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Start-up-Kooperationen: Strategie statt rosa Brille.

#Aarealthoughts – der Expertenblog der Aareal Bank
Henning Zander - Head of Start-up Program
23.06.2020

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur erfolgreichen Kooperation mit Start-ups

Jung, mutig, innovativ – Start-ups bieten gerade der Immobilienbranche spannende Lösungen und Impulse für neue Geschäftsmodelle. Damit im Arbeitsalltag Wunsch und Wirklichkeit nicht auseinanderdriften, empfiehlt sich für Unternehmen eine klare Strategie. Selbstkenntnis und die klare Kommunikation eigener Ziele hilft, Enttäuschungen zu vermeiden.

In der Immobilienbranche sind Kooperationen mit Start-ups heiß begehrt und die Möglichkeiten sind vielfältig: Allein in Europa sind sehr viele Proptechs tätig, die digitale Lösungen für Immobilienvermietung und Verkauf, Immobilienportale, Bewertung, Finanzierung, Smart Buildings, Immobilienmanagement oder IoT-Lösungen bieten. Was darf es sein? Die Virtual-Reality-Simulation für Projektentwickler? Der Algorithmus für die Immobilienbewertung? Die automatisierte Kautionsverwaltung oder die Simulation von Energieverbrauchsdaten?

Matching ist entscheidend

So verlockend die Angebote klingen - das Matching ist entscheidend. Welcher Kooperationspartner passt zu mir? Um das beantworten zu können, lohnt zunächst der Blick auf eigene Erwartungen und Kompetenzen: Was können wir leisten und wo benötigen wir digitale Unterstützung? Und wie können wir die innovativen Lösungen für einen relevanten immobilienwirtschaftlichen Prozess nutzen? Neben der Frage, wie das bestehende Portfolio ergänzt werden kann, stellt sich auch die Herausforderung der aufeinandertreffenden Kulturen. Wir kooperieren mit Start-ups, weil sie eine andere Perspektive mitbringen und auch im Arbeitsprozess andere Wege gehen. Im Arbeitsalltag stellt genau dies oft ein Problem dar. Wir können als etabliertes Unternehmen nicht von heute auf morgen unsere Arbeitsweise und Prozesse vollständig umkrempeln, aber der ehrliche Umgang mit eigenen Schwächen und daraus entstehenden möglichen Stolpersteinen ist ein erster wichtiger Schritt zur Annäherung.

Treiber der digitalen Entwicklung verstehen

Wir schauen uns regelmäßig in strategischen Umfeldanalysen an, was sich technologisch in der Immobilienbranche tut und welche neuen Spieler aufs Feld kommen. Durch die zunehmende Digitalisierung sind darunter viele Start-ups. Dabei haben wir gemerkt, dass diese neuen Technologien eine wertvolle Ergänzung für unser bestehendes Lösungsportfolio darstellen können. Start-ups helfen uns, die Treiber der digitalen Entwicklung wirklich zu verstehen und an Trends zu partizipieren. Das erhöht unsere Innovationskraft, um digitale Lösungen zu entwickeln, die unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten.

Was uns bei der Aareal Bank dabei besonders interessiert, sind Lösungen, die an den Schnittstellen zu unseren Kunden liegen, um aufwendige Prozesse etwa im Zusammenhang mit Vermietung, Immobilienmanagement oder Zahlungsverkehr effizienter zu gestalten.

So haben wir zum Beispiel seit Längerem eine Kooperation mit KIWI. Mit deren Software können Türen per Smartphone geöffnet werden, um bestimmten Personengruppen wie Handwerkern temporär Zugang zu einem Objekt zu gewähren. Diese Lösung haben wir in unser Handwerker-Portal Mareon integriert. Und auch Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle: mit Carbon Delta, die inzwischen Teil des Indexanbieters MSCI sind, haben wir für einen Kreditportfolioausschnitt versucht, einen Klima-Value-at-Risk zu berechnen und zu ermitteln, inwieweit unsere Finanzierungen übereinstimmen mit dem Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad.

In der Zusammenarbeit mit Start-ups verfolgen wir kein starres Muster, sondern verfügen über verschiedene Kooperations-Modelle, abgestimmt auf unsere eigenen, aber auch fremde Bedürfnisse. Mit Start-ups kooperieren heißt schließlich nicht nur, von ihren Lösungen profitieren zu wollen, sondern auch individuelle Förderung und Mentoring. Welche Strategie wir dabei verfolgen und welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben, lesen Sie im nächsten Artikel.

Zum Autor:

Henning Zander ist in der Aareal Bank Gruppe verantwortlich für das konzernweite Start-up-Programm mit den vier Säulen Accelerator-Programme, Kooperationen, Investments und Ventures. Er ist außerdem Vorsitzender des Investorenbeirats und Observer im Anlageausschuss des ersten paneuropäischen Venture Capital Fonds Proptech 1 Ventures und verantwortet als Champion die Mitgliedschaft der Aareal Bank im „Plug and Play Fintech Europe“-Programm. Henning Zander ist als Mentor für Start-ups aus den Branchen Fintech, Proptech und Insuretech aktiv, vertritt die Aareal Bank im Beirat des Built World Innovation Network und ist Jurymitglied des Proptech-Wettbewerbs auf der internationalen Fachmesse Expo Real. Darüber hinaus ist er als Lecturer und Speaker tätig.