Weniger ist mehr - Mikro-Apartments, temporäre Wohnungen & Co.

PlanRadar - Gemeinsam Großes bauen
Sander van de Rijdt - Geschäftsführer, Co-Founder
15.07.2019

Die Anziehungskraft urbaner Gebiete und großer Städte ist nach wie vor stark. Auf gleichbleibendem Platz müssen immer mehr Leute versorgt werden. Am Immobilienmarkt zeigt sich das mit dem Anstieg von Anzeigen für Mikrowohnungen, temporären Wohneinheiten oder Angeboten zum Co-Living. Sie bewähren sich als gute Lösungen für den durch hohe Wohnpreise und Bevölkerungswachstum verursachten Engpass in Städten.

Laut Angaben der Weltbank lag die Anzahl der Stadtbewohner 2007 bei etwa der Hälfte der Weltbevölkerung. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts werden sie jedoch mehr als zwei Drittel dieser Zahl ausmachen, so die UN. Stadtplaner und Immobilienentwickler wurden vor die Herausforderung gestellt, die Lebensqualität hoch zu halten und gleichzeitig dem ungebremsten Wachstum Rechnung zu tragen.

Eine der Lösungen ist der Ausbau sogenannter Mikrowohnungen. Diese sind meist um die 30m² klein. Vergleichsweise beträgt die Wohnfläche eines Durchschnittsdeutschen bei ungefähr 46m². Die Devise lautet also mehr in weniger zu stecken, während die dadurch unvermeidlichen Kompromisse in Kauf genommen werden. In Japan wird’s nochmal um ein Stück enger. Dort beträgt die empfohlene Mindestfläche für eine Person 25m². Einige Einwohner Tokyos wohnen jedoch in Wohnungen, die nicht viel größer als 8 m² sind.

Die kulturelle Verschiebung hin zum Minimalismus ist zum Trend geworden. Schon der italienische Star-Architekt Renzo Piano hat sich vor einigen Jahren daran versucht, das Prinzip des Micro-Livings auf nur sechs Meter Wohnfläche, umzusetzen.

Das vermehrt Leute in kleineren Räumlichkeiten verweilen, wirkt jedoch weniger wie Zwang als eine selbst getroffene Lebensweise. Viele sind mehr als bereit, auf mehr Wohnfläche zu verzichten, wenn ein freier, mobiler Lebensstil beibehalten werden kann. Wie gewohnt und gearbeitet wird, erzeugt nicht nur einen kulturellen Shift in unserer Gesellschaft, sondern wird in den kommenden Jahren auch für Entlastung in den Städten sorgen. Mehr zum Thema Micro-Living finden Sie hier im vollständigen Artikel.