innovationsshopping, keine Quick-Wins, sondern klare Zielsetzungen und eine deutliche Abgrenzung zum Kerngeschäft bringen strategische Beteiligungen zum Erfolg. Wir sind seit 2019 an „ProTech1 Ventures“ beteiligt. Der Venture-Capital-Fonds ist auf europäische Start-ups aus der Immobilienbranche spezialisiert und gibt uns die Möglichkeit, uns an zehn bis fünfzehn technikaffinen Start-ups zu beteiligen. Neben der indirekten Beteiligung über den Fonds suchen wir aber auch immer wieder die direkte Beteiligung an Start-ups. Ein Beispiel ist das Hamburger Start-up Immomio, das ein webbasiertes Interessentenmanagement für Verwalter und Makler bietet. Der eigens entwickelte Matching-Algorithmus ermöglicht eine nahezu komplett digitalisierte Mietersuche. Die direkte Beteiligung an solchen starken Lösungen ist ein Gewinn für die jungen Gründer, aber stärkt auch unsere eigene digitale Transformation als Unternehmen.

4. Eigene Start-ups

Warum nicht selbst Gründer werden? Mit unserer Tochtergesellschaft Aareon haben wir deshalb 2018 eine neue Struktur geschaffen, die es uns erlaubt, Innovationsthemen zu identifizieren und eigene, neue Geschäftsideen im Markt zu erproben: Ampolon Ventures. Die eigenständige Gesellschaft ist in die Proptech-Szene integriert, um mit motivierten Gründern neue Produkte und Services zu entwickeln und zu testen. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist unser erstes Venture Ophigo, das in 2019 an den Markt gegangen ist. Ein bisschen wie das Airbnb der Büroflächen, das Interessenten bei der Suche nach der passenden Bürofläche unterstützt und dabei das Serviceangebot des Gewerbeimmobilienmaklers digitalisiert und neu definiert. Bei der Kooperation mit Start-ups gilt: Viele Wege führen zum Beziehungsglück. Wer nach einem starren Schema vorgeht und in der eigenen Vorstellungwelt verhaftet bleibt, übersieht die Chance für neue, bereichernde Begegnungen. Erfolgreich ist, wer für verschiedene Formen der Zusammenarbeit offen ist. Wie man dabei Klippen umschifft, die durch kulturelle Unterschiede entstehen, lesen Sie im nächsten Artikel.

Mehr zum Thema auf der WE.thinkfuture 2020

Wenn Sie in der Zwischenzeit schon mehr über die Erfolgsfaktoren der Zusammenarbeit mit Startups erfahren möchten, empfehle ich Ihnen an meiner Session „Anders. Gemeinsam. Wie etablierte Unternehmen und Startups voneinander profitieren“ teilzunehmen: Am 29. Oktober von 08:30 bis 09:30 werde ich im Rahmen der WE.thinkfuture, der ersten digitalen Veranstaltungsreihe der Aareal Bank, zu diesem Thema sprechen. Hier geht’s zur Anmeldung: https://bit.ly/3lyx3cx