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Smart und grün: Startups mischen Quartiere auf

ReaLLoaded: Der Expertenblog von Drees & Sommer!
Martin Pietzonka - Leiter Innovation Services, Start-up Hub Berlin
09.07.2020

Der Markt der Prop- und Contechs, wie Startups in der Bau- und Immobilienbrache genannt werden, boomt. Statistiken aus dem Jahr 2019 zählen in der DACH-Region rund 800 Startups, die in den für die Bau- und Immobilienwirtschaft relevanten Bereichen tätig sind.

Berlin gilt als Startup Hochburg Deutschlands. Viele junge Gründer haben sich hier niedergelassen und treiben mit ihren innovativen Ideen wichtige Entwicklungen voran. Auch für die Akteure der Bau- und Immobilienbranche wird die Zusammenarbeit mit Startups zunehmend wichtiger. Mit dem Einsatz technologiebasierter und digitaler Lösungen können sie dazu beitragen, Stadtquartiere der Zukunft Realität werden zu lassen. Bestes Beispiel hierfür ist das Berliner Quartier Heidestrasse. Es zeigt, wie innovative Lösungen aus dem Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit Einzug in die moderne Stadtentwicklung finden. Startups erleichtern dort als wichtiger Teil des Ökosystems mit digitalen und umweltfreundlichen Lösungen den künftigen Alltag der Nutzer.

Der Markt der Prop- und Contechs, wie Startups in der Bau- und Immobilienbrache genannt werden, boomt. Statistiken aus dem Jahr 2019 zählen in der DACH-Region rund 800 Startups, die in den für die Bau- und Immobilienwirtschaft relevanten Bereichen tätig sind. Ein Allzeithoch des Finanzierungsvolumens von PropTechs in der DACH Region untermauert diese These zusätzlich. Im Jahr 2019 investierten Wagniskapitalgeber erstmals rund 200 Mio. Euro in vielversprechende, junge Unternehmen. Auch wenn Corona nun voraussichtlich zu einer Konsolidierungswelle im Bereich der Startup-Branche führt; Innovation und Digitalisierung erhalten in der Bau- und Immobilienbranche durch die Krise einen weiteren Schub und rücken bei Unternehmen vermehrt in den Fokus. Die Ausgangsposition von Prop- und Contechs mit entsprechenden Effizienzpotenzialen in diesem Bereich ist also vielversprechend. Unabhängig von Corona erkennen immer mehr Unternehmen nun den Bedarf für die Zusammenarbeit mit Startups. Auch bei der Umsetzung innovativer Quartierskonzepte liefern sie wichtige Modulbausteine für ein ganzheitlich funktionierendes Ökosystem eines Quartiers. Die Lösungen der Startups können dabei in unterschiedlichsten Bereichen wie Gebäudevernetzung, Service-Plattformen für Bewohner, dem Betrieb der Gebäude oder bei der Verwaltung von privaten oder öffentlichen Mietflächen im Quartier Anwendung finden. Zusätzlich machen Startups Smart-Parking Lösungen im Quartier möglich.

Vor allem stehen die vielfältigen Bedarfe und Anforderungen der Nutzer und Betreiber im Mittelpunkt. Konkret wird das beispielsweise über Apps, also digitale Applikationen, und Service-Plattformen für die Bewohner, aber auch die Betreiber des Quartiers umgesetzt. Cross-Selling von Service Leistungen wie Wäsche-Service, Einkaufsservice oder Entertainment und nicht zuletzt Smart-Home-Angebote erhöhen so die Qualität des Wohnens und Arbeitens sowie den sozialen Austausch im Quartier. Auch beim Bau- und Planungsprozess der Quartiere lassen sich die Ideen und Leistungen der Startups schon frühzeitig mit einbeziehen. Anforderungen der Nutzer, vor allem für den späteren Betrieb des Quartiers, fließen so bereits in der frühen Planungs- und Bauphase ein.

Arbeits- und Wohnwelt der Zukunft – Das Quartier Heidestrasse Berlin

Vorreiter im Bereich Quartiere ist das aktuell in Entwicklung befindliche „Quartier Heidestrasse“ in Berlin. Als Smart City will das Quartier Heidestrasse nicht nur einen lebendigen Kiez ermöglichen, sondern das städtische Leben mithilfe digitaler Technologien gesünder und ökologischer gestalten. Startups spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle, um energieeffiziente Bauweisen, zukunftsweisende Mobilitätskonzepte, innovatives Parkraummanagement oder eine vollumfängliche Vernetzung des Quartiers zu realisieren.

In den Bürogebäuden überwacht beispielsweise eine intelligente, digitale Gebäudezutrittskontrolle den Einlass, während App-basierte Raumnutzungssysteme die Büroorganisation unterstützen. Heizung, Kühlung, Lüftung, Jalousien und andere Anwendungen lassen sich hier, ebenso wie in den Wohnbereichen, automatisiert steuern. Eine für die zukünftigen Bewohner konzipierte Quartiers-App fördert den nachbarschaftlichen Austausch und informiert zudem über Service-Angebote. Sie macht beispielsweise den Energieverbrauch transparent oder ermöglicht die Buchung von Gemeinschaftsräumen und das Ticketing bei Mängeln, Lob und Beschwerde. Die Bring & Take Station weist Mieter per App darauf hin, dass ein Paket angekommen ist; der Fahrstuhl wird beim Verlassen der Wohnung und beim Betreten des Hauses automatisch gerufen.

Auch was die Mobilität der Zukunft angeht, punktet das Quartier Heidestrasse: Es besticht durch kurze Wege zu den Angeboten des täglichen Bedarfs. Im Quartier verkehrende E-Busse kombiniert es mit innovativem und App-basiertem Parkraummanagement. Letzteres kann auf individuelle Bedürfnisse wie Parkdauer, Pkw-Größe oder Vorab-Reservierungen reagieren und per Free Flow Parking Parkplatzsuchende direkt zum passenden freien Stellplatz navigieren. Auch Carsharing-Unternehmen können in die App integriert werden.

Durch Startups am Zahn der Zeit

Das auf die Bau- und Immobilienbranche spezialisierte Planungs- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer unterstützt die Taurecon Real Estate Consulting dabei, das gut acht Hektar große Areal des Quartier Heidestrasse zu einer lebendigen Smart City mit einer integrierten Quartiersplanung zu entwickeln. Zu den erbrachten Leistungen gehört dabei unter anderem eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln, die speziell die Anforderungen eines Quartiers und dessen Nutzer berücksichtigt. Hierfür sind neben profunden Kenntnissen der Stadtentwicklung auch das Wissen über aktuelle, technologische Innovationen essenziell. Denn nur mit diesem Wissen und einem lebendigen Innovations-Ökosystem kann abgewogen werden, welche individuellen Bausteine sich für das digitale Gesamtbild des Quartiers anbieten und umsetzen lassen.

Drees & Sommer setzt seit langem auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Startups und Innovationstreibern. Denn zu jedem Zeitpunkt gilt es als Unternehmen über die neuesten Möglichkeiten und Lösungen am Markt aufgeklärt zu sein. Insbesondere für die Bauvorhaben der Kunden suchen die Bau- und Immobilienexperten Pioniere, die Grenzen überwinden, und die aus Ideen Innovationen, Produkte und Geschäftsmodelle formen wollen. Die Startups ihrerseits haben den Vorteil, dass sie ihre Produkte unter realen Marktbedingungen weiterentwickeln und sich mit ersten Kunden der Real Estate Branche beweisen können.

Das ist auch die Motivation, die hinter dem von Drees & Sommer gegründeten Start-up Hub Berlin steht. Eng verknüpft mit dem Innovationscenter von Drees & Sommer in Stuttgart dient es als Thinktank, Kreativlabor und fungiert zusätzlich als Spielwiese zur Ideenentwicklung. Überdies ermöglicht es die interne und kundenprojekt-spezifische Zusammenarbeit mit Startups. Auf Augenhöhe mit den jungen Unternehmenden werden so vielversprechende Geschäftsmodelle weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht. Als unabhängiger Berater und Integrator hat Drees & Sommer die Möglichkeit, auf ein breites Netzwerk zu vielversprechenden PropTechs und Service-Anbietern zurückzugreifen. Deren innovative Ideen und technologiebasierten Ansätze tragen dann dazu bei, dass Quartiersentwicklungen wie das Berliner Quartier Heidestrasse mit digitalen und nachhaltigen Lösungen zu einem Erfolg werden.

Kurzvita

Martin Pietzonka ist seit 2019 für Drees & Sommer tätig. Er leitet die Innovation Services am Startup Hub Berlin und verantwortet dort neben dessen Weiterentwicklung auch das Innovationsmanagement, das Scouting und die Zusammenarbeit mit Startups. Zusätzlich unterstützt er im Rahmen seiner Arbeit bei der konkreten Umsetzung von Digitalisierungsthemen. Der studierte Diplomkaufmann hat während seiner beruflichen Laufbahn als Consultant über 100 Startups aller Branchen bei der Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle, Businesspläne, Strategien und der Venture Capital-Finanzierung beraten und war zudem Managing Director eines Cross-Industry Innovationsnetzwerks mit Themenfokus „Connected Life“.